Newcomer siegt

Prag-Marathon mit zwei Streckenrekorden

Der bislang unbekannte Kenianer Eliud Kiptanui gewann den Prag-Marathon in einer Weltklassezeit.

Eliud Kiptanui (Mitte) gewann den Prag-Marathon vor Yemane Tsegay (links) und Nicholas Koech.

Eliud Kiptanui (Mitte) gewann den Prag-Marathon vor Yemane Tsegay (links) und Nicholas Koech.

Bild: Veranstalter

Bei strahlendem Sonnenschein mit Temperaturen um 12 Grad Celsius und nur sehr schwachem Wind waren die Bedingungen für ein schnelles Rennen beim 16. Prag-Marathon optimal. Mit Spannung erwarteten 7.900 Teilnehmer – 30 Prozent mehr als im Vorjahr – sowie ein Weltklassefeld von über 55 Topathleten den Start auf dem Altstädter Ring mitten in Prags historischem Stadtzentrum. Den Startschuss gab Bürgermeister Pavel Bem.

Die Veranstalter des Prag-Marathons, die ein Elitestarterfeld von höchster internationaler Klasse zusammengestellt hatten, erwarteten ein hohes Tempo der Läufer, von denen zwölf bereits Bestleistungen von unter 2:10 Stunden vorweisen konnten, sechs von ihnen sogar unter 2:09 Stunden. Vor dem Rennen galten Titelverteidiger und Streckenrekordhalter Patrick Ivuti aus Kenia, sein Landsmann Sammy Korir sowie der Äthiopier Yemane Tsegay als die Favoriten, wurden aber allesamt überrascht.

Denis Ndiso aus Kenia erreichte die 10-Kilometer-Marke nach 29:13 Minuten mit rund 48 Sekunden Vorsprung auf die 17 Mann starke Verfolgergruppe, in der sich alle Favoriten aufhielten. Diese Gruppe passierte Kilometer zehn in 30:01 Minuten und bereits da war klar, dass sie mit ihrem Tempo auf einen neuen Kursrekord zusteuerten. Nach der ersten Rennhälfte führte Ndiso immer noch in 1:02:33. Die daraus prognostizierte Zielzeit von 2:05:06 Stunden war allerdings zu ambitioniert für den Läufer, der mit einer persönlichen Bestleistung von 2:12:33 Stunden angereist war.

Die Verfolgergruppe mit den Favoriten, die mittlerweile auf zehn Athleten geschrumpft war, passierte die Halbmarathonmarke in 1:03:18 Stunden. Nach etwa 30 Kilometern erarbeiteten sich der junge Kenianer Eliud Kiptanui sowie die Äthiopier Getu Feleke und Yemane Tsegay einen vier Sekunden großen Vorsprung auf Nicholas Koech aus Kenia. Bald schon konnte Tsegay dem Tempo nicht mehr folgen, und nach 35 Kilometern verschärfte Kiptanui die Gangart nochmals, um sich sehr schnell von Feleke abzusetzen.

Kiptanui hatte zuvor nur eine Marathonbestzeit von 2:12:17 Stunden aufzuweisen. Diese lief er allerdings unter Höhenbedingungen bei einem Marathon in Kenia, so dass sein wahres Leistungsvermögen bislang nicht bekannt war. Nach 40 Kilometern war Kiptanui allein auf weiter Flur und machte einen starken Eindruck, so dass die einzige offene Frage war, um wieviel der 20-jährige den Streckenrekord unterbieten würde. Die Antwort darauf lieferte er kurze Zeit später, als er die Ziellinie in herausragenden 2:05:39 Stunden überquerte. Damit blieb er um mehr als zwei Minuten unter dem alten Kursrekord und lief die weltweit sechstschnellste Zeit in diesem Jahr – eine Zeit, die in Prag tags zuvor noch undenkbar schien.

Yemane Tsegay erholte sich so weit, dass er das Rennen als Zweiter in starken 2:07:11 Stunden beenden konnte und ebenfalls noch unter dem alten Streckenrekord blieb wie auch der drittplatzierte Nicholas Koech in 2:07:23 Stunden.

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