Mallorca Marathon

Sonne, Spaß und über 5000 Teilnehmer

Der Urlaubsmarathon feierte drei Streckenrekorde und eine 34-prozentige Zuwachsrate bei den Teilnehmern.

Mallorca Marathon 2007

Marc Jörgens lief als Sieger in 2:31:23 Stunden einen neuen Streckenrekord.

Für die meisten der über 5000 Teilnehmer stand beim Marathon in Palma de Mallorca der Spaß am Laufen im Vordergrund. Dass man Laufgenuß und Leistung aber auch miteinander verbinden kann, zeigten die Sieger des Marathons. Sowohl Marc Jörgens vom SV Wermerlskirchen als auch Birgit Schönherr-Hölscher vom PV Triathlon Witten konnten ihre Vorjahressiege wiederholen und unterboten die Streckenrekorde deutlich.

Marc Jörgens verbesserte mit einer Zeit von 2:31:23 Stunden seinen eigenen Kursrekord von 2006 um über vier Minuten und rannte damit persönliche Bestzeit. "Mein Ziel war die Verbesserung meiner Marathon-Bestzeit. Am Start habe ich aber gesehen, dass mehr drin ist und ich auf Sieg laufen kann. Über meine Titelverteidigung freue ich mich sehr, die beiden Siege 2006 und 2007 kann mir niemand mehr nehmen" erklärte der sympatische Sportler, der sich selbst bescheiden als Hobbyläufer bezeichnete.

Strecke, Organisation und Atmosphäre lobte er wie auch Siegerin Birgit Schönherr-Hölscher, die in 2:54:40 Stunden den alten Streckenrekord um fast acht Minuten unterbot. Ihre persönliche Bestzeit pulverisierte sie und rannte auf der Baleareninseln eine Viertelstunde schneller als jemals zuvor. Beigetragen zur guten Zeit habe vor allem das Wetter. Mit sonnigen 22 Grad und am Meer einer leichten Brise war es deutlich läuferfreundlicher als im Vorjahr, wo Temperaturen um 30 Grad den Läufern zu schaffen machten. Daneben gefiel ihr die abwechslungsreiche Strecke: "Es gab teils stille Ecken, teils war viel los und die Zuschauer unterstützten uns Läufer gut."

Die meiste Stimmung herrschte dabei an vielen Stellen in den malerischen Gassen der Altstadt, an der Playa del Palma und natürlich im Zielbereich in der Nähe der Kathedrale. Nur auf dem ersten Stück zum Wendepunkt bei Porto Pi und zurück schienen die Zuschauer noch in den Betten zu liegen. Allerdings waren die Anfeuerungsrufe hier auch noch nicht so nötig, verführte die breite Strasse am Hafen entlang doch eher zu einem zu schnellen Beginn.

Jörgens Sieg zeichnete sich schon auf dem ersten Teil der Strecke ab. Schon früh lag er als einziger Marathonläufer in einer neunköpfigen Spitzengruppe, deren übrige Athelten den zeitgleich gestarteten Halbmarathon liefen. Zweiter wurde schliesslich Thoralf Berg vom SSV Schwedt in 2:33:40 Stunden, ebenfalls noch unter dem alten Kursrekord. Nach den beiden Deutschen lief Christopher Southam aus Grossbritannien als Dritter in 2:36:14 Stunden über die Ziellinie.

Bei den Damen kam die Zweitplatzierte Svenja Gayk aus Mülheim an der Ruhr gut eine Minute nach der Siegerin in 2:55:50 ins Ziel. Damit hatte sie einen deutlichen Vorsprung vor der Drittplatzierten Manuela Köhne. Mit 3:11:30 kompletierte die Läuferin der LG Osnabrück das deutsche Siegerinnen-Treppchen.

Die meisten der 5065 Teilnehmer aus 42 Nationen begnügten sich mit der halben Streckenlänge. Während 1219 Läuferinnen und Läufer die klassische Marathondistanz von 42,195 Kilometer unter die Laufschuhe nahmen, konnte der Halbmarathon mit 2419 Sportlern fast die doppelte Teilnehmerzahl verbuchen. Hier gewann der Spanier Jaume Aragones Perales in 1:10:54 knapp vor seinem Landsmann und Titelverteidiger Guilem Bosch Bosch (1:11:07) und dem Franzosen Eric Morvan (1:11:21). Mit der Siegerzeit von 1:10:54 wurde hier der dritte Streckenrekord des Tages aufgestellt. Schnellste Frau wurde die Deutsche Kathrin Knodel in 1:23:50 vor Claudia Hille (ebenfalls Deutschland) in 1:24:54 und der Britin Debbie Marsden (1:25:05).

Nachdem die (Halb-)Marathonis schon eine Stunde unterwegs waren, wurden um 10 Uhr die knapp 1000 10-km-Läufer auf die Strecke geschickt. Auch sie wurden auf dem Weg durch die Altstadt mit einigen Steigungen und vielen Ecken und Kurven in allen möglichen Sprachen angefeuert. Erster Mann im Ziel war Toni Bernando Planas nach 32:12 Minuten. In der Frauenwertung gewann die deutsche A-Schülerin Christin Liedke (Jahrgang 1993) in starken 39:17 Minuten mit fünf Minuten Vorsprung.

Über die drei Distanzen gingen auch acht deutsche Prominente an den Start, wobei die TUI für jeden gelaufenen Kilometer 100 Euro an die Tabaluga-Stiftung von Peter Maffay spendete. Eifrigster Kilometersammler war der Schauspieler Tim Bergmann, der seine Marathon-Premiere feierte. Insgesamt konnte der Tabaluga-Stiftung nach den Läufen ein Scheck über 14550 Euro übergeben werden.

Eine Neuerung gegenüber 2006 war der erstmals stattfindende kostenlose Kids-Run am Marathon-Vortag im Parc de la Mar vor der beeindruckenden Kulisse der Kathedrale La Seu. Über 400 Kinder zwischen vier und zwölf Jahren stürmten in den Läufen los und nahmen im Ziel voller Stolz Urkunden, T-Shirts und Medaillen entgegen.

Alles in allem lobten Spitzen- wie Hobbyläufer die reibungslose Organisation und den einmaligen Charme des Urlaubsmarathons. Und bei meist strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen konnte man auch über die kalten Duschen im Ziel hinwegsehen.

Eine ausführliche Fotogalerie finden Sie hier.

Das Feld der Marathonläufer.

Bild: Event-Buch