Wanjiru verstorben

Seine Lauf-Karriere

Wanjiru verstorben

Sammy Wanjiru beim Olympiasieg in Peking 2008.

Bild: photorun.net

Seine erste Weltbestzeit lief das Ausnahmetalent Sammy Wanjiru bereits als 15-Jähriger. Damals rannte er in Konosu (Japan) über 10.000 m 28:36,08 Minuten – so schnell wie kein anderer im Alter von 15 zuvor. In jenem Jahr 2002, hatte er, wie andere kenianische Weltklasseläufer in der Vergangenheit auch, ein Stipendium bekommen und war ins laufsport-verrückte Japan gezogen. Seitdem lebte er bis 2008 wechselnd in Japan und in Kenia. In seiner zeitweiligen Heimatstadt Fukuoka startete er für eines jener japanischen Unternehmen (Toyota), das ein Team von professionellen Läufern unterhielt.

„Das war am Anfang nicht einfach in Japan, aber ich hatte einen sehr rücksichtsvollen Lehrer, der mir geholfen hat“, erzählte Sammy Wanjiru, der nach Kenia zurückgekehrte, weil er dort besser trainieren konnte und starke Trainingspartner wie Martin Lel hatte. Wanjiru gehörte zur Trainingsgruppe des italienischen Managers Dr. Gabriele Rosa. Zum Olympiasieger gemacht hatte Wanjiru sein damaliger Trainer Koichi Morishita. Der Japaner hatte beim olympischen Marathon in Barcelona 1992 die Silbermedaille gewonnen.

Im Männerbereich hatte Sammy Wanjiru erstmals in Brüssel 2005 für Aufsehen gesorgt, als er im 10.000-m-Weltrekordlauf von Kenenisa Bekele (Äthiopien) den Junioren-Weltrekord auf 26:41,75 Minuten verbesserte. 15 Tage später brach der damals 18-Jährige den Halbmarathon-Weltrekord in Rotterdam mit 59:16 Minuten. Nachdem Haile Gebrselassie die Marke zwischenzeitlich verbessert hatte, nahm Sammy Wanjiru dem Äthiopier den Rekord 2007 wieder ab. In Den Haag steigerte er sich im Frühjahr auf 58:33. Dann lief er in Fukuoka im Dezember sein Marathon-Debüt mit starken 2:06:39 Stunden. Das war damals die drittbeste Debützeit aller Zeiten über die 42,195 km.

Für den kenianischen Youngster war es in Peking bei Olympia 2008 dann erst der dritte Marathon seiner Karriere. Im April 2008 war er knapp geschlagener Zweiter beim London-Marathon in 2:05:24 Stunden. In Peking war er unschlagbar.

„Unsere Athleten haben für Kenia schon viele Medaillen gewonnen, aber ich bin froh, dass ich diese hier gewonnen habe. Es ist ein schönes Gefühl, Geschichte geschrieben zu haben für Kenia“, hatte Samuel Wanjiru erklärt, nachdem er als erster Kenianer einen olympischen Marathon gewonnen hatte. Dabei hatte Wanjiru zudem einen olympischen Rekord gebrochen, der drei Jahre älter war als er selber. Der damals 21-Jährige war trotz hoher Temperaturen nach beeindruckenden 2:06:32 Stunden im Ziel und damit fast drei Minuten schneller als Carlos Lopes. Der Portugiese hatte 1984 in Los Angeles in 2:09:21 Stunden gewonnen. Spätestens nach seinen Halbmarathon-Weltrekorden in den Jahren 2005 und 2007 war zu erwarten, dass Sammy Wanjiru der nächste große kenianische Marathonläufer werden würde. Er wurde dann nicht nur Kenias erster Marathon-Olympiasieger, er war auch der erste, der dieses Gold gewann und die Sprachenkombination Englisch, Swahili und Japanisch fließend beherrschte. Bei der Pressekonferenz beantwortete er damals in Peking auch Fragen auf Japanisch.

„Den Marathon-Weltrekord von Haile zu brechen, das ist mein nächstes Ziel“, erklärte Sammy Wanjiru damals. Er gewann zwar die hochkarätigen Marathonrennen von London 2009 (mit Streckenrekordzeit und persönlicher Bestzeit von 2:05:10 Stunden) und Chicago (2009 und 2010/das letzte Rennen seines Lebens), doch das Weltrekord-Ziel erreichte er nicht mehr.

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Wanjiru ist tot