Mutai und Jeptoo gewinnen

Sabrina Mockenhaupt Siebte beim New York-Marathon

Die Kenianer Geoffrey Mutai und Priscah Jeptoo haben den New York-Marathon gewonnen. Sabrina Mockenhaupt lief stark und erreichte den siebten Platz.

New-York-Marathon 2013 - Die Fotos
New-York-Marathon

Unterwegs beim New York-Marathon.

Bild: Norbert Wilhelmi

Die Kenianer Geoffrey Mutai und Priscah Jeptoo haben den New York-Marathon gewonnen. Bei kühlen und windigen aber trockenen Wetterbedingungen setzten sich damit jeweils die Favoriten durch. Mutai, der als Titelverteidiger angetreten war, erreichte nach 2:08:24 Stunden vor Tsegaye Kebede (Äthiopien/2:09:16) das Ziel. Dritter wurde überraschend der Südafrikaner Lusapho April (2:09:45), der im Mai den Hannover-Marathon gewonnen hatte.

Im Rennen der Frauen holte Priscah Jeptoo einen großen Rückstand auf und triumphierte in 2:25:07 Stunden vor der in New York lebenden Äthiopierin Buzunesh Deba (2:25:56). Dritte wurde Jelena Prokopcuka (Lettland) mit 2:27:47. Einen starken siebenten Rang erreichte in dem hochklassigen Feld Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg), die mit 2:29:10 die Norm für die Europameisterschaften 2014 klar unterbot. Zuletzt lief vor neun Jahren eine deutsche Topläuferin in New York unter die ersten Zehn: Luminita Zaituc kam 2004 auf Platz sechs. Die einzige deutsche Siegerin in New York, Uta Pippig, hatte das Rennen vor 20 Jahren gewonnen. Die Rekordzahl von 50.740 Läufern war am Sonntag beim größten Marathon der Welt an den Start gegangen.

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Bei Temperaturen von anfangs acht Grad Celsius verhinderten starke Windböen ein schnelles Rennen. Die große Männer-Spitzengruppe erreichte die 5-km-Marke erst nach 15:42 Minuten – ein Tempo, das auf eine Endzeit um 2:12:30 Stunden hindeutet. Nach einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 65:06 wurde das Tempo dann noch etwas schneller und neun Läufer bildeten die erste Gruppe: Neben Mutai, Kebede und April waren dies Stanley Biwott, Peter Kirui, Wesley Korir, Julius Arile (alle Kenia) sowie Jackson Kiprop und Olympiasieger Stephen Kiprotich (beide Uganda), der vor knapp drei Monaten auch Weltmeister wurde.

Es war immer wieder Geoffrey Mutai, der die Gruppe anführte. Der schnellste Marathonläufer aller Zeiten, der auf der nicht rekordtauglichen Strecke von Boston 2:03:02 Stunden gelaufen war und dann 2011 den New Yorker Streckenrekord auf 2:05:06 verbesserte, sorgte dann nach 33 km für eine Vorentscheidung. Als er das Tempo verschärfte, konnte ihm nur sein Landsmann Stanley Biwott folgen. Die anderen waren geschlagen. Doch der Paris-Marathon-Sieger übernahm sich mit dem Tempo. Ab Kilometer 36 fiel er zurück und wurde schließlich Fünfter mit 2:10:41.

Dash to the Finish Line 2013 - Die Bilder

Priscah Jeptoo auf den letzten Metern in New York.

Bild: photorun.net

„Stanley versuchte mir zu folgen, deswegen bin ich sehr konzentriert geblieben und habe weiter auf das Tempo gedrückt“, erzählte Geoffrey Mutai, nachdem er schließlich in 2:08:24 gewonnen hatte. „Einen Titel zu verteidigen ist viel schwerer als das erste Mal zu gewinnen“, erklärte Mutai, der aufgrund der wetterbedingten Absage des Rennens vor einem Jahr in New York als Titelverteidiger an den Start gegangen war. Der 32-jährige Kenianer widmete den Sieg seinem Manager Gerard van de Veen, der am Sonntag in New York Geburtstag hatte. Mutai verdiente sich neben der Siegprämie von 100.000 Dollar noch eine Zeitprämie von 25.000 Dollar.

Acht Kilometer vor dem Ziel war der Äthiopier Tsegaye Kebede Vierter, am Ende lief er im Central Park noch bis auf Rang zwei nach vorne (2:09:16). Einmal mehr bestätigte der aktuelle London-Marathon-Sieger, dass er in der Schlussphase schwer zu schlagen ist. „Ich wollte gewinnen, aber dann bekam ich ein Problem in der Wade, so dass ich den Kontakt zu den anderen zunächst verlor. Anschließend wurde es aber wieder besser, so dass ich noch ein paar Plätze nach vorne kam.“

Die große Überraschung war der drittplatzierte Lusapho April. Der Südafrikaner, der in Hannover mit 2:08:32 im Frühjahr einen Streckenrekord aufgestellt hatte, blieb auf der schweren Strecke ebenfalls noch unter 2:10 Stunden (2:09:45). „Ich bin sehr froh, dass ich Südafrika als Marathon-Nation in New York wieder ins Gespräch gebracht habe und den Spuren von Hendrik Ramaala folgen konnte“, sagte Lusapho April. Sein Landsmann Ramaala hatte 2005 in New York mit einer Sekunde Rückstand hinter Paul Tergat (Kenia) Platz zwei belegt.

Ganz anders war der Rennverlauf bei den Frauen. Hier hatten sich vom Start weg die beiden Äthiopierinnen Buzunesh Deba und Tigist Tufa Demisse an die Spitze gesetzt. Während das große Verfolgerfeld bummelte und anfangs ein 2:40-Stunden-Tempo einschlug, liefen die beiden davon. An der Halbmarathonmarke (1:12:38) hatten Deba und Tufa Demisse bereits einen Vorsprung von 3:22 Minuten – das war bei diesem Tempo fast schon ein Kilometer!

„Ich merkte, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Ich hätte den beiden Läuferinnen folgen müssen. Ich tat alles, um den Rückstand aufzuholen. Ich wusste, dass ich in sehr guter Form war und habe das Tempo deutlich erhöht, um die Äthiopierinnen möglichst noch vor der 40-km-Marke einzuholen – denn danach wäre es schwerer geworden, eine Lücke zu schließen“, erzählte Priscah Jeptoo. Die London-Marathon-Siegerin war kurz vor der 25-km-Marke angetreten und hatte damit die Gruppe der Verfolgerinnen auseinander gerissen. Zurück ließ sie in dieser Phase unter anderen die Weltmeisterin Edna Kiplagat (Kenia), die sich schließlich mit Rang neun in 2:30:04 zufrieden geben musste.

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Foto: Urs Weber, Britta Ost

New-York-Marathon 2013 Mocki

Bild: photorun.net

Sabrina Mockenhaupt lief ein starkes Rennen.

Nachdem Deba und Tufa Demisse die 30-km-Marke in 1:43:30 Stunden passiert hatten, folgte Jeptoo mit 1:45:20. Zwei Kilometer später löste sich Deba von der stets hinter ihr laufenden Konkurrentin, doch bald darauf bekam sie selbst Probleme. Magenkrämpfe ließen sie deutlich langsamer werden. Nach 35 km (2:01:05) betrug der Vorsprung nur noch 45 Sekunden. Kurz danach überholte Jeptoo bereits Tufa Demisse, und nach 38 km hatte sie schließlich auch Deba erreicht. Die Äthiopierin, die bereits vor zwei Jahren Zweite in New York war, konnte nicht mehr gegenhalten und war sofort geschlagen. „Ich hatte Magenprobleme, es war kalt und windig. Deswegen bin ich mit dem zweiten Platz zufrieden“, erklärte Buzunesh Deba, die im Ziel mit 2:25:56 noch einen deutlichen Rückstand zu Jeptoo hatte (2:25:07). Die Siegerin, die die zweite Hälfte in knapp unter 69 Minuten gelaufen war, verdiente sich ebenso wie Geoffrey Mutai insgesamt 125.000 Dollar. Mehrere Plätze gut machte in der Schlussphase des Rennens die frühere New York-Siegerin Jelena Prokopcuka (Lettland), die mit 2:27:47 noch auf Rang drei lief.

Sabrina Mockenhaupt lief taktisch genau richtig und kam so auf einen zuvor nicht erwarteten, starken siebenten Rang. Lange Zeit lag sie in der großen Verfolgergruppe hinter den beiden enteilten Äthiopierinnen. Dabei profitierte sie davon, dass diese Gruppe bei einem eher langsamen Tempo lange Zeit zusammenblieb. Nach 1:16:02 Stunden passierte Sabrina Mockenhaupt die Halbmarathonmarke in der zwölfköpfigen Gruppe. Als Priscah Jeptoo dann vor der 25-km-Marke das Tempo deutlich erhöhte, fiel die Gruppe auseinander. Sabrina Mockenhaupt lief nun zeitweilig gemeinsam mit Kim Smith (Neuseeland) sowie Diane Nukuri-Johnson (Burundi), und auch diese drei liefen schneller als zuvor. Als Zehnte passierte Sabrina Mockenhaupt die 30-km-Marke (1:46:29) und lag nun erstmals in einem Bereich unter 2:30. In der Folge überholte die 32-Jährige noch Kiplagat, Nukuri-Johnson und schließlich Tufa Demisse, so dass sie als Siebente in 2:29:10 ins Ziel kam.

„Ich kann es immer noch nicht glauben ... Platz sieben beim New York-Marathon“, schrieb Sabrina Mockenhaupt später auf ihrer Webseite. „Der starke Nordwind hat allen zu schaffen gemacht, und als wir bei der Hälfte in 1:16 Stunden durchgegangen sind, hatte ich eine gute Zeit schon längst abgeschrieben. Aber es ging auf der zweiten, schwierigeren Hälfte irgendwie doch. Ab 35 km war man auf sich alleine gestellt, deshalb bin ich besonders stolz auf meine Leistung.“

Ergebnisse, Männer:

Platzierung Name Land Zielzeit
1. Geoffrey Mutai KEN 2:08:24
2. Tsegaye Kebede ETH 2:09:16
3. Lusapho April RSA 2:09:45
4. Julius Arile KEN 2:10:03
5. Stanley Biwott KEN 2:10:41
6. Masato Imai JPN 2:10:45
7. Jackson Kiprop UGA 2:10:56
8. Peter Kirui KEN 2:11:23
9. Wesley Korir KEN 2:11:34
10. Daniele Meucci ITA 2:12:03
11. Yuki Kawauchi JPN 2:12:29
12. Stephen Kiprotich UGA 2:13:05


Frauen:

Platzierung Name Land Zielzeit
1. Priscah Jeptoo KEN 2:25:07
2. Buzunesh Deba ETH 2:25:56
3. Jelena Prokopcuka LAT 2:27:47
4. Christelle Daunay FRA 2:28:14
5. Valeria Straneo ITA 2:28:22
6. Kim Smith NZL 2:28:49
7. Sabrina Mockenhaupt GER 2:29:10
8. Tigist Tufa Demisse ETH 2:29:24
9. Edna Kiplagat KEN 2:30:04
10. Diane Nukuri-Johnson BDI 2:30:09
11. Risa Shigetomo JPN 02:31:54
12. Lisa Stublic CRO 02:34:49