Positive Dopingprobe

Liliya Shobukhova für zwei Jahre gesperrt

Der russische Leichtathletik-Verband hat Liliya Shobukhova wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt. Damit könnte Irina Mikitenko nachträglich zur World-Marathon-Majors-Siegerin 2009-2010 gekürt werden.

Liliya Shobukhova (rechts) gewann 2009 den Chicago-Marathon vor Irina Mikitenko (Mitte). Jetzt könnte nachträglich die Deutsche zur Siegerin werden.

Liliya Shobukhova (rechts) gewann 2009 den Chicago-Marathon vor Irina Mikitenko (Mitte). Jetzt könnte nachträglich die Deutsche zur Siegerin werden.

Bild: photorun.net

Der russische Leichtathletik-Verband hat die Marathonläuferin Liliya Shobukhova wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt. Zudem hat der Verband alle Ergebnisse der russischen Weltklasseläuferin seit dem 9. Oktober 2009 annulliert. Dies wurde jetzt durch eine Pressemitteilung des London-Marathons international bekannt.

Gerüchte über eine positive Dopingprobe Shobukhovas kursierten in der internationalen Marathonszene schon seit mindestens 2012. Jetzt erst hat Russlands Verband offiziell reagiert auf eine positive Probe, die offenbar im Oktober 2009 zwei Tage vor dem Chicago-Marathon im Rahmen dieses World Marathon Majors (WMM)-Rennens genommen wurde. Am 11. Oktober gewann Shobukhova den Marathon vor Irina Mikitenko. 2010 und 2011 siegte sie ebenfalls in Chicago und wurde als erste Läuferin gefeiert, der in Chicago ein Hattrick gelungen war. 2011 schraubte sie dabei ihren eigenen russischen Rekord auf 2:18:20 Stunden und wurde zur bis heute zweitschnellsten Läuferin aller Zeiten hinter Paula Radcliffe (Großbritannien/2:15:25). Den London-Marathon gewann sie 2010, ein Jahr später wurde sie dort Zweite. Die heute 36-Jährige entschied zweimal die jeweils zweijährige World Marathon Majors-Serie (2009-2010 und 2010-2011) für sich. Alleine dadurch kassierte sie einen Bonus von insgesamt einer Million US-Dollar.

Irina Mikitenko nachträglich Siegerin der World Marathon Majors?

In der Pressemitteilung des London-Marathons, dem eine fast gleichlautende Stellungnahme der World Marathon Majors (WMM) folgte, heißt es, man müsse entweder das Ergebnis eines Widerspruch-Verfahrens – sollte die Athletin Einspruch erheben – oder das Verstreichen der Einspruchsfrist abwarten. Sollte es bei der Sperre und Annullierung der Ergebnisse seit Oktober 2009 bleiben, würden die World Marathon Majors entsprechend reagieren. Dann würde die inzwischen 41-jährige Irina Mikitenko (Eintracht Frankfurt), die gegenüber der Zeitschrift „Leichtathletik“ erklärte, dass sie ihre leistungssportliche Karriere Ende dieses Jahres beenden wird, nachträglich zur ersten deutschen Chicago-Marathon-Siegerin gekürt. Zudem hätte sie damit auch die World Marathon Majors (WMM)-Serie 2009-2010 gewonnen und damit theoretisch ein Preisgeld von 500.000 Dollar. Mikitenko hatte die WMM-Serie bereits 2007-2008 und 2008-2009 für sich entschieden. Bei einer nachträglichen Disqualifikation Shobukhovas wäre zudem die Kenianerin Edna Kiplagat die Siegerin der WMM-Serie 2010-2011.

Ob und wann es zu einer Auszahlung an mögliche neue Siegerinnen käme, ist aber völlig ungewiss. Die WMM-Regeln besagen zwar, dass des Dopings überführte Athleten Preis- und Antrittsgelder zurückzahlen müssen, doch die Umsetzung dürfte bei einer russischen Athletin kompliziert werden. Die World Marathon Majors wollen aber offenbar gegebenenfalls alles versuchen, um die Gelder von Liliya Shobukhova zurückzuholen. „Die WMM werden eine harte Linie fahren und alle Maßnahmen ergreifen, um die Integrität der bei WMM-Rennen startenden Athleten sicherzustellen. Betrüger müssen verstehen, dass sie in unserem Sport nicht willkommen sind, und dass sie erwischt werden“, sagte der Londoner WMM-Vertreter Nick Bitel.

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