London 2012

Radcliffe will die Olympia-Medaille

"Ich will endlich ein gutes Resultat bei den Olympischen Spielen", erklärt Paula Radcliffe nachdrücklich in unserem großen Interview.

Paula Radcliffe

Paula Radcliffe, hier mit Haile Gebrselassie im Ziel des Wien-Marathons. Im Rahmen des Rennens war sie im April bei einem Halbmarathon-Verfolgungsrennen gegen Gebrselassie gelaufen, das der Äthiopier gewann.

Bild: photorun.net

Paula Radcliffe ist die schnellste Marathonläuferin aller Zeiten. Die 38-jährige Engländerin hält mit 2:15:25 Stunden den Weltrekord über die 42,195 km – eine Zeit, an die bisher keine andere Läuferin auch nur annähernd herangekommen ist. Bei Olympischen Spielen hatte Paula Radcliffe zuletzt zweimal Pech und konnte zuvor auch als 10.000-m-Läuferin keine Medaille gewinnen. In London nimmt sie im Sommer einen letzten Anlauf. Dazu gab Paula Radcliffe das folgende Interview.

Welche Ziele setzen Sie sich für den olympischen Marathon 2012 in London?

Paula Radcliffe: Es werden meine fünften Spiele sein und voraussichtlich die letzten für mich. Ich möchte Olympia in London genießen und endlich ein gutes Resultat bei den Spielen erreichen. Ich muss vor allem gesund bleiben, damit ich in der Lage bin, in London mein Bestes zu geben.

Die Konkurrenz ist in den vergangenen Jahren deutlich stärker geworden – es gibt eine Reihe von Läuferinnen, die Zeiten unter 2:20 Stunden gelaufen sind, auch in diesem Jahr.

Paula Radcliffe: Das ist natürlich richtig, aber das ist etwas, das außerhalb meiner Kontrolle liegt. Ich muss einfach für mich selbst sehen, dass ich mich so gut wie möglich vorbereite.

Sie sind in London nicht mehr in der Rolle der Favoritin, die Sie früher öfter hatten.

Paula Radcliffe: Bei Olympia an den Start zu gehen und zu sagen: du könntest gewinnen, aber du musst nicht gewinnen, das ist sicher besser für mich. Das macht es vielleicht etwas leichter. Gut ist auch, dass im britischen Team inzwischen auch noch andere da sind, die Medaillen gewinnen können. Es hängt nicht mehr alles an einer Person.

Wenn Sie in London im Sommer keine olympische Marathon-Medaille gewinnen würden ...

Paula Radcliffe: ... dann würde mir irgendwie etwas fehlen. Es wäre nicht die ganz große Enttäuschung, denn ich bin insgesamt sehr zufrieden mit meiner Karriere. Aber es würde eine kleine Lücke geben bei meinen Medaillen. Bei Olympischen Spielen konnte ich im Marathon bisher nie zeigen, was ich kann. Über 10.000 Meter war das anders, da ging nicht mehr.

Sollten Sie Platz drei erreichen – wäre das die größte Medaille Ihrer Karriere?

Paula Radcliffe: Das wäre zweifelsohne eine sehr wichtige Medaille für mich, aber nicht die größte meiner Karriere. Ich würde meine Goldmedaille im Weltmeisterschafts-Marathon von Helsinki 2005 höher bewerten. Bei den großen Titelkämpfen davor hatte ich eine Medaille immer wieder knapp verpasst. In Helsinki habe ich bewiesen, dass ich auch bei einer interkontinentalen Meisterschaft gewinnen kann.

Denken Sie daran, nach Olympia in London Ihre Karriere zu beenden?

Paula Radcliffe: Nein, auf keinen Fall. Ich plane, nach London 2012 weiter zu laufen.

Haile Gebrselassie hat bei einer Pressekonferenz im Rahmen des Wien-Marathons erklärt, Sie sollten nach Ihrer Karriere als Trainerin arbeiten. Können Sie sich das vorstellen?

Paula Radcliffe: Ich weiß noch nicht, was ich nach meiner Karriere machen werde. Allerdings will ich auf jeden Fall im Sport bleiben. Denn die Leichtathletik hat mir viel gegeben, so dass ich gerne etwas zurückgeben möchte. Wenn man als Trainerin arbeitet, muss man sehr viel reisen, in die verschiedenen Trainingslager oder auch zu den Wettkämpfen. Das ist etwas, was ich eher nicht machen möchte, denn ich will Zeit haben für meine Familie. Eher könnte ich mir vorstellen, für den internationalen Leichtathletik-Verband IAAF tätig zu werden, vielleicht im Bereich Anti-Doping. Ich bin nach wie vor sehr leidenschaftlich im Anti-Doping-Kampf. Es gab in diesem Bereich zwar Fortschritte, aber es ist immer noch viel zu tun.

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