Hamburg-Marathon

Maisch freute sich nach 2:34:28 über Platz drei

Ulrike Maisch lief als Dritte beim Marathon Hamburg 2:34:28. 15.000 starteten auf der Reeperbahn.

Ulrike Maisch beim Marathon Hamburg

Ulrike Maisch lief als Dritte beim Marathon Hamburg 2:34:28.

Selten ist eine Drittplatzierte so beachtet worden wie die Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch. Die sympathische Rostockerin war der unumstrittene Star des Frühjahrsklassikers im Norden und war schon wenige Minuten nach objektiv keineswegs zufrieden stellenden 2:34:28 Stunden gut gelaunt und gesprächsfreudig für die Medienschaffenden.

„Ich bin das gelaufen, was ich derzeit kann. Die 2:32er Zeit war eigentlich schon bei der Hälfte nicht mehr realistisch, deshalb bin ich mit der Zeit und Rang drei total zufrieden. Ich hoffe, dass mich der DLV damit für die Weltmeisterschaften nominiert!“ Schon nach 10 km hatte sich im Frauenfeld die Vorentscheidung abgezeichnet, als sich die Spanierin Alessandra Aquilar mit ihren beiden Tempomachern auf und davon gemacht hat und mit ihrem neuen Hausrekord von 2:29:01 Stunden die spanische Siegertradition nach den drei Erfolgen von Julio Rey fortsetzen konnte.

Ulrike Maisch konnte das verblüffend gleichmäßig vorgetragene Tempo der Spanierin nicht mitgehen und büßte von 5 km-Marke zu 5 km-Marke wertvollen Boden ein. Auch bei den Männern lief der äthiopische Sieger Solomon Tside mit 2:11:47 Stunden eine neue persönliche Bestzeit. Der mit einem 2:13er Hausrekord angereiste Tside hatte sich im Schlussdrittel von seinem als eigentlichen Tempomacher eingesetzten Weggefährten Charles Ngolepus absetzen können, der letztlich als Zweiter in 2:13:25 ins neu kreierte Ziel unweit der Reeperbahn einlief.

Hamburgs Renndirektor Wolfram Götz zeigte sich trotz der im Vergleich zu den Vorjahren deutlich schwächeren Siegerzeiten und den spürbaren Teilnehmereinbußen auf 15.000 Starter recht entspannt. „Natürlich sind die 2:11:47 eine Zeit, wie sie lange nicht mehr für einen Sieg ausgereicht hat. Aber angesichts des kleinen Spitzenfeldes muss man damit zufrieden sein. Hamburg hat auf jeden Fall einen großartigen Marathon gesehen und angesichts der persönlichen Bestzeiten der Sieger erneut bewiesen, dass es eine schnelle Strecke hat!“. Der Athletenetat von 100.000 Euro dürfte sicherlich nicht ausgeschöpft worden sein, da vereinbarte Zeitboni ebenso wenig gezahlt werden mussten wie Rekordprämien.

„Natürlich habe ich in Hamburg unter Druck gestanden“, gestand Ulrike Maisch ein, die nach zwei verkorksten Starts im Vorjahr in Hamburg und Kopenhagen unter Zugzwang stand. Schließlich sollten die vom DLV geforderten 2:32 Stunden zur WM-Nominierung in Hamburg fallen. „Ich habe mir bei der Streckenhälfte gedacht, okay, 1 bis 2 Minuten langsamer sind immerhin noch besser als erneut aussteigen. Deshalb bin ich total zufrieden, dass ich so ins Ziel gekommen bin. Ich konnte eigentlich seit Januar so trainieren, wie ich es mir auch vorgestellt hatte. Für einen Marathon ist dies nicht unbedingt ausreichend“.

Ein ganz besonderer Stimmungshöhepunkt beim Marathon Hamburg sind die Landungsbrücken. Viele weitere Fotos vom Hamburg Marathon finden Sie in unserer Fotogalerie.

Auch Trainer Klaus-Peter Weippert zeigte sich mit dem Resultat seines Schützlings einverstanden. „Vor zehn Wochen war an einen Marathonstart praktisch noch nicht zu denken. Vor zwei Wochen konnten wir davon ausgehen, dass eine Zeit in diesem Bereich würde möglich sein. Mehr ist derzeit einfach nicht drin!“ Bundestrainer Detlef Uhlemann wird vorrangig die Ergebnisse am kommenden Sonntag in Düsseldorf aber auch der deutschen Meisterschaften am 10. Mai in Mainz abwarten müssen, ehe er seine Mannschaft für die Weltmeisterschaften benennen kann. „Wir müssen nicht unbedingt an den 2:32 festhalten, praktisch reicht die internationale Norm von 2:42. Wir werden einmal schauen müssen!“ Mit Irina Mikitenko, Melanie Kraus, Susanne Hahn, Luminita Zaituc und möglicherweise Ulrike Maisch haben wir eine schlagkräftige Mannschaft. Man muss natürlich aber auch abwarten, was Claudia Dreher, Romy Spitzmüller oder Melanie Schulz in Düsseldorf und Mainz laufen werden!“

Wie für Ulrike Maisch drehte sich in Hamburg auch bei der spanischen Siegerin Alessandra Aquilar alles um die WM in Berlin. „Mit dem Sieg habe ich nicht gerechnet. Ich wollte primär die Verbandsvorgabe von 2:32 erfüllen, war aber auf eine Zielzeit von 2:28 eingestellt. Deshalb habe ich mich auch nicht darum gekümmert, was die Konkurrenz gemacht hat. Dass die Kenianerin Emily Kimurya keine Rolle gespielt hat, das kommt für mich schon überraschend!“ Die 30jährige, die vom früheren Weltklasseläufer Antonio Serrano trainiert wird und in Madrid lebt, hofft nun in Berlin auf eine Verbesserung des spanischen Rekords, der bei 2:26:52 fixiert ist. Die sieggewohnten Ostafrikanerinnen spielten keine maßgebliche Rolle, die Äthiopierin Tigist Abdi Sheni wurde knapp vor Ulrike Maisch Zweite in 2:34:01, Emily Kimurya (Kenia) wurde Vierte in 2:37:44.

Bei den Männern bestimmten naturgemäß die afrikanischen Läufer das Renngeschehen, auch wenn der mit 2:06:49 Stunden in den Startlisten verzeichnete Kenianer Joseph Riri nicht in Hamburg erschienen war („Vor zehn Tagen hatten wir mit seinem Management das letzte Mal Kontakt, anschließend nicht mehr“, so Renndirektor Wolfram Götz). Hinter Solomon Tside und Charles Ngolepus kamen allerdings der Brasilianer Jose Telles des Souza (2:14:46) und der Portugiese Jose Moreira (2:14:57) auf die nächsten Plätze.

Während sich Wilfred Kigen im Rennen um einen schnellen Frühjahrsmarathon für Düsseldorf entschieden hat, stand dessen Bruder Erick an der Startlinie, um letztlich als Neunter in 2:18:43 Stunden zu finsihen. Bester Deutscher wurde auf Rang zwölf Manuel Meyer, der lange Zeit auf eine 2:17er Stunden-Zeit fixiert war, aber auf der zweiten Streckenhälfte mit Krämpfen wertvollen Boden einbüßte und mit 2:20:51 einlief. Im großen Pulk der Drei-Stunden-Läufer auch sein Wattenscheider Vereinskollege Alexander Lubina, allerdings eher um Kollegen zu begleiten. „Mir war es unterwegs etwas zu langsam, deshalb habe ich die letzten 10 Kilometer etwas schneller gelaufen. Mir fehlt natürlich das Stehvermögen für ein ambitioniertes Rennen“, gestand Lubina.

Eine Fotogalerie vom Kinderlauf am Vortag finden Sie hier. Unsere große Fotogalerie vom Hamburg Marathon finden Sie hier, zum Teil II der Fotoreportage klicken Sie hier.

Text: Wilfried Raatz, race-news-service.com
Foto: Norbert Wilhelmi

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