Perfekter Saisonabschluss

Schwäbische Party beim Bottwartal-Marathon

18 Grad, blauer Himmel und Sonne verwöhnten die Läufer beim Bottwartal-Marathon. Rotich und Kimaiyo siegten, das Publikum in den Dörfern konkurrierte um beste Stimmung.

Bottwartal-Marathon

400 Läufer liefen den Marathon, insgesamt hatten über die verschiedenen Distanzen 4.500 gemeldet.

Bild: Andreas Nöst

Um es vorwegzunehmen: Nein, der Bottwartal-Marathon ist kein Berglauf, auch wenn dieser falsche Eindruck entstehen könnte. Wo ein Tal ist, sind zwar immer auch Berge, in diesem Fall Weinberge, aber zusammengezählt nur 210 Höhenmeter sind auch von überzeugten Flachlandläufern locker zu meistern. Absolute Bestzeiten sollte man allerdings nicht erwarten, ambitionierte Läufer verlieren gegenüber einer komplett ebenen Strecke auf der Marathon-Distanz rund zwei Minuten, gemütlichere Hobbyläufer müssen naturgemäß etwas mehr Zeitverlust einrechnen. Siegerzeiten am vergangenen Sonntag, 16. Oktober 2011: 2:33:42 Stunden, erreicht vom in Deutschland lebenden Kenianer Amos Kimeli Rotich, der sich mit dem Butzbacher Marco Diehl ein spannendes Rennen lieferte, und bei den Frauen gewann Edna Kimaiyo ungefährdet in 2:48:23 Stunden. Beide Sieger sind Athleten des Sozialprojekts „Running for a better Life“ vom SSV Ulm.

Den meisten der rund 400 Marathon-Finisher (insgesamt rund 4.500 Anmeldungen für 10 Kilometer, Nord- und Südschleifen-Halbmarathon und Dreiviertelmararthon sowie für Kinder- und Jugendläufe) dürfte der Kampf um die letzte Sekunde ohnehin egal gewesen sein, denn was das Bottwartal ausmacht, ist die landschaftlich sehr ansprechende Strecke sowie die tolle Atmosphäre in den beteiligten Gemeinden Beilstein, Großbottwar, Murr und Oberstenfeld. Das Publikum in den Dörfern konkurriert untereinander um die beste Stimmung, und alle gemeinsam jubeln, rasseln, trommeln und feuern an, so dass man es am Rennsonntag noch bis nach Berlin, Hamburg oder Frankfurt hören kann.

Die diesjährige, achte Auflage des schwäbischen Laufevents zwischen Stuttgart und Heilbronn war laut Veranstalter von der Publikumsbeteiligung her die bisher beste. Kein Wunder - 18 Grad, blauer Himmel, viel Sonne, da blieb niemand auf dem Sofa, sondern es trieb die Menschen nach draußen zum Anfeuern. Ideales Ausflugswetter.

Und optimales Laufwetter, perfekt für einen gelungenen Saisonabschluss. Einen Marathon als „Genusslauf“ zu beschreiben, wäre zwar fast schon anmaßend, aber Genießer kamen auf der Nord- und Südschleife in diesem Jahr im Bottwartal sicherlich voll auf ihre Kosten. Im nächsten Jahr fällt der Startschuss übrigens nicht mehr wie gewohnt vor der Bottwartaler Winzer in Großbottwar, sondern in Steinheim. Termin: Mitte Oktober. Vormerken lohnt, denn diese Laufveranstaltung ist auch eine längere Anreise wert. Infos und Anmeldung unter www.bottwartal-marathon.de.

210 Höhenmeter durch die Weinberge sind auch von überzeugten Flachlandläufern locker zu meistern.

Bild: Andreas Nöst