Gedenken an die Opfer

Solidarität mit Boston beim Marathon Hamburg

Lisa Hahner will sich beim Marathon Hamburg am kommenden Sonntag die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2013 in Moskau sichern.

Marathon Hamburg

Der Marathon Hamburg ist der größte Frühjahrs-Marathon Deutschlands.

Bild: Hamburg-Marathon/Hochzwei

Auch in Hamburg geht es am Sonntag, den 21. April, um Boston. Als Ausdruck des Beileids für die Opfer des Terroranschlages vom vergangenen Montag haben die Veranstalter ein Armband in den Veranstaltungsfarben des Boston-Marathons – also Blau und Gelb – herstellen lassen. Dieses Armband mit der Aufschrift "Run for Boston Marathon 2013" erhalten alle Teilnehmer zusammen mit der Startnummer, um es am Sonntag während des Rennens zu tragen.

"Bei aller Betroffenheit über die Bombenanschläge von Boston sollten wir uns die Vorfreude auf den Marathon hier nicht nehmen lassen", sagte Hamburgs Innen- und Sportsenator Michael Neumann. Man habe das Sicherheitskonzept weiterentwickelt. "Es muss sich niemand Sorgen machen", sagte der SPD-Politiker.

Marathon-Organisator Frank Thaleiser äußerte sich zum Hamburger Sicherheitskonzept nicht im Detail. "Es ist der Lage angepasst, es werden genug Beamte und auch Feuerwehr im Einsatz sein." Rund 400 Beamte werden in der Hansestadt am Sonntag im Einsatz sein, um Strecke und Verkehr zu überwachen.

Rund 15.000 Athleten werden beim größten deutschen Frühjahrs-Marathon an den Start gehen. Bei voraussichtlich guten Wetterbdingungen mit allerdings etwas Wind soll in Hamburg der Streckenrekord der Männer angegriffen werden. Beide Kursrekorde stellten die äthiopischen Sieger des vergangenen Jahres, Shami Dawit und Netsanet Abeyo, mit 2:05:58 beziehungsweise 2:24:12 auf. Die Felder sind allerdings nicht ganz so stark besetzt wie noch vor einem Jahr.

Bei den Männern steht ein Debütant im Mittelpunkt: Eliud Kipchoge ist der 5.000-m-Weltmeister von 2003, der zudem 2008 Olympia-Zweiter und 2004 -Dritter über diese Distanz war. Der 28-jährige Kenianer lief im vergangenen Jahr in Lille sein Halbmarathon-Debüt. Als Dritter erreichte er auf Anhieb eine Weltklassezeit von 59:25. Bei der Halbmarathon-WM belegte er dann Rang sechs. In diesem Jahr gewann Eliud Kipchoge sein bisher einziges Rennen im Februar: Beim Barcelona-Halbmarathon lief er 60:04.

Die Spitzengruppe soll am Sonntag mit einer Zwischenzeit von 62:45 Minuten durch die Halbmarathonmarke gehen. Damit wären die Läufer auf Kurs für einen Streckenrekord. Marathon-Erfahrung hat Wilson Kiprop (Kenia), dessen Bestzeit bisher bei 2:09:09 Stunden steht. Allerdings gewann er im März den Rom-Ostia-Halbmarathon in starken 59:15 Minuten, was für eine deutliche Steigerung im Marathon sprechen könnte. Neben dem Kenianer Lawrence Kimaiyo (Bestzeit: 2:07:01) sind vor allen vier Äthiopier stark einzuschätzen: Chala Dechasa geht mit der schnellsten Bestzeit ins Rennen. 2010 war er Zweiter beim Dubai-Marathon mit 2:06:33. Joseph Gitau (2:06:58), Limenih Getachew (2:07:39) und Daniel Abera (2:08:52) sind die anderen starken Äthiopier im Rennen. Tobias Sauter (Lauf Team Marathon Hamburg/2:17:27) ist der einzige deutsche Läufer der erweiterten nationalen Spitze im Rennen.

Vergleichsweise schwächer besetzt ist die Konkurrenz der Frauen. Dies allerdings eröffnet Lisa Hahner (Run2Sky) bei ihrem zweiten Marathonrennen gute Platzierungschancen. In Frankfurt lief sie im vergangenen Jahr mit 2:31:28 Stunden ein gutes Debüt. Am Sonntag wird sie drei Zeiten im Hinterkopf haben: Mit 2:29:00 würde sie die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Moskau schaffen. Gegebenenfalls würde aber auch die B-Norm von 2:30:30 Stunden ausreichen für die WM-Nominierung. Auch 2:32:00 könnte eine interessante Marke sein, denn dies wird voraussichtlich der Richtwert sein für eine Nominierung für die Europameisterschaften 2014. Ergebnisse der Frühjahrs-Marathonrennen 2013 sollen bereits für eine EM-Nominierung berücksichtigt werden. Die 2:32 Stunden könnten auch für Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt) erreichbar sein. Sie konnte bisher ihr Vermögen im Marathon noch nicht umsetzen. Ihre Bestzeit steht bisher bei 2:39:03.

Die Läuferinnen mit den schnellsten Bestzeiten sind in Hamburg Kateryna Stetsenko (Ukraine/2:27:51) und Diana Lobacevske (Litauen/2:28:03). Abzuwarten bleibt wie die Form der Kenianerinnen Caroline Chepkwony (2:30:34) und Magdaline Mukunzi (2:30:46) ist. Eine gute Rolle spielen können auch Iuliia Arkhipova (Kirgisien/2:30:57) und Almaz Alemu (Äthiopien/2:31:27).

RUNNER'S WORLD ist beim Marathon Hamburg vor Ort. Einen Bericht und eine ausführliche Fotogalerie stellen wir noch am Sonntagabend auf runnersworld.de online.