Das Interview

Mikitenko lauert auf London-Sieg

Die Deutsche Irina Mikitenko zählt zu den Favoriten beim London-Marathon. Im Interview spricht sie über Training, Konkurrenz und Perspektiven.

Irina Mikitenko

Irina Mikitenko.

Bild: photorun.net

Irina Mikitenko (SC Gelnhausen) startet am 17. April beim London-Marathon 2011, den sie 2008 und 2009 jeweils gewann. Im vergangenen Jahr zwang sie eine Verletzung zur Aufgabe des Rennens. Die 38-jährige deutsche Marathon-Rekordlerin (2:19:19 Stunden) trifft an der Themse auf ein hochkarätiges Feld. Vorab gab sie ein Interview.

Frage: Beim London-Marathon haben Sie 2008 und 2009 die größten Siege Ihrer Karriere gefeiert. Im vergangenen Jahr mussten Sie das Rennen dann verletzungsbedingt aufgeben. Mit welchen Gefühlen und Gedanken werden Sie nach London reisen?
Irina Mikitenko: Ich fahre mit einem positiven Gefühl nach London. Dort habe ich 2008 meinen ersten Marathon gewonnen und das ist ein ganz besonderes Ereignis, das man nicht vergisst. Der London-Marathon ist eines der bedeutendsten und wichtigsten Marathonrennen. Wer sich für einen Start dort entscheidet, muss sehr, sehr hart trainieren, um eine Chance zu haben. Das Starterfeld ist extrem stark. Aber was wäre unser Sport ohne Konkurrenz? Es wäre langweilig. Deswegen macht es mir auch sehr viel Spaß und ich freue mich darauf, wieder in London zu laufen. Es ist ein tolles Rennen.

Sie haben zwei Wochen vor dem Marathon ein 10-km-Rennen im holländischen Brunssum gewonnen. Gibt Ihnen das eine gewisse Sicherheit?
Ich bin im Nachhinein froh, dass ich direkt nach meinem Trainingslager in Südafrika dort gelaufen bin. Denn du kannst so gut trainiert haben wie du willst – ein Wettkampf ist immer noch etwas anderes. Wenn ein solches Rennen wie am Sonntag erfolgreich ist, bekommt man das Gefühl, dass man stark ist und dass es rollt. Jetzt muss ich in den letzten zwei Wochen aufpassen, dass ich mich nicht erkälte und nichts dazwischen kommt.

Wie stark beeinträchtigt das Ihren Alltag? Machen Sie sich ständig Gedanken, was passieren könnte?
Es kann wirklich passieren, dass man plötzlich sehr genau aufpasst, wenn man zum Beispiel eine Treppe hinunter geht. Aber da wir jetzt dreieinhalb Wochen im Trainingslager waren, haben sich zu Hause einige Dinge aufgestaut, die erledigt werden müssen. Dadurch bin ich ganz gut abgelenkt.

Wie war das Rennen in Brunssum verglichen zu Ihren Wettkämpfen im schwierigen Jahr 2010?
Wenn man sich im Frühjahr eine Verletzung zuzieht, wie mir das 2010 passiert ist, dann dauert es sehr lange, bis man wieder in Form kommt. Beim Chicago-Marathon bin ich im Herbst aufgrund einer Erkältung auch nicht so gut ins Rennen gekommen. Aber so etwas gehört zum Sport und ich will gar nicht mehr so viel zurückdenken und vergleichen. Jetzt ist 2011 und ein neues Wettkampfjahr hat begonnen. Ich habe schon im Training gemerkt, dass es gut läuft und dieses Gefühl hat sich in Brunssum bestätigt. Natürlich sind aber 10 km und Marathon zwei völlig verschiedene Strecken. Entscheidend ist, was am 17. April in London passiert.

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