Nagoya-Marathon

Olympiasiegerin Noguchi mit starkem Comeback

Die Japanerin Ryoko Kizaki gewann in 2:23:34 Stunden den Nagoya-Marathon. Olympiasiegerin Noguchi feierte in 2:24:05 Stunden ein starkes Comeback.

Mizuki Noguchi

Mizuki Noguchi jubelt in Nagoya über Platz drei.

Bild: photorun.net

Die Japanerin Ryoko Kizaki hat nach einem spannenden Rennverlauf den Nagoya-Marathon gewonnen. Mit 2:23:34 Stunden stellte sie ebenso eine persönliche Bestzeit auf wie die zweitplatzierte Äthiopierin Berhane Dibaba (2:23:51). Doch die Geschichte des Rennens lieferte die Drittplatzierte: Mizuki Noguchi, die Marathon-Olympiasiegerin von Athen 2004, erreichte nach einem starken Rennen mit 2:24:05 Stunden eine Zeit, mit der sie gute Chancen hat, für Japans Weltmeisterschafts-Team nominiert zu werden. Die Titelkämpfe finden im August in Moskau statt. Vierte wurde in Nagoya Jelena Prokopcuka (Lettland) mit 2:25:46.

Eine sechsköpfige Spitzengruppe hatte die Halbmarathonmarke bei guten Wetterbedingungen nach 1:11:32 Stunden erreicht. Wie die „Japan Running News“ berichten, fiel in der Folge dann unter anderen auch Georgina Rono zurück, die sich im vergangenen Jahr in Frankfurt auf 2:21:39 Stunden gesteigert hatte. Die Kenianerin gab später auf. An der Spitze entwickelte sich ein Dreikampf mit den Japanerinnen Ryoko Kizaki und Mizuki Noguchi sowie der Äthiopierin Berhane Dibaba, die nicht verwandt ist mit der 10.000-m-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba.

Nach einer 30-km-Zwischenzeit von 1:41:54 Stunden setzte sich zunächst Berhane Dibaba etwas ab, doch dann holte Mizuki Noguchi den Vier-Sekunden-Rückstand auf und übernahm 10 km vor dem Ziel die Spitze. Die Olympiasiegerin konnte das Tempo aber nicht halten. Nach gut 35 km gingen Dibaba und Kizaki wieder vorbei. Die Äthiopierin ergriff die Initiative, doch sie konnte sich nicht entscheidend von der Japanerin lösen. Rund zwei Kilometer vor dem Ziel setzte sich die 27-jährige Ryoko Kizaki ab. Mit einer Bestzeit von 2:26:32 Stunden an den Start gegangen, schaffte sie durch die Steigerung die umkämpfte japanische WM-Qualifikation. „Ich war vor dem Rennen so nervös, dass ich die letzte Nacht überhaupt nicht schlafen konnte. Aber beim Laufen war ich dann ganz entspannt“, sagte Ryoko Kizaki, die im vergangenen Jahr beim olympischen Marathon Rang 16 belegt hatte.

Für Moskau nominiert werden könnte aber auch Mizuki Noguchi. Die Entscheidung fällt nach dem London-Marathon im April. Die inzwischen 34-Jährige hatte vor zehn Jahren bei der WM in Paris bereits Silber im Marathon gewonnen. Ein Jahr später lief sie dann zum olympischen Triumph, unter anderen gegen die große Favoritin Paula Radcliffe (Großbritannien). 2005 stellte Mizuki Noguchi beim Berlin-Marathon mit 2:19:12 Stunden einen Asien- sowie Streckenrekord auf. Beide Bestzeiten haben nach wie vor Bestand. Noch heute ist Mizuki Noguchi mit dieser Zeit die sechstschnellste Marathonläuferin aller Zeiten. Seit Jahren kämpfte Mizuki Noguchi mit immer neuen Verletzungsproblemen, so dass sie von 2008 bis 2011 bei keinem Marathon mehr ins Ziel kam. Vor einem Jahr meldete sie sich dann mit einem sechsten Rang in 2:25:33 in Nagoya zurück. Am Sonntag zeigte sie ein deutlich stärkeres Rennen.

„Zum ersten Mal seit Jahren fühle ich mich bereit für ein gutes Rennen“, wurde Mizuki Noguchi vor dem Start von den „Japan Running News“ zitiert. Im Ziel sagte die Japanerin: „Ich wollte unter 2:24 Stunden laufen, so dass das Rennen in der zweiten Hälfte ein Lauf gegen die Uhr wurde.“ Fünf Sekunden fehlten am Ende, doch vielleicht kann sie im Sommer bei der WM starten.