Köln-Marathon

Mockenhaupt siegt in Köln

Evans Ruto in 2:08:36 Stunden und Sabrina Mockenhaupt in 2:30:12 hießen die Sieger beim Köln-Marathon.

Mockenhaupt beim Köln-Marathon

Sabrina Mockenhaupt auf dem Weg zum Sieg: Zum zweiten Mal gewann sie den Köln-Marathon.

Bild: photorun.net

Wunschergebnisse brachte die 13. Auflage des Köln-Marathons: Aus einem Pulk von rund 30 kenianischen Läufern blieben Sieger Evans Ruto sowie der mit 2:08:36 Stunden zeitgleiche zweitplatzierte Samson Bungei und Aadam Khamis (Bahrain/2:09:09) unter dem Streckenrekord von Sammy Kurgat (2008/2:10:03). Sabrina Mockenhaupt gewann nach 2007 ihren zweiten Köln-Marathon für ihren Klub, den Kölner Verein für Marathon. Auch wenn die Beine schmerzten, im Überschwang ihres Erfolges ließ sich „Mocki“ sehr zu Freude des Publikums und der Fotografen mit dem Marathon-Rennleiter Harald Rösch zu einem Tänzchen hinreißen. „So etwas geht eben nur in Köln!“

Während die besten Männer noch mit internationalen Hits begrüßt wurden, schwenkte die Tonregie nach knapp zweieinhalb Stunden zu Kölscher Karnevalsmusik um, denn erwartet wurde die in Köln bestens eingeführte Sabrina Mockenhaupt. Und dann kam sie, freilich nicht ganz so schnell, wie rundum erwartet wurde, aber dennoch mit hoch erhobenen Armen: nach 2:30:12 Stunden war sie im Ziel. „Es war sehr anstrengend“, so ihr erster Kommentar im Ziel. „Ich wäre gerne unter 2:30 gelaufen, aber dennoch ist dies für mich ein schöner Saisonabschluss.“ Bei ihrer bravourösen Aufholjagd im WM-Marathonlauf war sie mit 2:30:07 gerade einmal fünf Sekunden schneller unterwegs als bei ihrer Zugabe auf Kölner Boden. Die kleine Siegerländerin konnte einem fast leid tun, so wurde sie noch tief atmend im Ziel hin und her geschubst. „Eigentlich hatte ich nach 10 Kilometern keinen Bock mehr“, gestand sie, „aber es half ja nichts, ich musste da durch.“ Und sie kam durch, auch wenn nach ihrem Empfinden der Anstieg der Deutzer Rheinbrücke plötzlich einem Berg gleichkam. „Ich war nach der WM in Berlin so euphorisiert, dass ich mich entschieden habe, in Köln noch einen Marathonlauf draufzusetzen. Ich habe aber heute schon nach 15 Kilometern den Streckenrekord abgehakt. Immer gegen den Wind laufen zu müssen, das war schon hart.“ Den Kursrekord hält übrigens seit 1997 die Kenianerin Angelina Kanana mit 2:27:27 Stunden.

„Mocki“ hatte die Lacher natürlich wieder auf ihrer Seite, als sie ein Fazit ganz im Stile der Sabrina Mockenhaupt zog: „Auch wenn ich gerne unter 2:30 gelaufen wäre, das Leben geht weiter! Ich bin froh, dass ich jetzt erst einmal Pause habe. Aber eigentlich war es ein schönes Wochenende – und ich darf heute endlich einmal ein Kölsch trinken!“

Acht Minuten dauerte es, bis die zweitplatzierte Rose Nyangacha (Kenia/2:38:07) ins Ziel einlief, gefolgt von einer weiteren Kenianerin, Prisca Kiprono (2:46:21). Vierte wurde die Kölnerin Ira Korsten (2:50:45).

Während es bei den Frauen klare Verhältnisse gab, sprinteten die beiden Kenianer Evans Ruto und Samson Bungei gemeinsam ins Ziel. Bei Zeitgleichzeit von 2:08:36 war im Fotofinish Evans der Glücklichere. Ähnlich wie bei seinem Sieg in Hannover war er der Mann der letzten beiden Kilometer, der im Ziel die Nase knapp voraus hatte. „Ich habe am Morgen aus dem Fenster geschaut und gesagt, ja, das gibt eine neue Bestzeit“, sagte der 25-Jährige, der aus der Nähe von Eldoret stammt. Und diese stand seit seinem Frühjahrsauftakt in Niedersachsens Hauptstadt bei 2:10:47 Stunden. Seine Steigerung um gut zwei Minuten erklärte der Schützling von Walter Abmayr mit dem forschen Auftreten seiner Landsleute. „Ich hatte gut trainiert mit meinen Kollegen in Iten und war bereit für eine Bestzeit. Allerdings war es nach der Halbmarathonmarke nicht einfach, da alle Kenianer versuchten, das Tempo noch zu halten.“

„Wir sind schlichtweg happy“, sagte Renndirektor Harald Rösch. „Nach so vielen Anläufen ist es uns nun gelungen, die 2:10 zu knacken. Aber richtig froh kann ich erst dann sein, wenn zum Zielschluss alle gesund angekommen sind.“ Überraschend kam für den Rennleiter der große Schwund zwischen den Anmeldezahlen und den tatsächlich gestarteten Läufern. 32.051 Läufer, darunter auch 5.000 Teilnehmer der integrierten Sparkassen-Meisterschaften, standen in den Startlisten, über die Messmatten liefen schlussendlich am Sonntagmorgen nur rund 23.000 Starter. „So viele können sich doch in der Nacht nicht mehr umentschieden haben“, wunderte sich nicht nur Harald Rösch.

Beim mit 14.000 Anmeldungen bestückten Halbmarathon setzte sich der Pole Maciek Miereczko in 1:07:11 Stunden vor dem 20-jährigen Dominik Fabianowski (LAZ Puma Troisdorf-Siegburg/1:08:57) durch, bei den Frauen triumphierte Julia Viellehner (LG Passau) in 1:14:34 Stunden. Das ist die fünftbeste Zeit, die in Deutschland in diesem Jahr erzielt wurde.

Text: race-news-service.com/Wilfried Raatz
Foto: photorun.net