Tilahun Regassa gewinnt

Superzeit beim Rotterdam-Marathon

Mit der sechstschnellsten Zeit des Jahres hat der Äthiopier Tilahun Regassa den Rotterdam-Marathon in 2:05:38 Stunden gewonnen.

15042013 Tilahun Regassa

Tilahun Regassa gewinnt den Rotterdam-Marathon.

Bild: www.photorun.net

Der 23-Jährige Tilahun Regassa erreichte mit großem Vorsprung nach 2:05:38 Stunden im Ziel. Auch bei den Frauen gab es ein international erstklassiges Ergebnis: Die 28-jährige Kenianerin Jemima Jelagat überraschte mit einer Steigerung auf 2:23:21. Trotzdem lief es am Sonntag nicht nach Plan beim Rotterdam-Marathon, der in den vergangenen Jahren immer wieder zu den schnellsten der Welt gehörte. Bei den Männern war der vier Jahre alte Streckenrekord von Duncan Kibet (Kenia/2:04:27) das erklärte Ziel, bei den Frauen hatten die Veranstalter das Rennen auf einen Heimsieg der früheren Kenianerin Hilda Kibet zugeschnitten. Doch die Holländerin musste mit Rang drei vorlieb nehmen.

Bei Temperaturen zwischen 14 und 18 Grad Celsius lag die Spitzengruppe der Männer lange Zeit auf Kurs für die avisierte Zeit von rund 2:04 Stunden. Ein solches Tempo hätte am Ende theoretisch sogar einen Angriff auf den Weltrekord von Patrick Makau (Kenia/2:03:38) möglich gemacht. Geführt von Tempomachern erreichte die Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 62:05 Minuten und den 30-km-Punkt nach 1:28:21 Stunden. Doch nach dem Ausstieg der letzten Tempomacher, einem zeitweiligen Gegenwind und steigenden Temperaturen wurde das Rennen langsamer.

Geoffrey Kipsang, der im vergangenen Jahr in Berlin sein Marathondebüt gelaufen war, konnte bald nach Kilometer 30 nicht mehr mithalten. Kurz vor der 35-km-Marke fiel dann die Entscheidung: Hier setzte sich ein Läufer von Getu Feleke (Äthiopien) und Sammy Kitwara (Kenia) ab, der ebenfalls erst sein zweites Rennen über die 42,195 km lief: Tilahun Regassa war im vergangenen Oktober Dritter in Chicago (2:05:27) und lief nun zu seinem ersten Marathonsieg. Allerdings konnte auch er das Tempo nicht mehr halten. Am Ende war der Äthiopier in 2:05:38 klar vor seinem Landsmann Feleke (2:06:45) und Kitwara (2:07:22) im Ziel. Die nächsten drei Läufer erreichten noch Zeiten von unter 2:10 Stunden: Geoffrey Kipsang wurde Vierter mit 2:09:12, gefolgt von John Mwangangi (Kenia/2:09:32) und Assefa Bentayehu (Äthiopien/2:09:35).

Im Frauenfeld fehlten Athletinnen mit Weltklasseniveau. Bewusst hatten die Veranstalter das Rennen so geplant, dass Hilda Kibet eine sehr gute Chance auf einen Heimsieg hatte. Doch es war nicht der Tag der Holländerin, die nach einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 1:12:12 Stunden schon vor der 25-km-Marke den Anschluss verlor. Jemima Jelagat und die 22-jährige Äthiopierin Abebech Afework zogen davon. Erst jenseits der 40-km-Marke fiel dann die Entscheidung zugunsten der Kenianerin, die mit einer Bestzeit von 2:29:41 nach Rotterdam gereist war. Sie steigerte sich schließlich um über sechs Minuten auf 2:23:21 und belegt damit in der aktuellen Jahresweltbestenliste Rang drei. Auch Abebech Afework verbesserte sich als Zweite mit 2:23:59 deutlich: Sie hatte im Januar in Dubai als Achte mit 2:27:08 ihre bisherige Bestzeit aufgestellt. Hinter der drittplatzierten Hilda Kibet (2:26:42) folgten Alesandra Aguilar (Spanien/2:27:03) und Mekuria Aberume (Äthiopien/2:29:04) auf den Plätzen vier und fünf.