Berlin-Marathon

Mit Zufriedenheit ins Ziel

Läufer-Predigt zum Berlin-Marathon

Zwei zufriedene Engelchen beim "Weihnachtsmannlauf" in Hamburg.

Bild: Claus Dahms

Das bedeutet für Euch morgen auf dem Marathonkurs: Gebt Euch zufrieden mit dem, was ist und was Ihr habt, bei Euch und in Euch! Nicht das, was Ihr Euch eigentlich gewünscht hattet, spiele jetzt noch eine Rolle. Das heißt, Ihr richtet Euch morgen allein nach Euren realistischen Möglichkeiten. Ihr trauert nicht um verlorene Träume. Aber Ihr freut Euch sehr, wenn’s besser läuft, als Ihr dachtet. Ihr fordert nicht das Bessere „auf Teufel, komm raus“. Aber Ihr freut Euch dankbar, wenn es Euch zufällt. Das nenne ich „diesseitig laufen“. So kann man auch leben: diesseitig. Mit den Eroberungen des Alltags, den wir keineswegs als dumpfe Waschküche empfinden. Mit der fröhlichen Bejahung unserer erdgebundenen Wirklichkeit, die wir nicht als Nebelschwaden erkennen.

Und freuen wollen wir uns, wenn wir etwas gewonnen haben vom Reichtum des Lebens und mit ihm umgehen, also ihn verbrauchen dürfen, k o n s u m i e r e n. Und was ist schöner, als genießen zu dürfen, was uns gut tut. So machten wir uns zurecht Sorgen, als uns das nicht mehr gelingen wollte. Eine Transzendenz, die uns über dieses unser einfaches Leben hinaushebt, brauchen wir nicht. Der so genannte Durchstoß zum Ewigen ist dadurch nicht zu schaffen. Denn nicht irgendwo hoch oben, im luftleeren Raum befindet sich der Gipfel. Der Gipfel liegt unten, er liegt im HIER UND JETZT. Noch einmal, weil’s so wichtig ist: Nicht oben ist der Gipfel, sondern unten, auf unserer Lebens- und Herzton-Ebene.

Wenn Dir jemand beim Laufen hinterher ruft: „Dadurch lebst du auch nicht länger!“ (Als ob es darum ginge!) Das ist dann einer jener Himmelsheinis, die auf die „eigene Unsterblichkeit“ versessen sind, nach dem Motto: Gültig ist nur, was unser Leben ins Endlose verlängert! Diesem Zeitgenossen also nimmst Du den falschen Wind aus dem Segel, indem du ihm zurufst: „Ja, s t i m m t n i c h t länger. Aber ich sterbe gesünder!“ Und im Stillen, ganz für dich: AMEN.

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Läufer-Predigt