"Mocki" in Berlin

Nie daran gedacht einen Marathon zu laufen

Sabrina Mockenhaupt

Bild: photorun.net

Wenn Sie früher Marathonläufe im Fernsehen gesehen haben – haben Sie daran gedacht, eines Tages selber einen zu laufen?

Sabrina Mockenhaupt: Ich fand diese Leistung bewundernswert, aber ich habe nie daran gedacht, eines Tages selber einmal Marathon zu laufen. Ich hatte Talent zum Laufen, aber meine Eltern haben das nie forciert. Erst mit 16 Jahren begann ich ernsthaft mit dem Laufen und zu dieser Zeit habe ich zum ersten Mal daran gedacht, dass ich einmal einen Marathon laufen könnte.

Ursprünglich hatten Sie ja im vergangenen Jahr schon einen schnellen Herbstmarathon geplant und wären wahrscheinlich in Berlin gestartet. Der Bundestrainer überredete Sie dann 2009 zum Marathon-WM-Start. Haben Sie das Gefühl, im Marathon ein Jahr verloren zu haben?

Sabrina Mockenhaupt: Das stimmt, ich wollte 2009 eigentlich einen schnellen Herbstmarathon laufen. Und da das nicht klappte, ist meine Bestzeit jetzt schon zwei Jahre alt. Nach der WM bin ich noch in Köln gelaufen. Ich wollte das unbedingt, aber es war eine Fehlentscheidung. Das war nicht gut für meine Knochen. Doch es bringt nichts, sich jetzt über die Vergangenheit zu ärgern. Ich muss aus Fehlern lernen und es in der Zukunft besser machen. Ich werde mir aber nicht mehr reinreden lassen.

Sie haben sich in diesem Jahr frühzeitig entschieden in Berlin zu laufen und sich wohl noch nie so langfristig und umfangreich auf ein Rennen vorbereitet.

Sabrina Mockenhaupt: Es war klar, dass ich irgendwann den Berlin-Marathon laufen würde. Deswegen habe ich das dieses Jahr schon im April so geplant. Jetzt wird es Zeit, dass das Rennen kommt, denn ich will endlich laufen. Mit Blick auf Berlin habe ich schon vor der EM auf einige Wettkämpfe verzichtet. Was den maximalen wöchentlichen Trainingsumfang betrifft, bin ich nicht viel mehr gelaufen als früher. Die 200 Kilometer pro Woche habe ich nicht ganz geschafft. Aber man muss das auch nicht erzwingen, denn ich habe sehr hart trainiert und habe ja auch eine gute Grundschnelligkeit. Knapp über 190 km bin ich maximal in einer Woche gelaufen. Durch die langfristige Vorbereitung bin ich in diesem Jahr aber insgesamt rund 10 Prozent mehr gelaufen als 2009.

Waren Sie nach Ihrem Rennen bei den Europameisterschaften (6. Platz über 10.000 m Ende Juli) noch im Höhentraining?

Sabrina Mockenhaupt: Leider hatte ich nach dem 10.000-m-Rennen in Barcelona eine Erkältung und daher war es zu riskant, in die Höhe zu fahren. Eigentlich hatten wir geplant, nach St. Moritz zu fahren. Stattdessen habe ich dreieinhalb Wochen in Fleesensee (Mecklenburgische Seenplatte) trainiert. Dort haben wir jeden Tag vernünftig genutzt. In der gesamten Vorbereitung bin ich sechsmal 35 km am Stück gelaufen. Wobei wir einmal in Fleesensee den Weg verfehlten, so dass es am Ende sogar 38 waren.

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