Berlin-Marathon

Läufer-Predigt vor Berlin-Marathon

Passend zu Weihnachten gibt es die Läufer-Predigt von Pfarrer Klaus Feierabend, die er am Abend vor dem Berlin-Marathon gehalten hat.

Läufer-Predigt zum Berlin-Marathon

Teilnehmer des Weihnachtsmannlaufes in Mailand.

Bild: photorun.net

Pfarrer Klaus Feierabend hält seit 25 Jahren die Predigt, wenn am Abend vor dem Berlin-Marathon in der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche der Ökumenische Gottesdienst stattfindet. Nachfolgend veröffentlichen wir den Predigttext dieses Jahres von Pfarrer Klaus Feierabend.

Liebe Freunde! So darf ich Euch anreden, und ich tue es sehr gerne! Vor 25 Jahren gab es hier das erste Ökumenische Abendgebet, heute also zum 26. Mal. Mit meinen Predigten stehe ich um zwei Jahrespunkte dahinter. Ich weiß, einige von Euch waren damals schon dabei. Andere, durchaus sehr viele andere, kamen hinzu in all den Jahren. Von Euch und Eurer Heiterkeit lebte dieser ungenierte Gottesdienst. Eure hoffnungsvollen Entartungen durften sich hier ausbreiten.

Und Ihr konntet sie, rundum erneuert, womöglich wieder mit nach Hause nehmen. Ja, wenn es gut ging, musstet Ihr sie nicht fallen lassen und heimlich entsorgen wie ein benutztes Tempotaschentuch, sondern festhalten und mitnehmen, gar in den Marathonkurs am Morgen darauf. Das sind Glücksfälle, wenn Erwartungen nicht enttäuscht werden, sondern blühen, gedeihen und 'vorrätig' bleiben; 'nachhaltig', so heißt es im gestelzten Politiker-Deutsch.

In Kindheitstagen sind auch die Entartungen kindlich. Ich weiß, ich wollte als Kind immer schon lieber doof sein als dick, „das sieht man nicht gleich“, erklärte ich den Erwachsenen. Ich bin übrigens dabei geblieben und denke heute noch so. Ja, als Kind war ich doch recht schlau. Als alter Mann bin ich manchmal noch wie ein Kind. Doch ich sollte mich nicht täuschen: Der Kindes-Bonus fällt längst weg. Jetzt heißt es gnadenlos: „Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen. Der war doch schon immer so.“ Manche Erwartungen von früher sind nämlich unbrauchbar geworden. Zum Beispiel die kindliche Idee, dass man jederzeit seine Dinge in die Hand nehmen kann, wenn man nur will.

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