Warsaw-Marathon 2014

Starkes Elitefeld beim Warschauer Frühlingsmarathon

Bei der zweiten Auflage des Warsaw-Marathon im polnischen Warschau am 13. April ist das Elitefeld so stark besetzt wie nie zuvor auf polnischem Boden.

Warsaw-Marathon

Die Marathonläufer passieren die Schrägseilbrücke Swietokrzyski bei Kilometer 40.

Bild: Veranstalter

Mit einem außerordentlich starken Männerfeld geht am 13. April 2014 der Warsaw-Marathon im polnischen Warschau in die zweite Runde. Neun Läufer mit Bestzeiten von unter 2:10 Stunden stehen auf der Starterliste. Unter ihnen weisen gleich sieben Athleten persönliche Bestleistungen von unter 2:08 Stunden bis in den 2:04er-Bereich auf.

Zu den größten Favoriten gehören die Ostafrikaner Tadese Tola aus Äthiopien sowie der Kenianer Levy Matebo Omari. Für den 26-jährigen Äthiopier war 2013 sein bisher erfolgreichstes Jahr. In jenem Jahr lief Tola nämlich vier Marathonrennen und landete immer auf dem Treppchen. Beim Dubai-Marathon 2013 erreichte er als Dritter seine bis dato persönliche Bestzeit von 2:04:49. Bei der Leichtathletik-WM in Moskau gewann er die Bronzemedaille. Mit einem zweiten Rang beim Tokio-Marathon am 23. Februar 2014 in 2:05:57 bestätigte Tola soeben wieder seine gute Laufform vom letzten Jahr. Die wichtigste Frage, die man sich dabei stellen sollte, aber ist: Kann man nach nur sieben Wochen wieder eine vergleichbar gute oder sogar bessere Leistung abrufen? Seine vier erfolgreichen Marathonteilnahmen in nur einem Jahr deuten darauf hin, dass Tola ein Ausnahmetalent ist und es packen kann.

Starke Äthiopier und Kenianer kämpfen um den Sieg beim Warsaw-Marathon

Die bisherigen sportlichen Erfolge des Kenianers Omari können sich trotz seines noch jungen Alters auch sehen lassen. 2011 erlief er beim Frankfurt-Marathon als Zweiter in 2:05:16 seine schnellste Marathonzeit. Im gleichen Jahr überquerte er die Ziellinie des BIG 25 von Berlin auf dem zweiten Platz. Seinen letzten Marathon lief er 2013 in Boston, wo er Zwölfter in 2:10:02 wurde.

Neben den zwei größten Siegkandidaten werden der Viertplatzierte vom letztjährigen Paris-Marathon in 2:06:56, der Äthiopier Megersa Bacha, sowie der ehemalige Bahnspezialist Jakob Korir Cheshari aus Kenia, der letzen Herbst in Frankfurt bei seinem Marathon-Debüt in 2:07:46 auf Anhieb Vierter wurde, ebenso ein Wörtchen um den Sieg mitreden wollen. Aber auch mit Vorjahressieger Sisay Lemma ist zu rechnen, der bei der Premiere des Warsaw-Marathons seine persönliche Bestzeit von 2:09:02 aufstellte.

Henryk Szost

Bild: Veranstalter

Henryk Szost kann zurzeit als einziger Europäer um einen Marathonsieg mitmischen.

Europas Hoffnungsträger Henryk Szost beim Warschau-Marathon

Unter den europäischen Marathonläufern ruhen die größten Hoffnungen vor allem auf Lokalmatador Henryk Szost aus Polen, der in den letzten Jahren mit seinen guten Ergebnissen bei gut besetzten Marathonrennen in Japan gezeigt hat, dass er an einem guten Tag durchaus um den Sieg mitmischen kann und zu den besten Europäern gehört. Seit seiner Teilnahme am Frankfurt-Marathon im Jahr 2011 blieb der Pole, der nebenbei passionierter Jäger ist, immer unter 2:10 Stunden. Seine persönliche Bestzeit, die er 2012 mit einem zweiten Rang beim japanischen Lake-Biwa-Marathon aufstellte, liegt bei 2:07:39. Den olympischen Marathonlauf in London 2012 lief er als bester Europäer auf einen bemerkenswerten neunten Platz.

Es gehen noch vier weitere polnische Marathonläufer mit Bestzeiten im Bereich zwischen 2:10 bis 2:12 an den Start. Artur Kozlowski lief zwar von den vieren bisher seinen schnellsten Marathon in 2:10:58, bessere Marathonleistugen in Warschau sind jedoch eher von seinen Landsmännern Blazej Brzezinski und Arkadiusz Gardzielewski zu erwarten. Die beiden trainierten zusammen mit Podiumsfavorit Henryk Szost im Rahmen ihrer Marathonvorbereitung im hoch gelegenen Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico.

Die Frauenelite ist im Vergleich zum Starterfeld der Männer deutlich schwächer besetzt. Nur drei Frauen mit Bestzeiten von unter 2:30 Stunden treten an, die aller Voraussicht nach den Sieg unter sich ausmachen werden: die Äthiopierin Askale Magarsa Tafa, die beim Seoul-Marathon 2012 in 2:25:29 als Zweite die Ziellinie überquerte, ihre Bestzeit von 2:21:31 aber 2008 in Berlin aufstellte, Rebecca Chesir aus Kenia, Zweite beim letztjährigen Düsseldorf-Marathon in 2:27:52, sowie die Polin Iwona Lewandowska, die 2012 als Siebte in 2:28:32 den Frankfurt-Marathon lief. Lewandowska schliff ebenso in Albuquerque, New Mexico an ihrer Marathonform, um in Warschau in Höchstform zu erscheinen. Ihr unangefochtener Sieg am 6. April 2014 beim hochkarätig besetzen 10-km-Rennen Great Ireland Run in 33:39 Minuten zeigt, dass ihre Laufform ansteigt. Die Platzierung der polnischen Marathondebütantin Katarzyna Kowalska, einer ehemaligen 3.000-m-Hindernisläuferin und Olympiateilnehmerin, ist schwer einzuschätzen.

Der Startschuss zum Marathon wie auch zum zusätzlich veranstalteten 10-km-Rennen erfolgt um 9:30 Uhr. Zur gleichen Zeit finden im Rahmen des großen Laufsportereignisses die polnischen Marathon-Meisterschaften statt. Eine Dreiviertelstunde früher gehen die Handbiker an den Start und bereits am Vortag wird ein 4,6 Kilometer langer Spendenlauf zu Wohltätigkeitszwecken ausgetragen. Alle drei Läufe haben ein Teilnehmerlimit von 10.000 Läufern.

Die flache Marathonstrecke ist für schnelle Zeiten geeignet. Eine nennenswerte Steigung gibt es nur in den Anfangskilometern. Die Läufer passieren die schönsten und bedeutendsten Sehenswürdigkeiten und Bauwerke der polnischen Hauptstadt. Gleich nach dem Start überqueren die Marathonläufer die Weichsel auf der Poniatowski-Brücke, um dann direkt zu den Jerusalemer Aleen zu gelangen, wo auf sie das Nationalmuseum, der Zentralbahnhof und der Orco-Tower warten. Am Charles-de-Gaulle-Platz macht die Route einen Knick um 90 Grad und verläuft bis zum Halbmarathon-Wendepunkt entlang des Warschauer Königswegs Richtung Süden aus dem Stadtkern heraus. Die Teilnehmer passieren unter anderem das Schloss Ujazdowski, den weltberühmten Lazienki-Park mit dem Belvedere-Palast und viele weitere Denkmäler. An der Wendemarke im südlichsten Stadtrand angelangt geht es dann mit weiter östlich gelegenen Straßen wieder nach Norden. Bei etwa Kilometer 26 wird neben dem Wilanow-Schlosspark mit dessen wunderschönem Barockschloss und Gartenanlage vorbeigelaufen. Nachdem die Läufer die attraktive Swietokrzyski-Brücke durchquert haben, bleiben ihnen nur noch zwei Kilometer bis zum Ziel, das sich in der Nähe des Stadions befindet. Start- und Zielbereich sind nicht identisch, beide Punkte sind aber in der Nähe des Warschauer Nationalstadions. Der Startbereich befindet sich in einem Areal zwischen der Weichsel und der Sportstätte auf der dortigen Hauptstraße. Der Zieleinlauf der Marathonläufer ist in unmittelbarer Nähe auf einer Parallelstraße beim Skaryszew-Park.

Bei der Marathonpremiere im Jahr 2013 finishten insgesamt 6.000 Teilnehmer, davon beendeten knapp 4.000 Läufer den Marathon. Seit 2013 ist Warschau nach Seoul in Südkorea erst die zweite Stadt weltweit, die zwei international hochkarätig besetzte Marathonrennen im Frühling-Herbst-Rhythmus innerhalb eines Jahres veranstaltet. In diesem Jahr ist ein neuer Teilnehmerrekord zu erwarten.

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