Ein großes Familienfest

Peter-Wieneke-Geburtstags-Marathon

Schon zum 46. Mal wurde in Hamburg rund um den Öjendorfer See ein Marathon ausgetragen.

Peter-Wieneke-Geburtstags-Marathon

Das Feld kurz nach dem Start.

Bild: Veranstalter

Häufig geht es bei Läufen um Starläufer, Streckenrekorde und persönliche Bestzeiten. Nicht so bei den vom Hamburger „100 Marathon Club“ ausgerichteten Marathonläufen, die in der Regel rund um den Öjendorfer See ausgetragen werden. Am 28.12. wurde bereits das 46. Laufevent rund um den Öjendorfer See ausgetragen.

Diesmal waren insgesamt 137 Läufer über die drei Distanzen (11,33 km, 22,66 km und Marathon) bei 6 Grad kaltem, aber überwiegend trockenem Wetter am Start. Davon beendeten immerhin 97 Läufer trotz gut gefüllter Weihnachtsbäuche den Marathon zwischen den Jahren. Die Tatsache, dass man sich in Öjendorf die Zeit nehmen kann, die man benötigt, lockte sogar Läufer aus der Schweiz an. Über Marathon siegte in 3:11:11 Stunden bei den Männern Sven Peemöller (Seriensieger in Öjendorf, er hat hier bereits 11 Siege errungen) und bei den Frauen Britta Giesen in 3:27:21 Stunden.

Das Motto „Geringes Startgeld bei exzellentem Service“ spricht sich anscheinend in der Läuferszene herum. Neben einer hervorragenden Verpflegung während des Laufes erhielten die Aktiven diesmal zum Jahresabschluss vom Veranstalter nach dem Lauf noch Erbsensuppe mit Würstchen und einen Berliner. Am Verpflegungsstand wurden von netten Helfern permanent Obst und Getränke hergerichtet, sodass beim Anblick des herrlichen Buffets das Weiterlaufen von Runde zu Runde schwerer fiel.

Die gesamte Veranstaltung verlief in einer tollen Atmosphäre: Alt und Jung motivierten sich immer wieder gegenseitig. Es war dieses Miteinander, dieses nicht Gegeneinander, was so sehr auffiel. Öjendorf hat gezeigt, wie einfach das sein kann. Nur einer trieb quer und lief gegen den Strom, oder besser gesagt: mit dem Strom, aber anders herum. Der Rückwärtsläufer Ralf Klug nutzte den Öjendorf-Marathon als Saisonschluss und als Trainingseinheit für den 100 km Lauf in Biel (Schweiz) am 8.6.2012.

Ralf Klug auf dem Marathonkurs am Öjendorfer See.

Bild: Veranstalter

Trotz eines Hexenschusses, den er sich zwei Tage vor dem Lauf eingefangen hatte, war Ralf Klug in Öjendorf angetreten, um so weit wie möglich zu kommen. Denn er hatte einen Sponsor gefunden hatte, der seine Leistung mit einem Kilometer-Geld für jeden rückwärts absolvierten Kilometer für ein soziales Projekt honorierte. Dieses Sponsoring für einen guten Zweck beflügelte ihn so sehr, dass er trotz der durch die Rückenverspannung nicht ganz optimalen Laufbedingungen die komplette Marathon-Distanz bewältigte. Die Firma Otto Wulff aus Ahrensburg lässt dem „Hamburger Familienhafen“ für diese Leistung 840 Euro zukommen.

Man darf gespannt sein, was aus seinem Projekt „Biel 2012 rückwärts“ wird. Zusammen mit dem Präsidenten des Organisationskomitees Jakob Etter hat er bereits den schwierigsten Streckenabschnitt, den sogenannten „Ho Chi Minh Pfad“, rückwärts absolviert. Vielen Ultralangstreckenläufern ist dieser Streckenabschnitt ein Begriff und wird von vielen bereits im „Vorwärtsgang“ gefürchtet. Fragt man Klug nach seiner Motivation, warum er rückwärts läuft, sagt er: „Beim Rückwärtslaufen sieht man, was man geschafft hat und was man zurück lässt und erreicht doch sein Ziel“.