Geschichte

Olympia-Marathon 1908: Dramatik kurz vor dem Ziel

Diese Geschichte aus dem Jahr 1908 zeigt, wie entscheidend doch die letzten 195 m nach den 42 km sein können.

Olympische Fackel 2012

Nach 1908 und 1948 finden 2012 die dritten Olympischen Spiele in London statt.

Bild: London 2012

Der olympische Marathon von London 1908 ist vor allem jedoch aufgrund seines dramatischen Rennverlaufes in Erinnerung geblieben. Vor Zuschauermengen, wie es sie im Sport zuvor noch nie gegeben hatte, spielte sich auf der Strecke zwischen Windsor und dem Ziel im White City Stadium im Stadtteil Shepherd’s Bush ein olympisches Drama ab. Und wenn die Strecke nicht um jene 195 Meter bis zur königlichen Loge verlängert worden wäre, hätte der Sieger nicht John Hayes (USA) sondern Dorando Pietri geheißen. Der italienische Bäcker lag in dem Hitzerennen mit Temperaturen von gut 25 Grad Celsius lange Zeit in Führung und erreichte als erster das Stadion. Vollkommen erschöpft, lief er in die falsche Richtung. Nachdem ihm der richtige Weg gewiesen worden war, brach er zusammen, stand wieder auf und taumelte weiter Richtung Ziellinie. Insgesamt fünfmal fiel Dorando Pietri zu Boden, und als dann der erste Verfolger, John Hayes, das Stadion erreichte, konnten es einige Offizielle nicht mehr mit ansehen. Sie führten den Italiener über die Ziellinie, was natürlich zur Folge hatte, dass Dorando Pietri disqualifiziert wurde. Der Sieger hieß John Hayes in 2:55:18,4 Stunden. Diese Zeit wurde später als erste Weltbestzeit im Marathon (Weltrekorde führt die IAAF offiziell erst seit 2003) nachträglich anerkannt.

Weiterlesen

Seite 2 von 5
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Olympia-Marathon 1948


Olympische Spiele 2012 in London: