Frankfurt-Marathon

Mit einmaliger Besetzung auf Rekordjagd

Starker Frankfurt-Marathon: 18 Athleten stehen auf der Startliste, die Bestzeiten von unter 2:10 aufweisen.

Frankfurt-Marathon

Die Vorjahressiegerin Agnes Kiprop kehrt nach Frankfurt zurück. Doch sie wird sich voraussichtlich deutlich steigern müssen, wenn sie wieder als Siegerin ins Ziel in der Festhalle einlaufen möchte.

Bild: Norbert Wilhelmi

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Mit einer bisher einmaligen Besetzung wird am Sonntag der Frankfurt-Marathon gestartet: Gleich 18 Athleten stehen auf der Startliste, die Bestzeiten von unter 2:10 aufweisen. Und acht von ihnen liefen schon unter 2:07:15. Es gibt weltweit nur sehr wenige Rennen, die mit einer derartigen Breite in der Spitze aufwarten können. So gut wie nie zuvor ist auch das Frauenfeld besetzt. Hier stehen fünf Läuferinnen am Start, die schon unter 2:26 gelaufen sind. Wenn das Wetter mitspielt, könnte der älteste deutsche City-Marathon am Sonntag die erste Siegzeit unter 2:06 Stunden sehen. Die Streckenbestzeit der Männer steht bei 2:06:14. Bei den Frauen sollte der Kursrekord von 2:25:12 Stunden fallen.

Kurzfristig gaben die Veranstalter den Start eines weiteren Weltklasseläufers bekannt: Tadese Tola, im April 2010 Gewinner des Paris-Marathons, wird vor dem Messeturm an der Startlinie stehen. Er gehört zu den Topfavoriten, denn für den jungen Äthiopier stoppten vor einem halben Jahr in Paris die Uhren bereits nach 2:06:41 Stunden. Damit ist Tola zeitgleich mit dem Kenianer Elijah Keitany der schnellste Topläufer im Feld.

Sollte Tola tatsächlich triumphieren beim Rennen über die schnellen Frankfurter Straßen, würde er eine acht Jahre währende Dominanz der Kenianer beenden. Denn die Läufer aus dem ostafrikanischen Land haben seit 2002 stets den Sieger gestellt.

Überhaupt gab es in Frankfurt erst einmal einen Gewinner aus Äthiopien - 1984 war Dereje Nedi in 2:11:18 Stunden erfolgreich. Und dieser Kursrekord hatte Bestand bis 1997. Tola wird im Vorfeld auch deshalb besonders aussichtsreich gehandelt, weil er in Paris erst seinen zweiten Marathon absolvierte. Sein Debüt hatte er vor einem Jahr in Chicago mit 2:15:48 Stunden gegeben. Noch ist Tola 22 Jahre alt, Geburtstag hat er ausgerechnet am Sonntag! Doch Tadese Tola trifft auf sehr starke kenianische Konkurrenz. Darunter sind Elijah Keitany, der Zweitplatzierte von Amsterdam 2009, der aktuelle Seoul-Gewinner Sylvester Teimet (Kenia/2:06:49), der Paris-Zweite von 2008, Moses Arusei (Kenia/2:06:50), sowie David Mandago aus Kenia, mit 2:06:53 Stunden Sechster in Paris 2009. Wilson Kipsang (Kenia) geht ebenfalls mit sehr guten Chancen ins Rennen. In seinem Marathondebüt lief er in Paris vor einem halben Jahr auf Anhieb 2:07:10.

„Wir wollen im internationalen Vergleich weiter in der ersten Liga spielen und einen Schritt nach vorne machen. Das ist unser Anspruch“, sagt Renndirektor Jo Schindler zu dem außerordentlichen Elitefeld.

Martin Beckmann (LG Leinfelden/Echterdingen) wird hingegen nicht teilnehmen. Der 33-Jährige hatte einen versöhnlichen Saisonabschluss gesucht, ist allerdings nicht mehr in Form gekommen, um sich angemessen zu präsentieren. Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen daher auf Falk Cierpinski und Tobias Sauter (beide SG Spergau).

Bei den Frauen heißt das klar formulierte Ziel: Streckenrekord. Die Kursbestzeit hält seit fünf Jahren die Russin Alevtina Biktimirova (2:25:12). „Leider musste uns mit Europameisterin Zivile Balciunaite eine fest eingeplante Athletin krankheitsbedingt absagen. Wir hoffen, dass sie ihre Premiere in Frankfurt im nächsten Jahr nachholen kann“, sagt der für das Elitefeld zuständige Christoph Kopp.

Die Top-Gruppe mit fünf Frauen, die bereits schneller als 2:26 Stunden gewesen sind, ist von der Absage jedoch nicht betroffen. Freuen können sich die erwarteten 350.000 Zuschauer entlang der Strecke beispielsweise auf Dire Tune aus Äthiopien, die Gewinnerin des Boston-Marathons 2008. Ihre Bestzeit (2:24:40) lief die Afrikanerin vor zwei Jahren als Siegerin in Houston. Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 kam sie als Fünfzehnte ins Ziel. Die 25-jährige Dire Tune gilt als eines der größten Talente im internationalen Frauen-Marathon und kommt mit der aktuellen Empfehlung eines zweiten Platzes bei der Halbmarathon-WM (1:08:34 Stunden) nach Frankfurt.

Hinter ihr reihen sich gemäß der Bestzeiten die Kenianerin Caroline Kilel (2:25:24) sowie die Äthiopierinnen Mare Dibaba (2:25:38) und Asnakech Egigayehu (2:25:50) ein. Es dürfte also – wie bei den Männern – zu einem Duell der Läufernationen Kenia und Äthiopien kommen. Für Kenia startet auch die Frankfurter Vorjahressiegerin Agnes Kiprop (2:26:22). Hinzu kommt die 29-jährige Niederländerin Hilda Kibet. Die gebürtige Kenianerin debütierte im Jahr 2007 als Sechste beim Amsterdam-Marathon (2:32:10), ein Jahr später wurde sie Cross-Europameisterin und Fünfte der Cross-WM. Zudem war sie Dritte beim Amsterdam-Marathon 2009. Die Bestzeit von Hilda Kibet steht bei 2:30:33 Stunden. Doch ihr ist eine deutliche Steigerung zuzutrauen.

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