Marathon in der Provinz

Kleine Veranstaltungen mit Charme: Wendland-Marathon

Lockendes Angebot: Bei hundert Marathonläufern gibt’s ein Fass Bier.

Im Wendland gibt es eine erstaunlich große Ausdauersport-Szene. „Wir dachten damals, ein Marathon gehöre unbedingt dazu“, begründet Walter die Entscheidung, die Veranstaltung aus der Taufe zu ­heben. Ein weiteres wichtiges Motiv besteht für ihn darin, Kinder an das Laufen heranzuführen. Die kurzen Distanzen sind daher ein bedeutender Bestandteil der Veranstaltung.

Nach dem Lauf treffen sich Teilnehmer und Begleiter im Dorfgemeinschaftshaus zu den Siegerehrungen und zu Kaffee und Kuchen. Dabei geht es sehr familiär und freundschaftlich zu, und so dürfen die Veranstalter für sich reklamieren, dass sie jeden einzelnen Teilnehmer per Handschlag begrüßen können.

Diesen Anspruch hat auch Horst Berger, der seit 31 Jahren den Haseder Feldmarklauf organisiert. Keimzelle der Veranstaltung war die Betriebssportgruppe einer Urnenfabrik, deren Inhaber sich seit Jahren als Sponsor engagiert. Zur Premiere des Marathons kamen 20 Läufer, zwischendurch wurde auf der Strecke Gymnastik gemacht. Mittlerweile hat sich die Teilnehmerzahl bei rund 50 eingependelt. Berger träumt davon, irgendwann die Läuferzahl zu verdoppeln: „Wenn wir 100 Marathonläufer haben, gebe ich ein Fass Bier aus.“ Er und seine Mitstreiter stecken Hunderte Stunden in die Organisation des Wettbewerbs: Von der Ausschreibung über die behördliche Anmeldung von Straßensperren bis hin zur Ausgabe der Startnummern ist das kleine Team für alle anfallenden Arbeiten verantwortlich. Er mache das aus Idealismus, sagt Berger. Ihm geht es um Gesundheitsprävention und darum, Menschen ans Laufen heranzuführen.

Ein ganz anderes Anliegen verfolgt Rita Bockmann vom Förderverein Goldenstedter Moor. Sie erhielt von den umliegenden Gemeinden den Auftrag, die Region bekannter zu machen. Eine Maßnahme unter vielen ist die Organisation des Moormarathons, der an­fangs sogar aus EU-Mitteln gefördert wurde. Der Lauf wird im Internet, über Flyer und in Anzeigen beworben, lockt aber bislang vorrangig Teilnehmer aus der Umgebung an. Bis zu 62 Läufer absolvieren seit 2000 jährlich die Marathon-Distanz, Tendenz steigend. „Wenn es noch mehr würden, wäre das ganz schön“, sagt Bockmann.

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