Olympische Spiele 2016 in Rio

Kenias Läufer-Stars bangen um Olympia-Teilnahme

Kenias neue Anti-Doping-Gesetzgebung stimmt nicht mit den Richtlinien der World-Anti-Doping-Agency überein. Kenianischen Läufern droht nun eine Sperre für Olympia.

Eliud Kipchoge

Eliud Kipchoge ist der zurzeit beste Marathonläufer der Welt. Obwohl der Kenianer über den Testpool der World Marathon Majors sicher öfter getestet wird als viele seiner potenziellen Konkurrenten in Rio, droht auch ihm das Olympia-Aus.

Bild: photorun.net

Kenias Läufer-Stars müssen um ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio im August bangen. Wie die World-Anti-Doping-Agency (WADA) bekannt gab, wurde Kenias neue Anti-Doping-Gesetzgebung als „nicht konform gehend“ mit den Richtlinien der WADA eingestuft. Diese Einschätzung kam überraschend, nachdem die Kenianer quasi in letzter Minute vor kurzem ein knallhartes Anti-Doping-Gesetz im Parlament verabschiedet hatten. Demnach drohen zukünftig gedopten Athleten aber auch Beteiligten aus dem Umfeld sogar Gefängnisstrafen. Es wird vermutet, dass es jedoch bei der neu aufgestellten nationalen Anti-Doping-Agentur Kenias Bereiche gibt, die nicht mit dem WADA-Code konform gehen. Details sind bisher nicht bekannt.

Sperre droht auch bei Sommer- und Herbstläufen

Die Entscheidung ob Kenias Leichtathleten bei den Olympischen Spielen an den Start gehen dürfen, liegt nun einerseits beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und andererseits beim Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF). Beide Verbände können auch unabhängig voneinander Sperren aussprechen. Kommt es zu einer Sperre durch die IAAF droht den Kenianern auch das Aus bei den großen Straßenläufen im Herbst. Nachdem die Frühjahrs-Straßenlaufsaison praktisch vorbei ist, könnten Kenias Läufer aber auch bei den Leichtathletik-Meetings im Sommer nicht starten.

Wie die internationale Nachrichtenagentur AFP berichtet, gibt es aber noch etwas Hoffnung für die Kenianer. Demnach antwortete WADA-Präsident Craig Reedie auf die Frage, ob Kenia noch rechtzeitig vor Olympia entsprechende Veränderungen umsetzen könnte, um dem WADA-Code zu entsprechen: „Ja, es ist die Frage, wie schnell sie reagieren … sie sind jetzt am Zug.“

Kenianische Regierung hat zu spät gehandelt

Der frühere Olympiasieger Kipchoge Keino, heute Vorsitzender des Nationalen Olympischen Komitees von Kenia, machte die Regierung für die Situation verantwortlich. Gegenüber der Zeitung „Daily Nation“ erklärte er, er sei nicht überrascht von der WADA-Einstufung. „Das Sportministerium hat nicht gehandelt - ich habe schon vor langer Zeit gesagt, dass wir uns in Gefahr befinden“, erklärte Keino. Auch der 3.000-m-Hindernis-Olympiasieger Ezekiel Kemboi beschuldigte in der Zeitung den Sportminister. „Ich gebe dem Minister die Schuld für all das. Das Anti-Doping-Gesetz hätte schon lange vorher verabschiedet werden müssen. Warum wurde das verzögert? … Der Minister hat versagt in seiner Verantwortung. Wenn dein Haus anfängt zu brennen, dann sitzt du doch auch nicht da und schaust zu - du löschst das Feuer! Aber was haben wir gemacht? Wir haben uns zurückgelehnt und zugeschaut.“

Eliud Kipchoge

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