Tokio-Marathon

Nur Platz vier für Haile in Tokio

Haile Gebrselassie musste sich beim Tokio-Marathon mit Platz vier in 2:08:17 Stunden zufrieden geben. Es siegte der Kenianer Michael Kipyego in 2:07:37 Stunden.

Haile Gebrselassie

Haile Gebrselassie

Bild: photorun.net

Haile Gebrselassie hat die Olympia-Qualifikation beim Tokio-Marathon verpasst. Der 38-jährige Ausnahmeläufer musste sich am Sonntag mit Platz vier in 2:08:17 Stunden zufrieden geben und liegt damit in der äthiopischen Jahresbestenliste lediglich auf Rang 16, obwohl einige seiner Landsleute erst noch bei anderen City-Marathonrennen laufen werden. Ein Ergebnis um 2:05 Stunden wäre nötig gewesen, um eine Chance für einen Marathonstart bei den Olympischen Spielen in London am 12. August zu haben. Der Olympia-Marathon war das letzte große Ziel von Haile Gebrselassie, den viele als größten Läufer aller Zeiten ansehen.

Über 10.000 m hat der Äthiopier zwei olympische Goldmedaillen gewonnen (1996 und 2000), im Marathon ging er bisher nie bei den Spielen an den Start. 2008 verzichtete er auf das Rennen bei Olympia in Peking, da er gesundheitliche Risiken aufgrund der schlechten Luft in Chinas Metropole befürchtete. Diese Angst erwies sich im Nachhinein als unbegründet, jedoch brach Haile Gebrselassie dann wenige Wochen später beim Berlin-Marathon den Weltrekord. Seine Zeit von 2:03:59 Stunden wurde im vergangenen Jahr in Berlin von Patrick Makau (Kenia/2:03:38) unterboten.

Doch vielleicht ist das Rennen um einen olympischen Startplatz für Haile Gebrselassie auch nach der Enttäuschung von Tokio noch nicht vorbei. „Ich könnte in zwei Wochen wieder bei einem Marathon an den Start gehen, denn ich fühlte mich hier fantastisch während der ersten 30 Kilometer. Dann bekam ich jedoch Rückenprobleme im letzten Teil der Strecke“, erklärte Haile Gebrselassie, der sagte, dass er bereits morgens ein leichtes Rückenproblem gespürt hatte. Gleiches war ihm 2010 auch in Dubai passiert. Dort gewann er damals das Rennen trotzdem in 2:06:09 Stunden.

Viel Zeit bleibt Haile Gebrselassie nicht mehr, um eine Qualifikationszeit im Bereich von möglichst unter 2:05 Stunden zu laufen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass er es noch schafft. In Frage käme für ein solches Vorhaben wohl am ehesten der Rotterdam-Marathon am 15. April. Gute Erfahrungen hat er allerdings im vergangenen Jahr beim Wien-Marathon gemacht, wo er das Rennen über die halbe Distanz gewann. Dieser Lauf findet ebenfalls am 15. April statt, allerdings ist die Strecke nicht ganz so schnell wie in Rotterdam. Er habe das Rennen um einen Olympia-Startplatz noch nicht aufgegeben, erklärte Haile Gebrselassie in Tokio. Selbst wenn er es tatsächlich schaffen sollte, im April oder Anfang Mai noch eine entsprechende Zeit zu laufen, hätte dieser Kraftakt sicherlich negative Folgen auf die ohnehin knappe Vorbereitungszeit für London.

„Manchmal bist du vielleicht etwas überambitioniert. So etwas kann passieren“, sagte Haile Gebrselassie, der nach einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 62:51 Minuten an der 30-km-Marke gemeinsam mit seinem Landsmann Hailu Mekonnen, der am Ende als Achter in 2:09:59 Stunden ins Ziel kam, in Führung lag. Mit der Zwischenzeit von 1:29:07 Stunden lagen die beiden nach 30 km auf Kurs für eine Endzeit von rund 2:05 Stunden. Doch in Führung liegend, bekam Haile Gebrselassie auf einem abfallenden Streckenabschnitt dann nach 36 km Probleme und wurde deutlich langsamer.

Von hinten kam der Kenianer Michael Kipyego immer dichter an Haile Gebrselassie heran und überholte ihn schließlich. „Nach 30 Kilometern hätte ich nicht gedacht, dass ich Haile noch überholen könnte“, sagte Michael Kipyego, der in 2:07:37 Stunden gewann. „Auch wenn ich ihn heute geschlagen habe, kann ich mich nie mit Haile vergleichen. Er ist der König des Marathons.“

Mit einer persönlichen Bestzeit von 2:07:48 Stunden wurde der Japaner Arata Fujiwara Zweiter. Er schaffte damit die auch in Japan stark umkämpfte Olympia-Qualifikation. Rang drei belegte Stephen Kiprotich (Kenia) mit 2:07:50. Hinter Haile Gebrselassie lief der Schweizer Viktor Röthlin als Fünfter ein starkes Rennen in 2:08:32. Sein Kursrekord von 2:07:23 Stunden hat damit weiterhin Bestand.

Einen Streckenrekord gab es dagegen bei den Frauen. Hier setzte sich die Äthiopierin Atsede Habtamu, die 2009 bereits den Berlin-Marathon gewonnen hatte, mit 2:25:28 Stunden durch. Die Zeit wird jedoch nicht reichen für eine Olympia-Nominierung. Zweite wurde ihre Landsfrau Yeshi Esayias (2:26:00). Rang drei belegte Helena Kirop (Kenia/2:26:02), auf Platz vier folgte Eri Okubo (Japan/2:26:08).

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