BMW Berlin-Marathon 2012

Neue Rekordjagd beim „Weltrekord-Marathon“ mit über 40.000 Läufern

Am Sonntag werden 40.000 Läufer beim 39. BMW Berlin-Marathon an den Start gehen. Die Top-Läufer werden einen neuen Weltrekord anstreben.

Berlin-Marathon

Durch das Brandenburger Tor und dann ins Ziel zu laufen, das ist das Ziel für 40.000 Athleten am Sonntag.

Bild: photorun.net

In Berlin wird am Sonntag die 39. Auflage des mit Abstand größten und spektakulärsten deutschen Marathonlaufes gestartet. Um 9 Uhr beginnt der BMW Berlin-Marathon, der mit den Rennen von Boston, London, Chicago und New York die World Marathon Majors (WMM) formt. 40.987 Läufer aus über 100 Nationen gehen an den Start, n-tv und Eurosport übertragen jeweils live.

Der BMW Berlin-Marathon steht international seit Jahren vor allen Dingen für superschnelle Zeiten: Vier Männer-Weltrekorde wurden in den vergangenen neun Rennen aufgestellt. Möglich war dies zum einen, weil sich der Männer-Marathon insgesamt sehr stark entwickelt hat. Entscheidend für Berlin waren jedoch die schnelle Strecke, die meist sehr guten Wetterbedingungen, die enorme Zuschauerunterstützung und die für die Topathleten erstklassige Organisation des Rennens mit immer wieder sehr starken Tempomachern.

Die besten Läufer der Welt wissen längst, dass sie in Berlin sehr gute Chancen haben, Rekorde und persönliche Bestzeiten aufzustellen. Das gilt selbstverständlich auch für Geoffrey Mutai. Der Kenianer wird am Sonntag die nächste Berliner Weltrekordjagd starten. Erst im vergangenen Jahr hatte sein Landsmann Patrick Makau die Bestzeit in der deutschen Hauptstadt auf 2:03:38 Stunden geschraubt. Diese Zeit will Geoffrey Mutai nun unterbieten. Sein Traum ist es sogar, die 42,195 km als Erster unter 2:03:00 Stunden zu laufen. Während der Kenianer der große Favorit im Männerrennen ist, nimmt diese Position bei den Frauen eine Äthiopierin ein: Aberu Kebede, die das Rennen vor zwei Jahren bereits schon einmal gewann, kehrt zurück. Die besten deutschen Läufer werden beim BMW Berlin-Marathon sicherlich nicht ganz vorne dabei sein. Doch Jan Fitschen (TV Wattenscheid) und Anna Hahner (Run2Sky) könnten die schnelle Berliner Strecke zumindest für persönliche Bestzeiten nutzen.

Achtmal wurden in der Geschichte des spektakulärsten deutschen Straßenlaufes bisher Weltrekorde gebrochen. Fällt beim BMW Berlin-Marathon am Sonntag Bestmarke Nummer neun? Das wäre ein doppelter Rekord, denn dann wäre das Rennen jenes, bei dem die meisten Marathon-Weltrekorde aufgestellt wurden. Bisher liegt Berlin gleichauf mit dem Londoner Polytechnic-Marathon, der 1909 seine Premiere hatte. Auch bei diesem Rennen, das seit knapp 20 Jahren nicht mehr stattfindet, fielen acht Bestmarken.

In Frage kommt für einen Weltrekord nur einer im Feld: Geoffrey Mutai. Der Kenianer lief zwar den schnellsten Marathon aller Zeiten, doch Weltrekordler ist der 30-Jährige trotzdem nicht. Diese etwas kuriose Situation erklärt sich mit den Voraussetzungen, die Marathonstrecken erfüllen müssen, damit Rekorde offiziell durch den Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) und damit auch durch die nationalen Verbände anerkannt werden können. Dass Geoffrey Mutai 2011 beim legendären Boston-Marathon in 2:03:02 Stunden ins Ziel gestürmt war, war eine Sensation. Denn der Kurs an der US-Ostküste gilt gemeinhin als schwer. Er ist hügelig und damit eigentlich das Gegenteil der superschnellen Strecken von beispielsweise Dubai oder Berlin. Doch da es sich in Boston um eine Punkt-zu-Punkt-Strecke handelt – das heißt, dass Start und Ziel weit auseinander liegen – und der Kurs insgesamt ein Gefälle von 139 Metern aufweist (erlaubt sind maximal rund 42 Meter), können die dort gelaufenen Zeiten nicht als Rekorde anerkannt werden.

In Berlin wurden schon zweimal Schallmauern des Marathonlaufes durchbrochen: 2001 erzielte die Japanerin Naoko Takahashi als erste Frau eine Zeit unter 2:20 Stunden (2:19:46), zwei Jahre später lief Paul Tergat (Kenia) als Erster unter 2:05 (2:04:55). Auch das erste Ergebnis unter 2:04 wurde in Berlin gelaufen: Haile Gebrselassie war 2008 nach 2:03:59 im Ziel. Kann Geoffrey Mutai am Sonntag unter 2:03 Stunden laufen? „Wenn alles perfekt ist, dann ist eine solche Zeit möglich“, sagt der Kenianer.

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