Toronto Waterfront Marathon

Koren Yal siegt in Toronto - 100-Jähriger finisht

Die Äthiopierin Koren Yal gewann den Toronto-Marathon in Top-Zeit vor Mare Dibaba. Fauja Singh wurde erster 100-jähriger Marathonfinisher.

Koren Yal siegt Toronto-Marathon 2011

Koren Yal ist auf dem Weg zum Sieg beim Toronto-Marathon.

Bild: photorun.net

Die Äthiopierin Koren Yal sorgte für das herausragende Resultat beim Toronto-Marathon. Die 24-Jährige gewann den Lauf in 2:22:43 Stunden. Bei den Männern hieß der Sieger zum vierten Mal in Folge Kenneth Mungara. Der Kenianer setzte sich in 2:09:49 Stunden mit einem knappen Vorsprung durch.

Im Rennen der Frauen entwickelte sich das erwartete Duell zwischen Koren Yal und ihrer Landsfrau Mare Dibaba. Das Duo erreichte die Halbmarathonmarke nach sehr schnellen 68:36 Minuten – eine Zeit, die gut genug ist, um viele internationale Halbmarathonrennen zu gewinnen. Auch an der 30-km-Marke waren die beiden noch gut im Zeitplan für eine Zeit von unter 2:20 Stunden (1:38:31), obwohl sie nicht mehr ganz so schnell liefen wie zuvor. Danach machte Koren Yal Druck und konnte sich von Mare Dibaba lösen, die schließlich als Zweite 2:23:25 erreichte. Mit deutlichem Abstand belegte die Russin Silvia Skvortsova Platz drei (2:27:51).

„Es war unser Plan, die erste Hälfte so schnell zu laufen. Danach spürte ich einen Schmerz in meinem Bein und bin deswegen etwas langsamer geworden“, erklärte Koren Yal, die in diesem Jahr zuvor bereits zwei Marathonrennen gelaufen war. Zunächst hatte sie im Januar in Mumbai (Indien) mit 2:26:56 Stunden gewonnen, dann wurde sie im April Dritte beim Paris-Marathon. Ihre bisherige Bestzeit hatte sie vor einem Jahr in Toronto aufgestellt. Damals wurde sie Vierte in 2:24:33. „Es gibt einige Äthiopierinnen, die rund 2:22 Stunden gelaufen sind, daher bin ich mir nicht sicher, was die Olympia-Nominierung für London 2012 betrifft“, sagte Koren Yal.

Bei den Männern wurde das Rennen um den Sieg erst auf der Zielgeraden entschieden. Denn Kenneth Mungara und der Äthiopier Shami Dawit lieferten sich fast bis zum letzten Meter ein packendes Duell. Mungara gewann schließlich mit zwei Sekunden Vorsprung in 2:09:49 vor Dawit. Rang drei ging an den Kanadier Reid Coolsaet mit 2:10:55.

Eine sensationelle Leistung zeigte in Toronto auch der 100-jährige Fauja Singh. Er erreichte das Ziel nach 8:25 Stunden und ist damit der erste 100-Jährige, der einen Marathonlauf erfolgreich beendet hat.

Singhs Erfolgsgeschichte begann bescheiden in einem Dorf in der indischen Region Punjab. Er war Bauer und hätte wohl niemals sein Heimatland verlassen, wenn nicht vor über 20 Jahren innerhalb kurzer Zeit ein Sohn und seine Frau gestorben wären. Er zog zu einem anderen Sohn nach London, in ein Land, dessen Sprache er bis heute nicht spricht. Dort entdeckte er als 80-Jähriger seine alte Leidenschaft zum Laufen wieder. Gemeinsam mit seinem Trainer und Mentor Harmander Singh, der in London auf ihn aufmerksam wurde, baute der alte Herr eine erstaunliche Ausdauerfähigkeit auf. Den ersten Marathon bestritt er im Jahr 2000 als 89-Jähriger in 6:54 Stunden. Seine persönliche Bestzeit erreichte er schließlich 2003 in Toronto, wo er nach 5:40 Stunden ins Ziel kam. Damit ist Singh weiterhin Weltrekordhalter in der Altersklasse M90.

Frankfurt 2010

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