Superzeiten

Kirwa und Weidlinger brechen Rekorde beim Frankfurt Marathon

Gilbert Kirwa in 2:06:14 und Agnes Kiprop in 2:26:57 siegten beim Frankfurt Marathon.

Frankfurt Marathon 2009

Gilbert Kirwa gewinnt mit einem Streckenrekord in Frankfurt.

Bild: Norbert Wilhelmi

In einem begeisternden Männerrennen triumphierte der Kenianer Gilbert Kirwa vor rund 350.000 Zuschauern mit einer Kursrekordzeit von 2:06:14 Stunden. Auch der zweitplatzierte Vorjahressieger Robert K. Cheruiyot erzielte mit 2:06:23 Stunden eine Weltklassezeit und blieb deutlich unter seinem alten Streckenrekord von 2:07:21. Damit hat sich das Rennen als deutsche Nummer zwei hinter Berlin etabliert und seinen Status als Gold Label Race, der höchsten Kategorie des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), bestätigt.

Die Rekordzahl von 12.614 Marathonläufern aus 71 Nationen hatte sich für das Rennen angemeldet, Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet waren es sogar über 20.000. Knapp 350.000 Zuschauer säumten die Strecke bei sehr guten Wetterbedingungen.

Mit Gilbert Kirwas Siegzeit ist der Frankfurt-Marathon in diesem Jahr bisher das siebtschnellste Marathonrennen weltweit. In der aktuellen Jahresweltbestenliste sortierte sich Gilbert Kirwa auf Rang zehn ein. Als einziges deutsches Rennen dieses Jahres produzierte der Marathon zwei Männerzeiten unter 2:07 Stunden. Rang drei belegte mit William Kiplagat der Trainer von Cheruiyot. Der Kenianer erreichte das Ziel nach starken 2:07:05 Stunden. Drei weitere Kenianer blieben im hochklassigsten Rennen der Geschichte des Laufes unter der 2:10-Stunden-Marke.

Vergleichsweise nicht ganz so stark war das Frauenrennen am Main. Agnes Kiprop gewann und machte somit den ersten kenianischen Doppelsieg seit dem Jahr 2000 perfekt. Vor neun Jahren war Esther Barmasai die letzte Kenianerin, die in Frankfurt gewann. Agnes Kiprop lief nach 2:26:57 Stunden ins Ziel in der Frankfurter Festhalle.

Aufgrund der hochklassigsten Männerergebnisse in der Geschichte des Rennens hat der Frankfurt-Marathon auch in einer anderen Statistik einen großen Sprung gemacht: In der Liste der schnellsten City-Marathonrennen der Welt liegt Frankfurt nun bereits auf Rang elf und hat unter anderem New York hinter sich gelassen. Hierbei zählt der Durchschnitt der schnellsten zehn Männerzeiten, die je bei einem Rennen erzielt wurden. Für Frankfurt beträgt dieser Wert nun 2:07:49,6 Stunden.

Mit einer Zwischenzeit von 63:35 Minuten hatte die 14-köpfige Spitzengruppe die Halbmarathonmarke erreicht. Das war etwas langsamer als ursprünglich geplant. Doch bald darauf war es der Titelverteidiger Cheruiyot, der die Initiative ergriff. Jetzt wurde das Rennen deutlich schneller. Zunächst versuchte Elias Kemboi dem Vorjahressieger zu folgen, doch das gelang ihm nur kurzzeitig. Dann aber schaffte es Gilbert Kirwa den Ausreißer wieder einzufangen. Kurz nach der 30-km-Marke waren beide gleichauf, bei 38 km konnte sich Gilbert Kirwa im zweiten Marathon seiner Karriere entscheidend lösen. „Ich bin jetzt zweimal Marathon gelaufen und habe zweimal gewonnen – ich bin wirklich glücklich“, erklärte Gilbert Kirwa, der im April sein Debüt in Wien in 2:08:21 gewonnen hatte. Der 23-jährige Kenianer verbesserte den Streckenrekord von Robert K. Cheruiyot um 67 Sekunden und verdiente sich dafür eine Rekordprämie von 95.000 Euro.

Günther Weidlinger bricht den österreichischen Uralt-Marathonrekord.

Bild: Norbert Wilhelmi

Eine ebenso starke und überraschende Leistung schaffte Günther Weidlinger. Der Österreicher verbesserte sich in seinem zweiten Marathon auf 2:10:47 Stunden und wurde Zehnter. Damit brach er den 23 Jahre alten Landesrekord von Gerhard Hartmann (2:12:22). „Ich bin schneller gelaufen als geplant und bin froh, dass es geklappt hat“, sagte Günther Weidlinger, der bei seinem Debüt in Wien 2:12:39 Stunden gelaufen war. Der 31-Jährige steht nunmehr auf Position sieben der europäischen Jahresbestenliste. „Ich möchte mich bedanken bei den Organisatoren und den Zuschauern, denn ich wurde hier behandelt wie ein Frankfurter“, sagte Günther Weidlinger.

Auch bei den Frauen dominierte Kenia das Geschehen. Agnes Kiprop erreichte das Ziel nach 2:26:57 Stunden vor ihrer Landsfrau Hellen Kimutai (2:27:50). Dritte wurde Karolina Jarzynska (Polen) mit 2:29:10. Die 29-Jährige Kiprop erhält für ihren Sieg 15.000 Euro. Kurz vor der 30-km-Marke hatte sie sich abgesetzt von der Konkurrenz. „Aber erst bei Kilometer 41 wusste ich, dass ich gewinnen würde, denn ich hatte Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur“, sagte die 29-jährige Siegerin, die daher keine schnellere Zeit erreichte.

Zehnte wurde bei ihrem Abschiedsrennen Luminita Zaituc (LG Braunschweig) in 2:35:06 Stunden. Nach einem flotten Beginn hatte sie zwischen Kilometer 25 und 35 eine schwere Phase, doch die 41-Jährige kämpfte sich zurück ins Rennen. „Es war ein tolles Erlebnis heute und ich bin ein bisschen wehmütig. Vielleicht bin ich 2010 noch einmal als Hobbyläuferin dabei“, erklärte Luminita Zaituc.

Text: race-news-service.com
Fotos: photorun.net

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