Frankfurt Marathon

Kenias nächster Weltklasseläufer: Robert K. Cheruiyot II

Der Frankfurt-Marathon hat am Wochenende den nächsten kenianischen Weltklasseläufer hervorgebracht.

Die Aktien von Robert K. Cheruiyot schossen in die Höhe: Der Sieger des Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathons posiert an der Börse mit Race-Direktor Jo Schindler und Siegerin Sabrina Mockenhaupt.

Einen Robert K. Cheruiyot kannte man bisher im internationalen Straßenlauf als Sieger des Boston- und des Chicago-Marathons. Außerdem gewann jener Kenianer die erste Serie der World Marathon Majors (WMM) 2006-2007. Seit Sonntag gibt es Robert K. Cheruiyot II, der nicht verwandt ist mit seinem Namensvetter. Aus dem schier unerschöpflichen Talente-Pool kenianischer Langstreckler ist der nächste große Marathonläufer aufgetaucht: Der erst 20-jährige Robert Kiprono Cheruiyot gewann den Dresdner Kleinwort Frankfurt-Marathon in der Streckenrekordzeit von 2:07:21 Stunden. 13 Landsleute (!) belegten die nächsten Ränge und demonstrierten einmal mehr die Übermacht der Läufer aus Ostafrika auf der Straße.

„Ich bin völlig überrascht, dass ich hier gewonnen habe, daran hatte ich während des Rennens zuvor nicht gedacht“, erklärt Robert Cheruiyot, der während der letzten sechs Monate in Kapkitany in der Nähe von Eldoret gemeinsam mit dem ebenfalls in Frankfurt startenden William Kiplagat trainierte. Kiplagat hat eine Bestzeit von 2:06:50 Stunden und wurde am Sonntag in 2:10:53 Zehnter. Erst kurzfristig schickte ihn sein Manager Jos Hermens nach Frankfurt. Da der Eliteetat zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeschöpft war, bezahlte Hermens das Ticket. Die Verabredung war: läuft Cheruiyot unter 2:14 Stunden, bekommt er die Kosten erstattet. So erhält er nun neben der Prämie von 50.000 Euro auch den Flugpreis zurück. Es war Kiplagat, der zunächst Cheruiyot und dann Hermens zu dem Frankfurt-Start überredete. „Ich habe gesehen, dass er sehr stark ist“, erklärt William Kiplagat.

Robert Cheruiyot wuchs in Bomet auf, einer Gegend die für ihre Teeplantagen bekannt ist. Er hatte einen Schulweg von sieben Kilometern, den er viermal am Tag absolvierte. Mit täglichen Läufen von insgesamt 28 km wird er unbewusst die Grundlage gelegt haben für seinen Sensationssieg von Frankfurt. Als Schüler erreichte er über 5.000 m bereits 14:30 Minuten, dann lief er über 10 km 30:33. Zunächst trainierte er nach der Schule in Iten, einem bekannten Trainingscamp, mit einem anderen kenianischen Marathon-Weltklasseläufer: Christopher Cheboiboch. „Aber ich hatte das Gefühl, dass ich dabei keine Fortschritte gemacht habe“, erklärt Robert Cheruiyot, der sich dann der Gruppe von William Kiplagat anschloss. „Nach zwei Monaten Training wusste ich, dass er stark ist und das Training ernst nehmen würde. Auch wenn ich nicht selbst bei der Gruppe war, trainierte er diszipliniert nach meinen Vorgaben“, sagt William Kiplagat.

Beim Nairobi-Halbmarathon rannte Robert Cheruiyot im vergangenen Jahr eine 63-Minuten-Zeit. Doch außerhalb Kenias war er vor dem Frankfurt-Marathon noch nie an den Start gegangen. Jetzt nutzte der Youngster die Chance seines Lebens. Dabei sah man beim Rennen, dass er über keinerlei Erfahrung bei solchen Läufen verfügt. Statt hinter den Tempomachern zu rennen, lief Robert Cheruiyot meist neben der Gruppe.

Mit der Prämie will Kenias neuer Marathonstar seiner Familie aus einer Notlage heraus helfen: Im vergangenen Jahr starb sein Vater. Seine Mutter, die noch drei weitere Kinder hat, übernahm die kleine Farm mit drei Kühen. „Ich will ihr ein neues Haus bauen“, erzählt Robert K. Cheruiyot II, der im nächsten Jahr sicherlich bei einem der großen Frühjahrs-Klassiker an den Start gehen wird.

Text: race-news-service.com
Foto: www.photorun.net

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