Chicago Marathon 2010

Shobukhova siegt letztlich souverän

Irina Mikitenko

Irina Mikitenko blieb nur der dritte Platz.

Letztlich souverän setzte sich im Rennen der Frauen Liliya Shobukhova durch. Die Russin hat nunmehr drei große Marathonläufe in Folge gewonnen: Chicago 2009, London 2010 und jetzt erneut Chicago. Die 32-Jährige, die zurzeit als eine große Favoritin auf Olympia-Gold 2012 angesehen werden muss, ging dabei nicht das sehr schnelle Anfangstempo der Äthiopierinnen mit. Als Atsede Baysa und Mamitu Daska die Halbmarathonmarke nach 69:45 Minuten erreicht hatten, lief Liliya Shobukhova mit etwa 100 Metern Rückstand hinter den beiden her.

Während die Dubai-Marathon-Siegerin Daska bald darauf deutlich zurückfallen sollte, baute Baysa, die im April den Paris-Marathon in 2:22:04 gewonnen hatte, ihren Vorsprung zunächst noch aus. Knapp eine halbe Minute lag sie nach 30 km vor Shobukhova. Doch je länger das Rennen dauerte, desto mehr litt die Äthiopierin unter der Wärme. „Meine Form war gut, aber es war zu heiß“, sagte Atsede Baysa später. Sie wurde immer langsamer und die sehr konstant laufende Liliya Shobukhova kam immer dichter heran. „Es war keine Überraschung für mich, dass die Äthiopierinnen langsamer wurden – ich fühlte mich immer in Kontrolle des Rennens“, sagte Liliya Shobukhova, die ebenso wie Sammy Wanjiru 125.000 Dollar für den Sieg erhielt.

Etwa an der 34-km-Marke holte die Russin die führende Äthiopierin ein und übernahm sofort die Führung. Der Sieg war ihr sicher, doch Liliya Shobukhova kämpfte noch um einen Rekord: Ihre Landsfrau und Trainingspartnerin Galina Bogomolova war 2006 als Zweite in Chicago russischen Landesrekord gelaufen (2:20:47). Mit 2:20:25 unterbot Liliya Shobukhova diese Marke schließlich um 22 Sekunden und lief die schnellste Zeit im Frauen-Marathon seit Irina Mikitenko 2008 (2:19:19 in Berlin). Zweite wurde Atsede Baysa in 2:23:40, Rang drei belegte die Russin Maria Konovalova (2:23:50), die sich in ihrem zweiten Marathon um fast zwölf Minuten steigerte.

Hinter Desiree Davila (USA/2:26:20) und vor Mamitu Daska (2:28:29) kam Irina Mikitenko auf Platz fünf mit 2:26:40. Die deutsche WMM-Siegerin der vergangenen zwei Jahre fühlte sich nach einer schweren Erkältung in der Vorbereitung auf das Rennen im September nicht stark genug, um ganz vorne mitzulaufen. „Eine erste Hälfte von 70 Minuten konnte ich nicht laufen. Deswegen habe ich mich bewusst zurückgehalten“, erklärte Irina Mikitenko. „Allerdings musste ich dadurch durchweg alleine laufen und in der zweiten Hälfte des Rennens wurde es richtig warm.“ Dennoch gelang es der zweifachen London-Marathon-Siegerin (2008 und 2009) ein recht gleichmäßiges Tempo zu laufen – die erste Hälfte hatte sie in 73:06 Minuten absolviert, im zweiten Abschnitt überholte sie eine Reihe von Konkurrentinnen.

Zufrieden war Irina Mikitenko in einer ersten Reaktion nicht – „2:26 Stunden sind nichts und der fünfte Platz ist auch nichts“ –, doch sie will daraus Motivation für die kommenden Rennen ziehen. Angesichts der sehr starken Konkurrenz, einer nicht idealen Vorbereitung und hohen Temperaturen, die ihr nicht liegen, hat sich Irina Mikitenko in Chicago achtbar geschlagen.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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