Dopingskandal

Olympia-Sperre für Kenias Lauf-Stars unwahrscheinlich

Kenias Läufer stehen unter verschärfter Beobachtung der IAAF, ob sie bei Olympia starten dürfen hängt vom IOC ab.

18052016 Kenia Dopingskandal

Geoffrey Kamworor (vorne), hier bei einem Crossrennen in Kenia, wird als Marathonläufer sowohl von der IAAF als auch von den World Marathon Majors in Kenia getestet.

Bild: photorun.net

Deutlich mehr Dopingkontrollen statt eine General-Sperre - so reagiert der internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) auf die Situation in Kenia. Die World Anti-Doping-Agency (WADA) hatte in der vergangenen Woche Kenias neue Anti-Doping-Gesetzgebung als „nicht konform gehend“ mit den Richtlinien der WADA eingestuft. Dies kam überraschend, nachdem die Kenianer zuvor ein Anti-Doping-Gesetz verabschiedet hatten. Die WADA-Bekanntgabe löste Spekulationen aus über eine mögliche Sperre gegen den kenianischen Leichtathletik-Verband Athletics Kenya (AK), die für die Athleten die Olympischen Spiele aber auch die Leichtathletik-Meetings sowie die hochkarätigen Herbst-Straßenläufe betreffen könnte.

Wahrscheinlich keine Olympia-Sperre für Kenias Top-Läufer

Doch es ist eher unwahrscheinlich, dass die IAAF den kenianischen Verband sperrt und damit ist wohl auch nicht mit einem Startverbot durch das Internationale Olympischen Komitee (IOC) für die Spiele in Rio zu rechnen. Auf Nachfrage erklärte die IAAF: „Die Entscheidung der WADA, die neue kenianische Anti-Doping-Organisation als nicht konform gehend mit dem internationalen Anti-Doping-Code einzustufen - nachdem die entsprechende Gesetzgebung nicht zum vereinbarten Zeitpunkt umgesetzt wurde -, reflektiert einmal mehr die Sorge der IAAF bezüglich des Levels des Engagements im nationalen Anti-Doping-Kampf in Kenia. Deswegen hatte das Council der IAAF im März Athletics Kenya auf eine Beobachtungs-Liste gesetzt, um sicherzustellen, dass das nationale Anti-Doping-Programm bis zum Ende dieses Jahres deutlich gestärkt wird. Entsprechend der IAAF-Regel 30.6 bleiben Kenias Athleten während des Beobachtungs-Prozesses sowohl national als auch international startberechtigt. Was Kenias Olympiateilnahme in allen Sportarten betrifft, weist die IAAF darauf hin, dass die WADA ihre Entscheidung an das IOC und die UNESCO weitergegeben hat, damit diese beraten und agieren können.“

Kenia ist nicht der größte Problemfall des IAAF

Neben Kenia sind zurzeit auch Mexiko und Spanien von der WADA eingestuft als „nicht konform gehend“ mit den internationalen Anti-Doping-Regeln. Polen wurde zudem eine Frist von einigen Monaten gesetzt, um die Regeln zu erfüllen. Nach wie vor durch die IAAF gesperrt ist der russische Verband, der in den größten Dopingskandal der Sportgeschichte verwickelt ist. Während in Russland reihenweise Weltklasseathleten des Dopings überführt wurden, ist das in Kenia nicht der Fall. Von den vielen prominenten Topläufern sind es bisher nur sehr wenige, die positiv getestet wurden - meist betrifft es Athleten aus der zweiten oder dritten Reihe.

Die IAAF wird durch die World Marathon Majors unterstüzt

Wohl auch deswegen setzt die IAAF auf verstärkte Kontrollen - und erhält dabei auch Unterstützung durch das Doping-Kontrollprogramm der World Marathon Majors (WMM). „Keine Eliteathleten eines anderen Landes werden von der IAAF öfter getestet als die Kenianer. Seit dem 1. Oktober 2015 gab es 621 Tests, darunter 342 Trainingskontrollen, durch die IAAF bei kenianischen Athleten“, erklärte der Welt-Verband. Kenias Top-Marathonläufer dürften zurzeit zu den am meisten getesteten Sportlern der Welt zählen. Denn neben den Dopingkontrollen der IAAF kommen jene der WMM hinzu. Im Kampf gegen Doping haben die großen Marathonrennen von Boston, London, Berlin, Chicago, New York und Tokio ihr eigenes Kontrollprogramm initiiert. Etwa 150 Athleten - darunter rund 100 Ostafrikaner - gehören zum WMM-Testpool. Diese Athleten werden mindestens sechsmal im Jahr im Training kontrolliert, erklärten die WMM.

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