Olympia-Marathon

Kenia verzichtet auf Makau und Mutai

Kenia verzichtet bei Olympia auf Makau und Mutai, also auf den aktuellen Marathon-Weltrekordler und den schnellsten Läufer aller Zeiten.

Patrick Makau und Haile Gebrselassie

In Berlin entriss Patrick Makau auf spektakuläre Weise Haile Gebrselassie im direkten Duell den Weltrekord. Trotzdem nominierten ihn die Kenianer nicht für Olympia.

Bild: photorun.net

Kenias Leichtathletik-Verband Athletics Kenya (AK) hat die mit Spannung erwartete Nominierung des Marathon-Teams für die Olympischen Spiele in London im Sommer bekannt gegeben und dabei für eine Überraschung gesorgt: Nach monatelangem Hin und Her haben sich die Funktionäre für den London- und Frankfurt-Marathon-Sieger Wilson Kipsang, den Weltmeister Abel Kirui und den Chicago-Marathon-Sieger 2011, Moses Mosop, entschieden. Damit verzichten die Kenianer sowohl auf den offiziellen Weltrekordler Patrick Makau (2:03:38 Stunden) als auch den schnellsten Läufer aller Zeiten, Geoffrey Mutai (2:03:02). Lässt Athletics Kenya damit die beiden besten Marathonläufer zu Hause?

Patrick Makau war im vergangenen Jahr in Berlin Weltrekord gelaufen und galt danach als gesetzt für Olympia. Doch nachdem er am vergangenen Sonntag aufgrund einer Muskelverletzung beim London-Marathon aus dem Rennen gegangen war, entschieden die Funktionäre nun anders. Geoffrey Mutai stellte 2011 sowohl in Boston als auch in New York spektakuläre Kursrekorde auf. Nur weil die Strecke in Boston nicht die Bedingungen für offizielle Rekorde erfüllt, konnten seine 2:03:02 Stunden nicht als Weltrekord anerkannt werden. Auch Mutai ging in der vergangenen Woche beim Boston-Marathon verletzungsbedingt frühzeitig aus dem Rennen.

Es ist erstaunlich, dass die famosen Leistungen von Makau und Mutai nicht ausreichten für einen olympischen Startplatz. Während nach seinem London-Triumph die Nominierung von Wilson Kipsang erwartet worden war, entschieden sich die Funktionäre zudem für Moses Mosop, obwohl dieser in Rotterdam mit Rang drei in 2:05:02 Stunden seine eigenen Ziele nicht erreichte, und Abel Kirui. Der zweimalige Weltmeister musste sich in London am Sonntag mit Rang sechs in 2:07:56 zufrieden geben. Für ihn spricht allerdings, dass er bei Meisterschaften erfolgreich war.

Nicht ganz so überraschend war die Nominierung des dreiköpfigen Frauen-Teams. Wie erwartet, erhielten London-Marathon-Siegerin Mary Keitany und die Weltmeisterin Edna Kiplagat, die in London Zweite war, die Startplätze. Das Dritte Olympia-Ticket geht an Priscah Jeptoo, die in London Rang drei belegt hatte. Die Boston-Marathon-Siegerin Sharon Cherop wurde nicht berücksichtigt.

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Foto: Norbert Wilhelmi