Valencia-Marathon 2015

Meldet sich Sabrina Mockenhaupt zurück?

Am 15. November wird Sabrina Mockenhaupt in Valencia Marathon laufen. Für die 34-jährige Läuferin geht es darum, sich wieder zurückzumelden.

Sabrina Mockenhaupt

Sabrina Mockenhaupt verzichtete vor ihrem Valencia-Start auf Interviews und Prognosen.

Bild: photorun.net

In Valencia wird Sabrina Mockenhaupt ihren Herbst-Marathon laufen. Für die 34-jährige Läuferin der LG Sieg geht es zunächst darum, sich wieder zurückzumelden. Von Verletzungen zurückgeworfen, lief es für Sabrina Mockenhaupt seit über einem Jahr alles andere als gut.

Beim Valencia-Marathon stehen spitzensportlich eher die Männer im Vordergrund. Hier geht ein hochklassiges Feld an den Start. 14 Athleten auf der Startliste weisen Bestzeiten von unter 2:10 Stunden auf. Vergleichsweise nicht so stark besetzt ist das Frauenfeld, so dass für Sabrina Mockenhaupt eine gute Platzierung möglich sein sollte.

Valencia ist im November ein gutes Pflaster für schnelle Marathonzeiten. Das Rennen in Spanien bietet eine flache wenn auch teilweise etwas eckige Strecke, auf der in den vergangenen vier Jahren flotte Siegzeiten im Bereich von 2:07 und 2:08 gelaufen wurden. Der zwei Jahre alte Streckenrekord des Kenianers Felix Keny steht bei 2:07:14 Stunden. Den Kursrekord der Frauen hält Azalech Woldeselasse. Die Äthiopierin gewann 2013 mit 2:27:01.

Es ist eine Weile her, dass Sabrina Mockenhaupt im Marathon überzeugende Leistungen zeigen konnte. Vor zwei Jahren lief sie zunächst in Boston auf Rang zehn und war dann im Herbst 2013 in New York Siebente mit 2:29:10. Danach folgten der EM-Marathon 2014, bei dem sie verletzungsbedingt aufgab, und der Hamburg-Marathon in diesem Frühjahr. Auf Rang sechs lief sie in der Hansestadt mit 2:32:41. Dabei hatte sie erneut Probleme und unterzog sich danach einer Operation am Sprunggelenk. „Nach der Operation im Mai kann ich froh sein, es überhaupt wieder geschafft zu haben, so belastungsverträglich zu sein“, schrieb Sabrina Mockenhaupt auf ihrer Internetseite.

Sabrina Mockenhaupt gibt keine Vorab-Interviews

Interviews wollte die Läuferin vor ihrem Valencia-Start nicht geben, ebenso wenig nennt sie auf ihrer Webseite Zeitziele. „Ich möchte mir diesmal keinen Druck aufbauen und auch nicht aufbauen lassen! Druck wegen einer Norm für Olympia mache ich mir auf gar keinen Fall“, schrieb Sabrina Mockenhaupt, die schrieb, dass sie sich anders als bisher auf ihren Marathonstart vorbereitet habe. So standen mehr lange Läufe auf dem Programm. Noch Ende Oktober rannte sie beim Frankfurt-Marathon die komplette Distanz mit und lief dabei mittendrin – von Kilometer 16 bis 37 – einen Halbmarathon in 1:15 bis 1:16 Stunden. Das ist nicht nur eine andere sondern auch eine ungewöhnliche Vorbereitung.

„Diesmal kann ich kaum einschätzen, zu was ich fähig bin, da ich solch eine Marathon-Vorbereitung, gespickt mit vielen langen Läufen über 35 km, noch nie gemacht habe. Bin gespannt und freue mich auf Valencia“, schrieb Sabrina Mockenhaupt, die ihr Anfangstempo für sich behalten möchte.

Da sich Sabrina Mockenhaupt mit Valencia sicher nicht zufällig eine relativ schnelle Strecke ausgesucht hat, kann man spekulieren, ob es nicht doch in Richtung Olympia-Norm gehen könnte. Zumindest die Option wird sich Sabrina Mockenhaupt sicher offen halten wollen. Denkbar ist ein Anfangstempo im Bereich von 2:30 Stunden, was auch zu einigen veröffentlichten Trainingszeiten passen würde. Läuft es gut am Sonntag, könnte sie die rund 90 Sekunden, die dann zur Rio-Norm von 2:28:30 fehlen würden, in der zweiten Hälfte vielleicht noch herausholen.

Favorisiert sind im Frauenrennen die beiden Kenianerinnen Emily Ngetich (Bestzeit: 2:25:14) und Janet Rono (2:26.03) sowie Titelverteidigerin Beata Naigambo (Namibia/2:27:28) und die Siegerin des Hannover-Marathons, Souad Ait Salem (Algerien/2:25:08). Ebenfalls auf der Startliste steht Koren Jelela (Äthiopien/2:22:43). Sie war jedoch erst vor drei Wochen in Frankfurt Dritte, so dass sie kaum ein ernsthaftes Rennen laufen wird.

Der schnellste Läufer auf der Startliste ist der Äthiopier Tola Seboka mit einer Bestzeit von 2:06:17. Zu beachten ist neben dem Vorjahressieger Felix Keny (2:07:14) auch sein kenianischer Landsmann Felix Kandie, der vor einem Jahr beim Athen-Marathon mit 2:10:37 einen bemerkenswerten Streckenrekord aufstellte und dann im Mai auch den Prag-Marathon mit einer Steigerung auf 2:08:32 gewann.