Fernseh-Übertragung

Live mitfiebern beim Berlin-Marathon

Der Berlin-Marathon am 26. September 2010 wird wieder deutschlandweit im Fernsehen übertragen. Martin Grüning von RUNNER’S-WORLD kommentiert.

Berlin-Marathon 1

2010 gibt es wieder Live-Bilder im Fernsehen vom Zieleinlauf vor der Kulisse des Brandenburger Tors.

Bild: Norbert Wilhelmi

Nach dreijähriger Pause wird es 2010 wieder deutschlandweit sowie international Live-Bilder vom Berlin-Marathon geben. Die größte deutsche Eintages-Sportveranstaltung wird am 26. September von 8.30 bis 12 Uhr live bei n-tv und von 8.55 bis 11.30 Uhr bei Eurosport zu sehen sein. n-tv bringt zusätzlich am Montag um 13 Uhr eine Zusammenfassung.

1990 hatte die ARD die vom SFB (später RBB) produzierte Live-Sendung übernommen und jeweils ausführlich über den Marathon berichtet. 2008 gab es anstatt der Live-Übertragung in der ARD eine einstündige Zusammenfassung am Nachmittag. 2009 übertrug die ARD zum Zeitpunkt des Berlin-Marathons den Oktoberfestumzug aus München. Als offizielle Gründe wurden seitens der gebührenfinanzierten ARD schwache Quoten angegeben.

2010 hat der Veranstalter reagiert und aus der Not eine Tugend gemacht: „Wir haben uns entschieden, die Bilder selbst zu produzieren, da wir als Premium-Sport-Event ein nationales TV-Fenster brauchen“, erklärte Rüdiger Otto, Geschäftsführer von SCC-RUNNING.

Sieger vor der Siegessäule.

Bild: Norbert Wilhelmi

Thomas Steffens, Leiter der Unternehmenskommunikation beim veranstaltenden SCC-RUNNING Events, betont: „Hier geht es nicht einfach darum, dass sich ein Veranstalter sein Vermarktungsfenster selbst schafft. Es scheint die Tendenz zu geben, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender zunehmend aus der Leichtathletik zurückziehen. Und ohne TV wird die Vermarktung natürlich deutlich schwerer; letztendlich kann dies existenzgefährdend sein. Dass dabei schlechte Quoten ins Feld geführt werden, ist normal. Dieses Argument wird immer aus der Tasche geholt, wenn man etwas nicht näher erklären will. Ganz abgesehen davon, dass die Öffentlich-Rechtlichen einen gesetzlich definierten Sendeauftrag haben und ein Ereignis wie den Berlin-Marathon als größtes Eintages-Sportevent eigentlich abbilden müssten, keineswegs live, aber durchaus im Rahmen der üblichen Sonntagsnachmittags-Sportsendungen, die ja auch Rodeln und ähnliche Nischensportarten im Programm haben.

Nachdem wir viele Jahre lang durch den RBB und die ARD bestens bedient waren mit einer mehrstündigen Live-Übertragung, wurde die Berichterstattung seitens der ARD schrittweise zurückgefahren, paradoxerweise mit zunehmender Klasse im Spitzenbereich. Der RBB berichtete bis einschließlich 2009 mehrere Stunden live. Die ARD übernahm diese Bilder und setzte bis 2007 sogar zusätzlich eigene Leute ein. Vom Weltrekord 2008 gab es in der ARD eine 45-min-Zusammenfassung nachmittags um 13.15 Uhr, zwischen Mittagsmagazin und Nachmittags-Film – eine Notlösung. Wir hätten die Sendung lieber vor der Sportschau gesehen.

Wir als Veranstalter konnten damit leben, eine Zusammenfassung am Nachmittag war durchaus noch in unserem Sinne, wenngleich die Sendezeit am frühen Nachmittag bei schönstem Herbstwetter natürlich keine tollen Quoten brachte. Als dann die ARD 2009 auf eine solche Zusammenfassung verzichtete – stattdessen gab es den Oktoberfestumzug aus München live – , mussten wir handeln, denn für eine Großveranstaltung unseres Kalibers kann eine lediglich regionale Berichterstattung nicht genügen. Wir nahmen daher frühzeitig mit dem RBB Kontakt auf, für uns der Ansprechpartner auch in Sachen ARD."

Berlin-Marathon 3

Bild: Norbert Wilhelmi

Gute Stimmung ist beim Berlin-Marathon garantiert.

"Anfang März", fährt Thomas Steffens fort, "wurde uns dann mitgeteilt, dass wir weder live noch als Zusammenfassung in der ARD vorkommen würden. Daraufhin beschlossen wir, die TV-Bilder selbst zu produzieren und sie selbst zu vermarkten, d.h. Sender zu suchen, welche die Bilder ausstrahlen. Mit der RTL-Gruppe fanden wir die Partner, mit denen wir nun sicherstellen können, dass vom Marathon live berichtet wird, n-tv gehört ja zu RTL.“

TopVision, ein TV-Produktionsunternehmen mit Sitz in Berlin, ist technisch bestens ausgestattet und wird die Bilder produzieren. Insgesamt arbeitet das Team mit rund 20 Kameras und drei Helikoptern (2 für Signal, 1 mit Kamera). Daneben gibt es ein Kamerafahrzeug, das ständig vor der Männerspitze fährt, dazu 2 Motorrad-Kameras (Männer und Frauen).

Verantwortlicher Produzent der Live-Übertragung ist der TV-Experte René Hiepen, der das Rennen auch kommentiert. An seiner Seite sitzt mit Co-Kommentator Martin Grüning ein ausgewiesener Marathonexperte. Martin Grüning war in den 80er Jahren einer der besten deutschen Marathonläufer mit einer Marathonbestzeit von 2:13:30 Stunden. Heute arbeitet er als Stellvertretender Chefredakteur von RUNNER’S WORLD. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung“, betont der erfahrene Marathonbuch-Autor, „und werde sicherlich viel Spaß haben.“

René Hiepen: „Der Berlin Marathon ist für uns ein globales TV Event. Wir möchten mit einer fachlich fundierten, aber auch unterhaltsamen Inszenierung die TV-Zuschauer weltweit begeistern. Die Jagd nach dem Weltrekord, der deutsche Aspekt mit Topläuferin Sabrina Mockenhaupt und der so stimmungsvolle Breitensport sind die sportlich-inhaltlichen Säulen unserer TV-Übertragung.

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