Sieg und Rekord

Röthlin trumpfte in Zürich auf

Viktor Röthlin gewann den Zürich Marathon in neuer Schweizer Rekordzeit von 2:08:19 Stunden.

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Viktor Röthlin

Bild: Photo Run

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"Dieses Resultat ist die Bestätigung meiner EM-Silbermedaille von Göteborg", analysierte Viktor Röthlin nach dem Rennen über die 42,195 km um das untere Zürcher Seebecken, am rechten Seeufer entlang bis Meilen und wieder zurück. Dazu kam in der Anfangs- und der Endphase je einer Schlaufe durch die Innenstadt.

Der Sieg war aber nur das eine. Weit größeren Stellenwert maß der 32-Jährige der Zeit bei: 2:08:19-Stunden. Es ist dies die derzeit zweitbeste Marathon-Zeit des Jahres. Aber auch im ganzen letzten Jahr hätte sie in der Weltjahresbestenliste zu Position 23 gereicht, hinter 18 Afrikanern, einem Amerikaner, zwei Süd- und einem Osteuropäer. Und die 2:08:19 sind eine Zeit, die 28 Sekunden unter dem deutschen Rekord (von Jörg Peter) liegt. Somit hat sich der Kernser mit Wohnort La Neuveville endgültig als bester mitteleuropäischer Marathon-Spezialist etabliert.

Diese Zeit ist es, die ihm in Zukunft Türen öffnen dürfte. Um 1:37-Minuten unterbot er seine alte Bestmarke, die er in Zürich 2004 aufgestellt hatte. "Heutzutage sind 2:10-Stunden nicht mehr das Tor zur grossen Marathonwelt", sagt er, "es sind die 2:08." Mit seiner Zeit ist er in einen Bereich vorgestoßen, der ihn noch attraktiver macht bei Veranstaltern großer Städtemarathons wie New York, Boston, London, Paris oder Chicago.

Das Rennen in Zürich war nach dem Geschmack von Viktor Röthlin ausgerichtet geworden. Röthlin war denn auch des Lobes voll: "Meine Hasen machten einen hervorragenden Job." Sie partizipieren damit auch an des Siegers Erfolgsprämie. Nicht zuletzt aber profitierte Röthlin auch vom Kenyaner Paul Lomol Lopio, der lange Zeit alleine führte und für Röthlin bis Kilometer 35, als er ihn überholte, quasi als Zugpferd agierte. Lomol fiel schliesslich noch auf Rang drei zurück.

Bei den Frauen setzte sich die Russin Nina Podnebesnova in 2:36:59 Stunden durch. Beste Schweizerin wurde mit einem Rückstand von 7:49 Minuten wie im Vorjahr die Bernerin Maja Neuenschwander.

Generell entpuppte sich die fünfte Austragung des Zürich Marathon als Traumlauf. Tiefe angenehme Temperaturen, kein Regen und ein Zuschaueraufmarsch, wie ihn der Zürich Marathon noch nie erlebt hatte - Schätzungen der Polizei gehen von 40000 bis 50000 aus – begünstigen ein tolles Lauferlebnis. Bezahlt machten sich die Streckenänderungen in der Innenstadt und damit der weniger eckige Parcours auf dem Schlußabschnitt.

Von den gemeldeten 5829 Läuferinnen und Läufern nahmen 4860 die Herausforderung in Angriff, 4645 erreichten das Ziel – 3869 Männer und 776 Frauen. Die Ausfallquote war somit tiefer als fünf Prozent, so tief wie noch nie.