Nagoya-Marathon nach Erdbeben abgesagt

Der Nagoya-Marathon, ein traditionsreicher Frauen-Marathon, wurde wegen des Erdbebens in Japan abgesagt.

Nagoya-Marathon

Der Nagoya-Marathon - hier ein Foto aus dem vergangenen Jahr - findet nicht statt.

Bild: photorun.net

Das extreme Erdbeben mit dem anschließenden, verheerenden Tsunami hat in Japan auch Auswirkungen auf den Laufsport. Der Nagoya-Marathon wurde abgesagt. Das traditionelle Elite-Frauenrennen über die 42,195 km ist normalerweise einer der Höhepunkte während der derzeitigen Marathonsaison in Japan und sollte am 13. März gestartet werden.

Nagoya liegt gut 250 Kilometer süd-südwestlich von Tokio und damit relativ weit weg von dem extrem betroffenen Gebiet um Sendai, rund 250 Kilometer nördlich von Tokio. Der Tsunami hatte in Nagoya keine Auswirkungen.

Die lokalen Veranstalter wollten den Nagoya-Marathon zunächst wie geplant stattfinden lassen und hatten die Öffnung der Startnummernausgabe am Abend vor dem Rennen um drei Stunden verlängert. Doch der japanische Leichtathletik-Verband (JAAF) war unmittelbar nach dem Erdbeben bereits skeptisch. Am Sonnabend wurde dann entschieden, das Rennen abzusagen.

Hart trifft dies vor allen eine Reihe von japanischen Eliteläuferinnen, denn der Nagoya-Marathon war das letzte Qualifikationsrennen für die Weltmeisterschaften, die im Sommer im koreanischen Daegu stattfinden. Die Siegerin von Nagoya wäre automatisch für die WM qualifiziert gewesen. Für das Rennen am Sonntag standen unter anderen die Japanerinnen Yuri Kano, Yurika Nakamura und Yoshiko Fujinaga auf der Startliste. Kano ist die Vorjahressiegerin. Sie war Siebente im WM-Marathon 2009 in Berlin und hat eine Bestzeit von 2:24:27 Stunden. Nakamuras persönlicher Rekord steht bei 2:25:51, Fujinaga lief bisher 2:28:13.

Der japanische Verband will den betroffenen japanischen Athletinnen nun bei einem anderen Rennen noch eine Chance geben. Der Nagano-Marathon im April gilt als Favorit bei der Wahl eines neuen Qualifikationslaufes. Es ist aber offenbar auch möglich, dass die JAAF eines der großen April-Marathonrennen im Ausland als Qualifikations-Wettkampf nutzt. Marathon hat in Japan einen sehr hohen Stellenwert, und die Qualifikationsrennen für eine Weltmeisterschaft erhalten immer besondere Aufmerksamkeit. Zu den ausländischen Topläuferinnen, die für Nagoya verpflichtet worden sind, gehört Lidia Simon. Die rumänische Marathon-Weltmeisterin von 2001 hat eine Bestzeit von 2:22:54 Stunden.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net