London-Marathon 2011

Mutai gewinnt in superschnellen 2:04:40

Mutai

Emmanuel Mutai

Bild: photorun.net

Wenige Tage vor dem Start hatte der äthiopische Vorjahressieger Tsegaye Kebede überraschend eine Jagd auf den Weltrekord seines Landsmannes Haile Gebrselassie angekündigt, der in Berlin 2008 in 2:03:59 gewonnen hatte. Bei sehr guten Wetterbedingungen war ihm seine Zuversicht trotz des enorm starken Feldes von Beginn an anzusehen. Kebede lief meist direkt hinter den Tempomachern und sollte später als Erster die Initiative ergreifen. Die ersten Zwischenzeiten lagen noch so, dass ein Weltrekord möglich gewesen wäre, was vielleicht auch mit der anfangs teilweise leicht abfallenden Strecke zu tun hatte. Nach 29:24 Minuten hatte eine 12-köpfige Spitzengruppe die 10-km-Marke erreicht. Doch in der Folge ging etwas Tempo verloren. Schon die 15-km-Zwischenzeit deutete eher auf ein Ergebnis von etwa 2:05 Stunden und nicht mehr auf 2:04. An der Halbmarathonmarke bestätigte sich diese Tendenz. Nach 62:44 hatten elf Läufer diesen Punkt an der Tower Bridge erreicht. Darunter waren neben Tsegaye Kebede auch die Kenianer Patrick Makau, Martin Lel, der nach diversen Verletzungsproblemen seinen ersten Marathon seit Olympia 2008 rannte, und Emmanuel Mutai.

Als an der 30-km-Marke (1:29:20 Stunden) der letzte Tempomacher aus dem Rennen ging, übernahm Tsegaye Kebede die Spitze und drückte in den Londoner Docklands auf die Pace. Doch der 24-jährige Äthiopier konnte laufen so schnell er wollte – das Kenia-Trio mit Mutai, Lel und Makau wurde er nicht los. Es war dann Emmanuel Mutai, der plötzlich die Initiative ergriff, sich löste und die Führungsgruppe auseinander riss. An der 35-km-Marke war eine Vorentscheidung bereits gefallen: Mutai erreichte diesen Punkt nach 1:43:36 Stunden und hatte bereits 20 Sekunden Vorsprung auf Lel und Makau, der später erzählte, dass er kurz nach der Halbmarathonmarke gestürzt war und das Rennen fast aufgegeben hätte. Doch er lief weiter und kämpfe mit seinem Landsmann Lel verbissen um Rang zwei hinter dem enteilten Mutai und ein gutes Stück vor dem Brasilianer Marilson Gomes dos Santos sowie Tsegaye Kebede.

Über eine Minute Vorsprung erlief der 26-jährige Emmanuel Mutai, der zum ersten Mal ein Rennen der World Marathon Majors (WMM) gewann und am Sonntag seinen bisher größten Erfolg feierte. Der WM-Zweite von 2009 war mit einer Bestzeit von 2:06:15 Stunden nach London gereist. Diese hatte er vor drei Jahren an der Themse aufgestellt, als er Vierter war. Diesen Rang hatte er in London dann auch 2009 belegt. 2010 wurde er dann hinter Kebede Zweiter. „Dieses Jahr bin ich nach London zurückgekommen und meine Träume sind wahr geworden. Ich habe während des Rennens nicht an die Zeit sondern nur an den Sieg gedacht. Jetzt habe ich beides: den Sieg und eine Bestzeit unter 2:05 Stunden“, erklärte Emmanuel Mutai, nachdem er in 2:04:40 ins Ziel gestürmt war und zum viertschnellsten Marathonläufer aller Zeiten wurde. In einem knappen Sprintfinish setzte sich hinter ihm Martin Lel mit 2:05:45 Stunden vor dem zeitgleichen Patrick Makau durch. Marilson Gomes dos Santos (2:06:34), Tsegaye Kebede (2:07:48), Jaouad Gharib (Marokko/2:08:26), Abderrahime Bouramdane (Marokko/2:08:42) und Dmitry Safronov (Russland/2:09:35) belegten die nächsten Plätze.

Weiterlesen

Seite 2 von 4
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Keitany dominierte das Frauenrennen