New-York-Marathon 2015

Mary Keitany wiederholt Sieg und ist bereit für Olympia

Mary Keitany triumphierte beim weltweit größten Marathon-Spektakel in 2:24:25 Stunden. Auch bei den Männern kam der Sieger aus Kenia: Stanley Biwott gewann in 2:10:34 Stunden.

New-York-Marathon 2015 - Die Fotos
New-York-Marathon 2015 Mary Keitany

Mary Keitany gewann zum zweiten Mal in Folge den New York-Marathon.

Bild: photorun.net

Mary Keitany hat zum zweiten Mal in Folge den New York-Marathon gewonnen. Die Kenianerin triumphierte beim weltweit größten Spektakel über die 42,195-km-Distanz in 2:24:25 Stunden, zeigte damit die beste Leistung des Tages und hatte am Ende einen großen Vorsprung von gut einer Minute. Zweite wurde die Äthiopierin Aselefech Mergia mit 2:25:32 vor ihrer Landsfrau Tigist Tufa (2:25:50). Als Vierte und beste Europäerin folgte die Portugiesin Sara Moreira mit 2:25:53. Auch bei den Männern kam der Sieger aus Kenia: Stanley Biwott gewann das Rennen in 2:10:34 Stunden vor seinem Landsmann Geoffrey Kamworor (2:10:48) und dem Äthiopier Lelisa Desisa (2:12:10). Vierter wurde Titelverteidiger Wilson Kipsang (Kenia) in 2:12:45.

Eine ausführliche Fotogalerie vom New-York-Marathon 2015 finden Sie über und unter diesem Artikel. Die Fotos vom Lauf "Dash to the Finish Line" am Tag vor dem New York-Marathon präsentieren wir weiter unten.

Ohne Tempomacher entwickelten sich in New York taktische Rennen, die lange Zeit nicht von besonderer Schnelligkeit geprägt waren. Auf den letzten zehn Kilometern gab es die entscheidenden Vorstöße. Auf dem hügeligen Kurs ist es allerdings ohnehin schwierig, Weltklassezeiten zu erzielen. Über 50.000 Läufer gingen beim New York-Marathon an den Start.

Mary Keitany ist bereit für den olympischen Marathon in Rio im kommenden Sommer. Das hat die 33-jährige Kenianerin am Sonntag eindrucksvoll bewiesen. Bei ihren ersten beiden Rennen beim New York-Marathon hatte sie 2010 und 2011 Schwierigkeiten, ihr großes Potenzial umzusetzen. Sie belegte damals jeweils dritte Plätze. Doch nun zeigte sie erneut, dass sie auch ohne Tempomacher erfolgreich sein kann und gewann zum zweiten Mal in Folge in „Big Apple“. Die Afrika-Rekordhalterin (2:18:37) setzte sich gegen hochklassige Konkurrenz durch und besiegte unter anderen die Dubai-Marathon-Siegerin (Aselefech Mergia aus Äthiopien), die London-Marathon-Siegerin (Tigist Tufa/Äthiopien) und die Boston-Marathon-Siegerin (Caroline Rotich/Kenia). Bei Olympia 2012 galt Mary Keitany als Favoritin, musste sich am Ende aber mit Rang vier zufrieden geben. In Rio dürfte sie im nächsten Jahr erneut die Favoritenrolle einnehmen – doch im Gegensatz zu den Spielen von London hat sie inzwischen trotz einer Babypause deutlich mehr Erfahrung.

Sara Moreira sorgte für's Tempo beim New York-Marathon

Dass das Tempo im Rennen der Frauen ohne Tempomacher nicht allzu langsam war, lag in erster Linie an Sara Moreira. Die Portugiesin lief an der Spitze und rannte ihr individuelles Tempo, das sie praktisch vom Start bis zum Ziel durchhielt. Nach 1:12:54 Stunden führte sie die neunköpfige Spitzengruppe durch die Halbmarathonmarke. In der Folge fiel Moreira kurzzeitig etwas zurück, als die Debütantin Sally Kipyego die Spitze mit einer Tempoverschärfung übernahm. Doch die Kenianerin hatte sich übernommen, fiel später weit zurück und gab auf, während Moreira wieder herankam. Nach 30 km lag sie gemeinsam mit Tigist Tufa an der Spitze. Hinter ihnen liefen Mary Keitany, Aselefech Mergia, Priscah Jeptoo (Kenia), Caroline Rotich, Tigist Tufa (Äthiopien), Christelle Daunay (Frankreich) und Laura Thweatt (USA), die ihren ersten Marathon lief. Die Amerikanerin rannte ein starkes Debüt und wurde am Ende Siebente in 2:28:23.

Gut acht Kilometer vor dem Ziel trat dann Mary Keitany an und riss die Gruppe auseinander. Zunächst konnten Tufa, Jeptoo und Mergia noch mithalten, doch die Titelverteidigerin hielt das Tempo so hoch, dass sie nach Kilometer 35 alleine an der Spitze lief. Schnell hatte Mary Keitany einen entscheidenden Vorsprung. „Ich kenne inzwischen New York und die Strecke. Als ich das Tempo forcierte, rechnete ich damit, dass vielleicht die eine oder andere mitgehen würde. Doch zum Glück hat mich keine mehr eingeholt“, sagte Mary Keitany und fügte hinzu: „Ich bin mit Zuversicht nach New York gekommen und wollte meinen Titel verteidigen.“

Dash to the Finish Line 5k 2015 - Fotos

Große Männerspitze beim New York-Marathon

Vergleichsweise langsamer war das Rennen der Männer um die 100.000-Dollar-Siegprämie und entsprechend groß war bei dem verhaltenen Tempo die Spitzengruppe. 14 Athleten bildeten die erste Gruppe, die die erste Hälfte des Rennens in 66:43 Minuten lief. Acht waren noch an der Spitze nach 30 km (1:34:57 Stunden).

Für eine Vorentscheidung sorgte dann der aktuelle Crosslauf- und Halbmarathon-Weltmeister Geoffrey Kamworor. Der erst 22-jährige Kenianer, der im Marathon zwar bereits 2:06:12 Stunden gelaufen ist, jedoch sein großes Vermögen im Marathon noch nicht umsetzen konnte, übernahm die Spitze. Lediglich der Boston-Marathon-Sieger Lelisa Desisa und der Kenianer Stanley Biwott konnten den Anschluss an Kamworor halten. Geschlagen war neben dem Titelverteidiger Wilson Kipsang, der der Favorit bei den Buchmachern war, auch Yemane Tsegay (Äthiopien).

Bis Kilometer 39 blieben Kamworor, Desisa und Biwott zusammen. Dann konnte sich der 29-jährige Biwott, der seinen größten Marathonsieg zuvor in Paris 2012 erreicht hatte, etwas absetzen. Während Desisa sofort geschlagen war, hielt Kamworor den Abstand zunächst knapp. Doch gut einen Kilometer vor dem Ziel im Central Park verlor er entscheidend an Boden. Der Rückstand betrug nun nicht mehr nur fünf bis acht sondern 25 bis 30 Meter. Biwott zeigte keine Schwäche und gewann das Rennen.

„Ich bin vor zwei Jahren hier gelaufen, daher wusste ich, dass es eingangs des Central Parks eine Steigung gibt. Ich konnte an dieser Stelle beschleunigen und das hohe Tempo halten. Ich wusste, dass das Ziel nur noch wenige Kilometer entfernt war“, sagte Stanley Biwott, der vor eineinhalb Jahren in London als Zweiter mit 2:04:55 seine Bestzeit erzielt hatte. In New York war er vor zwei Jahren Fünfter.

Ergebnisse, Männer:
1. Stanley Biwott KEN 2:10:34
2. Geoffrey Kamworor KEN 2:10:48
3. Lelisa Desisa ETH 2:12:10
4. Wilson Kipsang KEN 2:12:45
5. Yemane Tsegay ETH 2:13:24
6. Yuki Kawauchi JPN 2:13:29
7. Meb Keflezighi USA 2:13:32
8. Craig Leon USA 2:15:16

Frauen:
1. Mary Keitany KEN 2:24:25
2. Aselefech Mergia ETH 2:25:32
3. Tigist Tufa ETH 2:25:50
4. Sara Moreira POR 2:25:53
5. Christelle Daunay FRA 2:26:57
6. Priscah Jeptoo KEN 2:27:03
7. Laura Thweatt USA 2:28:23
8. Jelena Prokopcuka LAT 2:28:46