Das Interview

Mikitenko: "London macht mir Mut"

Irina Mikitenko wurde beim London-Marathon Siebte. Im Herbst will sie sich für Olympia 2012 qualifizieren.

Irina Mikitenko

Irina Mikitenko.

Bild: Norbert Wilhelmi

Irina Mikitenko belegte beim London-Marathon einen guten siebenten Platz. Im wahrscheinlich stärksten Frauenfeld aller Zeiten bei einem City-Marathon lief sie mit 2:24:24 Stunden ihre schnellste Zeit seit zwei Jahren und stellte eine deutsche Jahresbestzeit auf. Im Interview nach dem Rennen spricht die 38-jährige Läuferin des SC Gelnhausen darüber, wie sie das Rennen erlebte.

Frage: Wie lief das Rennen aus Ihrer Sicht?
Irina Mikitenko: Mir war klar, dass das Tempo der Spitzengruppe zu schnell sein würde. Deswegen dachte ich mir, auf die Japanerinnen kann ich mich verlassen und habe mich ihnen in der zweiten Gruppe angeschlossen. Doch auch sie liefen leider zu schnell. Das ist nicht immer gleich zu erkennen aufgrund der ungewohnten Meilenschilder in London. Nach 10 Kilometern sah ich die Zwischenzeit von 33:25 und merkte, dass ich zu schnell war.

Haben Sie sich dann zurückfallen lassen?
Ja, ich habe etwas Tempo heraus genommen und lief ab 12 km alleine. Das war schwer, aber die richtige Taktik. Denn nach etwa 25 km fing ich an, die zurückfallenden Läuferinnen zu überholen. Da fing das Rennen für mich fast wieder neu an und es hat auch Spaß gemacht. Mein letzter Rennabschnitt war dann schneller als alle anderen davor. Am Ende hätte es ruhig noch ein, zwei Kilometer weiter gehen können.

Obwohl Sie auf eine Zielzeit von unter 2:24 Stunden liefen, waren Sie beim Halbmarathon an 19. Stelle.
Ja, das stimmt. Ich habe mir gedacht, das kann doch eigentlich nicht sein, dass du mit so einem Tempo so weit hinten liegst. Aber ich habe dann gesehen, wie etliche Läuferinnen vor mir eingegangen sind.

Vor drei Jahren haben Sie in London mit 2:24:14 gewonnen, jetzt waren Sie zehn Sekunden langsamer und wurden Siebente. Sicher war dies heute ein anderes, von Beginn an schnelleres Rennen. Wie sehen Sie das, sind Sie zufrieden?
Dieses Mal war das Rennen einfach extrem stark besetzt. Da reicht eben eine 2:24-Zeit nicht, um ganz vorne dabei zu sein. Ich bin nicht unzufrieden mit meinem Resultat, aber zufrieden bin ich auch nicht. Ich hatte sicherlich die Form, um unter 2:24 zu laufen. Aber so ist das im Marathon: Es kann passieren, dass man alleine laufen muss. Dann kann man nicht das Optimum herausholen.

Was sind Ihre nächsten Ziele?
Nach einer Erholungsphase möchte ich noch ein paar Wettkämpfe laufen. Dann folgen eine Ruhephase und ein Neuaufbau für einen Herbstmarathon. Ich möchte auf einer schnellen Strecke die Olympiaqualifikation laufen. Schneller als 2:24 sollte ich auf jeden Fall rennen können.

Sie waren am Sonntag so schnell wie seit Ihrem Sieg beim London-Marathon vor zwei Jahren nicht mehr. Ist das ein gutes Zeichen?
Ja, das macht mir Mut für die nächste Zeit. Denn ich weiß, dass ich in London wieder recht gut in Form war.

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