Auf zum Sieg

Mikitenko startet beim Berlin Marathon

Deutschlands einzige Weltklasse-Marathonläuferin, Irina Mikitenko, wird beim Berlin-Marathon an den Start gehen.

Die 36-Jährige gewann nach einem zweiten Platz beim Debüt in Berlin 2007 im April den London-Marathon. Dabei verbesserte sie sich auf die offizielle deutsche Rekordzeit von 2:24:14 Stunden. Verletzungsbedingt konnte die Läuferin des TV Wattenscheid bei Olympia nicht starten, doch sie meldete sich vor kurzem bei den Deutschen 10-km-Meisterschaften mit einer Jahresweltbestleistung von 30:57 Minuten eindrucksvoll zurück. Am Sonntag könnte sie als erste Deutsche nach Uta Pippig 1995 den spektakulärsten deutschen Marathon gewinnen.

Irina Mikitenko will den Berlin-Marathon 2008 gewinnen.

Im Sommer verhinderte ein Rückenproblem Ihren Start bei den Olympischen Spielen. Nun rennen Sie in Berlin statt in Peking. Wie lief das Training in den letzten Wochen und Monaten?

Irina Mikitenko: „Es war auch im Vorfeld von Olympia nicht so, dass ich gar nicht trainieren konnte. Ausdauertraining war immer möglich, aber ich war lange Zeit einfach nicht in der Lage, schnelle Trainingseinheiten zu rennen. Da bekam ich Rücken- und Beckenbeschwerden, so dass ich auf Peking leider verzichten musste. Seit rund vier Wochen kann ich jetzt aber auch wieder schnellere Läufe machen, so dass ich mich auf Berlin gut vorbereiten konnte. Ich habe Trainingswochen mit 180 bis 200 Kilometern hinter mir.“


Wie lief Ihr Training verglichen zum Frühjahr, als Sie den London-Marathon gewannen?

Irina Mikitenko: „Durch die Verletzung ist das alles anders gewesen und man kann das nicht vergleichen. Aber die gute 10-km-Zeit bei den Deutschen Meisterschaften in Karlsruhe zeigt mir, dass meine Form gut ist – vielleicht ähnlich wie vor London.“


Mit welchen Zielen fahren Sie nach Berlin?

Irina Mikitenko: „Ich werde mein bestes geben und mein Ziel ist eigentlich bei jedem Rennen, dieses auch zu gewinnen. Wenn man von vornherein mit einem dritten Platz zufrieden ist und sich quasi geschlagen gibt, dann braucht man doch gar nicht erst zum Wettkampf zu fahren. Ich möchte in Berlin auch meine Bestzeit weiter steigern und unter 2:24 Stunden laufen. Dort gut zu laufen, wäre auch ein gutes Zeichen im Hinblick auf den WM-Marathon in Berlin im nächsten Jahr.“


Sie sind in diesem Jahr noch ungeschlagen.

Irina Mikitenko: „Ja, ich habe alle meine sechs Rennen gewonnen. Das ist natürlich auch eine große Motivation und man geht dann sehr selbstbewusst in den nächsten Wettkampf. Der Sieg in London war natürlich der Höhepunkt, so ein Erfolg beflügelt. Und in Berlin riefen mir beim Avon-Frauenlauf im Mai die Zuschauer zu: ,Danke für London’. Das war toll, und so hoffe ich, dass ich jetzt auch den real,- Berlin-Marathon gewinnen kann.“


Sind Sie seit Ihrem Wechsel zum Marathon so stark wie nie zuvor?

Irina Mikitenko: „Ich denke ja. Das hängt auch damit zusammen, dass mir seit dem Wechsel zum Marathon das Training viel mehr Spaß macht. Dies wiederum kommt einerseits dadurch, dass alles gut läuft und ich Erfolg habe. Es hängt aber auch damit zusammen, dass ich weiß, dass ich mich noch weiter verbessern kann. Man erhält zusätzliche Motivation, wenn man weiß, dass man noch nicht an seine Grenzen gestoßen ist. Ist das erst einmal der Fall, ist es schwieriger, sich im Training zu motivieren.“


Was sind Ihre nächsten Ziele nach Berlin?

Irina Mikitenko: „Im nächsten Jahr werde ich als Titelverteidigerin sicherlich in London starten. Und danach möchte ich bei der WM in Berlin Marathon laufen. Ich hoffe, das klappt.“


Wenn Sie in Berlin gewinnen und etwas Glück haben, könnten Sie sogar noch die World Marathon Majors-Serie 2007 – 2008 gewinnen. Schauen Sie auf diesen Punktestand?

Irina Mikitenko: „Ich konzentriere mich jetzt erst einmal vollkommen auf das Rennen in Berlin und will dort gut laufen. Danach sehen wir, wie es bei den folgenden Läufen der WMM mit den Punkten weitergeht.“


Haben Sie den Olympia-Marathon der Frauen im Fernsehen verfolgt? Was haben Sie sich bei dem Rennverlauf gedacht?

Irina Mikitenko: „Ja, ich habe mir das Rennen nachts im Fernsehen angeschaut und habe mich geärgert. Denn ich habe die große Chance gesehen, die ich durch die Verletzung verpasst habe. Irgendwann habe ich den Fernseher ausgeschaltet, denn ich konnte das nicht mehr sehen. Dann aber habe ich ihn wieder eingeschaltet, weil ich zu neugierig war und wissen wollte, wie es ausgeht.“


Das lässt sich aus der Ferne vielleicht schwer sagen – meinen Sie, dass Sie den Mut gehabt hätten, mit der späteren Siegerin Constantina Tomescu-Dita mitzulaufen, als diese sich vor der Halbmarathonmarke aus der Spitzengruppe löste?

Irina Mikitenko: „Eigentlich bin ich ein Typ, der etwas riskiert und daher glaube ich, dass ich mitgelaufen wäre … aber das ist natürlich immer schwer zu beurteilen von zu Hause. Ich weiß ja zum Beispiel nicht, wie ich mit den Bedingungen klargekommen wäre.“


Wie sieht es aus mit Olympia 2012?

Irina Mikitenko: „Das ist sicherlich noch ein weiter Weg, aber London ist ein Ziel.“

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