Marathonfrühjahr 2010

Spitzenläufer liefern weltweit spektakuläre Leistungen

Schon sieben Läufer blieben in diesem Frühjahr unter 2:06 Stunden. Die internationale Leistungsdichte ist enorm.

Weltrekordhalter Haile Gebrselassie war im Frühjahr 2010 nur der achtschnellste Marathonläufer.

Weltrekordhalter Haile Gebrselassie, hier bei seinem Vorjahressieg in Berlin, war im Frühjahr 2010 nur der achtschnellste Marathonläufer weltweit.

Bild: Norbert Wilhelmi

In der Frühjahrssaison 2010 knüpfte die Weltelite der Marathonläufer dort nahtlos dort an, wo sie 2009 aufgehört hatte. Eine Spitzenleistung jagte die nächste. In diesem Jahr schafften es bereits sieben Läufer die 2:06-Stunden-Marke zu knacken, nur einer weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Im Oktober 1999 gelang dies dem gebürtigen Marokkaner Khalid Khannouchi beim Chicago-Marathon als erstem Läufer in der Geschichte. Heute, nur gut zehn Jahre später, ist solch eine herausragende Leistung schon fast obligatorisch, um einen der international hochklassigsten Citymarathons zu gewinnen.

Das bislang schnellste Rennen des Jahres fand in Rotterdam statt. Wie schon 2009 blieben dort wieder gleich zwei Läufer sogar unter 2:05 Stunden. Der Kenianer Patrick Makau Musyoki siegte bei seinem erst zweiten Marathonstart in 2:04:48 Stunden nur knapp vor seinem Landsmann Geoffrey Kiprono Mutai, der das Rennen nach 2:04:55 Stunden beendete. Dritter in Rotterdam und damit auch in der aktuellen Weltjahresbestenliste wurde Vincent Kipruto, ebenfalls aus Kenia, mit 2:05:13 Stunden. Dass der junge Äthiopier Feyisa Lilesa mit einer Zeit von 2:05:23 nur den vierten Platz holte, wäre vor einigen Jahren noch unvorstellbar gewesen.

Die weiteren Zeiten unter 2:06 Stunden teilten drei Marathons unter sich auf. Tsegay Kebede gewann den London-Marathon in 2:05:19 Stunden und verpasste damit den Kursrekord des Olympiasieger Samuel Wanjiru nur um wenige Sekunden. In Prag setzte der bislang unbekannte Kenianer Eliud Kiptanui mit seiner Siegerzeit von 2:05:39 Stunden ein Ausrufungszeichen. Die vielleicht stärkste Leistung aber lieferte dessen Landsmann Robert Kiprono Cheruiyot beim Boston-Marathon. Auf dem anspruchsvollen Kurs verbesserte er den Streckenrekord um fast anderthalb Minuten auf nicht für möglich gehaltene 2:05:52 Stunden.

Weitere acht Läufer blieben in diesem Jahr immerhin noch unter 2:07 Stunden. Der prominenteste unter ihnen ist wohl der äthiopische Weltrekordhalter Haile Gebrselassie. Er gewann den Dubai-Marathon in 2:06:08 Stunden. Bemerkenswert ist auch die Leistung des Marokkaner Jaouad Gharib, der mit fast 38 Jahren beim London-Marathon in 2:06:55 Stunden den dritten Rang belegte.

Damit blieb es dem Marathonveteranen als einzigem nicht aus Kenia oder Äthiopien stammenden Läufer vorbehalten, in diesem Frühjahr die 2:07-Stunden-Marke zu unterbieten. Dabei fällt auch auf, dass die schnellsten Marathonläufer immer jünger werden. Von den 15 Athleten, die unter 2:07 Stunden blieben, sind sieben jünger als 25 Jahre.

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