WM-Vorschau

Männer-Marathon ein offenes und spannendes Rennen

Der Männer-Marathon gehört zu den WM-Highlights. Da die Stars Wanjiru und Gebrselassie fehlen, wird's spannend.

Abel Kirui bei seinem Sieg in Wien 2008.

Abel Kirui bei seinem Sieg in Wien 2008.

Bild: Photorun

Spektakulär sind immer wieder die Marathonrennen bei den globalen Meisterschaften. Das dürfte auch am Samstag der kommenden Woche in Berlin nicht anders sein. Dass eine Reihe der großen Stars fehlen, ist bei einem WM-Marathon nichts Neues. Viele verzichten auf die 42,195 km bei oft hohen Temperaturen im Hochsommer und starten lieber bei einem lukrativen Herbstmarathon. Auch die Zahl jener, die das Rennen bei einem WM-Marathon aufgeben, ist in der Regel relativ hoch.

Zwei Stars fehlen
In Berlin führen Olympiasieger Sammy Wanjiru (Kenia) und Weltrekordler Haile Gebrselassie (Äthiopien) die Liste jener Athleten an, die nicht um WM-Gold kämpfen werden. Auf dem Rundkurs am Brandenburger Tor beginnt das Rennen erst um 11.45 Uhr, so dass die Läufer möglicherweise eine Hitzeschlacht erwartet. Das Fehlen der zwei Superstars sowie das Wetter macht das Rennen offen, dafür aber voraussichtlich sehr spannend.

Zwei Äthiopier gehören auf jeden Fall zu den Favoriten in Berlin: Tsegay Kebede ist der Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von Peking 2008. Der erst 22-Jährige steigerte zudem in diesem April in London seine Bestzeit auf 2:05:20 Stunden. Dabei kam er an der Themse nach einem spannenden Zweikampf lediglich zehn Sekunden hinter Sammy Wanjiru ins Ziel. Kebede ist hinter Haile Gebrselassie der zweitschnellste Äthiopier aller Zeiten im Marathon. Vierter in Peking war 2008 Deriba Merga. Der Äthiopier hat in diesem Jahr bereist zwei Marathonrennen gewonnen: Zunächst lief er einen Kursrekord in Houston im Januar, dann siegte er beim prestigeträchtigen Boston-Marathon im April.

Der schnellste Läufer im Feld kommt allerdings aus Kenia: Abel Kirui. Der 27-Jährige steigerte sich im April in Rotterdam auf 2:05:04 Stunden und wurde damit zum sechstschnellsten Läufer aller Zeiten. Kirui hatte 2008 den Wien-Marathon gewonnen und war im Jahr zuvor hinter dem Weltrekord laufenden Haile Gebrselassie in Berlin Zweiter gewesen. Zum starken kenianischen WM-Marathonteam gehören unter anderen auch der vierfache Boston-Sieger Robert K. Cheruiyot und der viertplatzierte des London-Marathons 2009, Emmanuel Mutai (persönliche Bestzeit: 2:06:15).

Ein anderer Afrikaner dürfte gemeinsam mit den Äthiopiern und Kenianern in Berlin um Gold kämpfen: Jaouad Gharib (Marokko) hat bereits zweimal WM-Gold im Marathon gewonnen. Er siegte 2003 in Paris und zwei Jahre später in Helsinki. Drei WM-Titel über die klassische Distanz hat noch nie ein Läufer gewonnen. Dass Gharib in Bestform ist, hat der Olympia-Zweite von Peking 2008 im April in London bewiesen. Als Dritter rannte er mit 2:05:27 Stunden eine persönliche Bestzeit. Ein weiterer starker Marokkaner ist Abderrahim Goumri, dessen Bestmarke nur drei Sekunden langsamer ist als die von Gharib.

Der zweifache brasilianische New York-Marathon-Sieger (2006 und 2008), Marilson dos Santos, wird ebenso zu beachten sein wie Yonas Kifle (Eritrea), die Japaner um Atsushi Sato (PB: 2:07:13) oder der frühere Kenianer Mubarak Hassan Shami (Katar).

Mit vier Läufern wird der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Start sein. Der schnellste von ihnen ist zurzeit André Pollmächer (LAC Erdgas Chemnitz), der sich im Mai in Düsseldorf auf 2:13:09 Stunden gesteigert hatte. Falk Cierpinski (SG Spergau/2:13:30) und Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen/2:13:42) haben sich ebenfalls in diesen Bereich verbessern können. Zudem wird Tobias Sauter (SG Spergau/2:17:27) dabei sein, während Stefan Koch (LG Braunschweig) verletzungsbedingt ausfällt.

Finale: Samstag, 22. August

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