Das Marathon-Jahr 2015: Die Bilanz

Starke Newcomerin Gladys Cherono bei den Frauen

In ihrem zweiten Marathon in Berlin steigerte sich Gladys Cherono als Siegerin auf 2:19:25.

Gladys Cherono

Gladys Cherono, hier bei ihrem Sieg in Berlin, etablierte sich auf Anhieb in der Weltspitze.

Bild: photorun.net

Die Entdeckung des Jahres im Frauen-Marathon war Gladys Cherono. Die Kenianerin lief zunächst in Dubai ein beeindruckendes Debüt über die 42,195 km und musste sich dabei im Endspurt der Äthiopierin Aselefech Mergia um lediglich eine Sekunde geschlagen geben. Mit 2:20:03 erzielte die inzwischen 32-Jährige auf Anhieb eine Weltklassezeit und lief das drittschnellste Debüt aller Zeiten. In ihrem zweiten Marathon in Berlin steigerte sich Gladys Cherono auf 2:19:25. Mit der elftschnellsten je gelaufenen Zeit wurde sie zur siebtschnellsten Läuferin der Marathongeschichte. Auf einem rekordkonformen Kurs war keine Athletin seit April 2012 schneller als Cherono in Berlin.

Neben Gladys Cherono blieb 2015 noch eine zweite Läuferin unter 2:20 Stunden. Die Äthiopierin Mare Dibaba gewann im Januar in Xiamen (China) mit 2:19:52. Im August siegte sie auch bei der WM in Peking und wurde hauptsächlich aufgrund dieser beiden Erfolge von den AIMS-Mitgliedern zur Marathonläuferin des Jahres gewählt.

Sieben Zeiten gab es bei den Frauen insgesamt unter 2:21 Stunden - zwei mehr als noch im Jahr zuvor. Einen bemerkenswerten Rekord stellte bezüglich der Breite in der Spitze der Dubai-Marathon auf. Zwölf Läuferinnen rannten unter 2:25 Stunden - das gab es noch nie. Sieben von ihnen liefen schneller als 2:23.

Neben Gladys Cherono und Mare Dibaba ist im olympischen Jahr sicherlich auch mit Mary Keitany zu rechnen. Die zweitschnellste Läuferin aller Zeiten war im Frühjahr nicht in Topform und musste sich daher in London hinter der Äthiopierin Tigist Tufa (2:23:22) mit Rang zwei in 2:23:40 begnügen. Doch in New York meldete sich Mary Keitany eindrucksvoll zurück. Sie gewann das Rennen souverän in 2:24:25 vor Aselefech Mergia (2:25:32). Vor vier Jahren war Mary Keitany schon einmal die Olympia-Favoritin, musste sich dann aber mit Rang vier zufrieden geben. Vielleicht gelingt ihr dieses Mal in Rio der ganz große Sieg.

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