Race Report

Kröckert 2:16:54 in Essen. Kenianer siegen in Carpi und Bejing

Vielversprechendes Marathon-Debut von Mario Kröckert in Essen. Gewohntes Bild in Carpi, Bejing und Neu Dehli: Kenianerinnen und Kenianer sahnen ab

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Die erste Bekanntschaft mit dem Marathon machte Mario Kröckert 2003 in Berlin, wo er Sonja Oberem zu ihrem dritten Platz begleitete.

Bild: Photo Run

Mario Kröckert (Bayer Leverkusen) gewann am Sonntag den Marathon um den Baldeneysee in Essen in 2:16:54 Stunden. Dies ist gewissermaßen ein Lichtblick heutzutage, wo man erfreut ist, wenn ein Deutscher den Marathon schneller als 2:20 läuft. Zumal dies Mario Kröckerts erster ernsthafter Versuch über die klassische Distanz war. 2003 lief er nämlich schon einmal einen Marathon, damals allerdings als Begleiter seiner Vereinskollegin Sonja Oberem beim Berlin-Marathon (2:26:52). Damit ist der 28-Jährige nicht nur reif für den Marathon; er weist auch die schnellste Zeit eines aktuellen deutschen Marathonläufers über die 10000 Meter auf. Denn wer 28:27 Minuten laufen kann (er lief dies im Jahre 2003), kann bei entsprechender Vorbereitung und vorteilhaften Witterungsverhältnissen eine Zeit zwischen 2:10 und 2:13 schaffen. Da Kröckert seine Perspektiven auf der Straße sieht, darf gehofft werden, dass dies funktioniert.
Mit dieser Zeit steht Mario Kröckert an zweiter Stelle der deutschen Jahresbestenliste hinter Ulrich Steidl (SSC Hanau/Rodenbach/2:16:02). Schnellste Frau in Essen war Romy Spitzmüller (Leipzig) in 2:40:40.

Kenianer in Carpi und Bejing vorne
Der Traditionsmarathon von Carpi (Norditalien) sah einen kenianischen Doppelsieg bei den Männern und wie in Amsterdam am selben Tag eine Spurtentscheidung. David Kemboi Kiyeng gewann in 2:10:08 Stunden mit nur einer Sekunde Vorsprung vor seinem Landsmann David Omiti Makori. Noch zwei weitere Kenianer blieben auf den nächsten Plätzen unter 2:11 Stunden. Hillary Korir lief als Dritter 2:10:16, Henry Serem wurde in 2:10:59 Vierter. Schnellste Frau war die Ungarin Aniko Kalovics mit 2:26:43 Stunden. Sie verbesserte bei ihrem Debüt den ungarischen Rekord von Judit Nagy um gut zwei Minuten. Zweite wurde die Italienerin Rosaria Console in 2:28:50. Sie hatte zu den aussichtsreichen Läuferinnen beim EM-Marathon von Göteborg gehört, wurde jedoch behindert und kam zu Fall, wobei sie sich an der Hüfte verletzte und das Rennen aufgeben musste.

Während James Kwambai (Kenya) in 2:10:36 den Bejing-Marathon vor seinem Landsmann David Kipkorir (2:10:46) gewann, war das Frauen-Rennen im Verhältnis weniger hochklassig. Sun Weiwei (China) siegte in 2:34:41.
Weitere Erfolge für kenianische Läufer gab es in Neu-Dehli. Bei einem Halbmarathon siegte Francis Kibiwott in flotten 61:36 Minuten vor Cuthbert Nyasango (Simbabwe/62:30). Schnellste Frau war hier die Kenianerin Lineth Chepkirui, die in 70:40 vor der Äthiopierin Erkesso Teyiba gewann (71:22).