Erneute Änderung

Paula Radcliffes und Irina Mikitenkos Rekorde gelten wieder

Ab sofort gelten die alten Marathon-Rekorde bei den Frauen wieder, also Radcliffes 2:15:25 Stunden als Weltrekord und Mikitenkos 2:19:19 als deutscher Rekord.

Paula Radcliffe

Paula Radcliffes Marathon-Traumzeit, die sie beim London-Marathon 2003 erreichte, gilt wieder offiziell als Weltrekord.

Bild: photorun.net

Die schnellste je gelaufene Marathonzeit bei den Frauen gilt nun doch wieder offiziell als Weltrekord: Die Britin Paula Radcliffe war 2003 in London 2:15:25 Stunden gelaufen. Die Rückkehr zum eigentlichen Weltrekord gab der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) jetzt bekannt. Die IAAF hatte während der nur alle zwei Jahre stattfindenden Kongresssitzung im August beschlossen, diese Zeit nicht mehr anzuerkennen, da sie in einem gemischten Rennen mit Männern erzielt worden war. Das Gros der internationalen City-Marathonläufe sind so genannte „gemischte Eliterennen“, bei denen die Frauen gemeinsam mit den Männern starten. Als neuen Weltrekord wollte die IAAF jene Zeit von Paula Radcliffe führen, die die Britin 2005 in London erzielte (2:17:42). Damals starteten die Frauen, so wie auch zuletzt in der britischen Metropole, zeitlich deutlich vor den Männern, so dass es sich um ein reines Frauen-Eliterennen handelt.

In der Folge der IAAF-Entscheidung aus dem Sommer, hätten auch die meisten kontinentalen und nationalen Frauen-Marathonrekorde keinen Bestand mehr gehabt. So lief zum Beispiel Irina Mikitenko (SC Gelnhausen) 2008 in Berlin als erste und weiterhin einzige deutsche Läuferin unter 2:20 Stunden. In dem traditionell gemischten Rennen war sie nach 2:19:19 im Ziel. Ihr nationaler Rekord wäre nun auf 2:22:11 Stunden (gelaufen in London 2009) degradiert worden. „Als ich davon hörte, dachte ich zunächst, das sei ein Witz“, erklärte Irina Mikitenko. Die Regelung hätte den gesamten Straßenlauf betroffen: Auch der 25-km-Weltrekord von Mary Keitany, die bei den Big 25 Berlin im vergangenen Jahr 1:19:53 Stunden gelaufen war, wäre zum Beispiel gestrichen worden. Ebenso wie Irina Mikitenko reagierte auch Paula Radcliffe mit Unverständnis auf die Regeländerung durch den IAAF-Kongress. Sie erklärte dies auch in einem persönlichen Gespräch mit dem IAAF-Präsidenten Lamine Diack im Oktober und war eine der Initiatoren einer internationalen Kampagne mit dem Motto „History Stands“.

Während die prinzipielle Entscheidung des IAAF-Kongresses erst bei der nächsten Sitzung des Gremiums im Sommer 2013 rückgängig gemacht werden kann, hat das Council des Weltverbandes nun reagiert. Die neue Regelung des Kongresses wurde nach einer Empfehlung der Wettkampfkommission demnach so ausgelegt, dass bestehende Rekorde weiterhin anerkannt werden. Allerdings gilt nach wie vor, dass alle zukünftigen Frauenrekorde im Straßenlauf lediglich bei reinen Frauenrennen anerkannt werden können.

Gegen diese Regelung haben sich sowohl die Association of International Marathons and Distance Races (AIMS) als auch die World Marathon Majors (WMM) ausgesprochen. Die WMM, zu denen Berlin, Boston, London, Chicago und New York gehören, plädieren für die offizielle Wertung von zwei Weltrekorden – aus gemischten Rennen und reinen Frauenläufen.

An dem Standpunkt von AIMS und der WMM wird sich nichts ändern. Insofern wird das Thema bei der nächsten IAAF-Kongresssitzung 2013 sicherlich erneut zur Abstimmung kommen. Immerhin verbuchen Athleten und Veranstalter bis dahin einen Teilerfolg: alle bisherigen Rekorde behalten ihre Gültigkeit.

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