Vom Wetter beeinflusst

Kenia-Siege im Hitzerennen von Boston

Bei Temperaturen von bis zu 26 Grad siegten die Kenianer Wesley Korir und Sharon Cherop. Wer wollte, konnte seinen Start wegen der extremen Bedingungen auf 2013 verschieben.

Sharon Cherop

Sharon Cherop gewann mit nur zwei Sekunden Vorsprung.

Bild: photorun.net

So extrem kann das Wetter den Boston-Marathon beeinflussen: Im vergangenen Jahr lief der Kenianer Geoffrey Mutai mit 2:03:02 Stunden bei idealen Bedingungen und phasenweise Rückenwind die schnellste je gelaufene Zeit über die 42,195 km. Ein Jahr später war der Sieger Wesley Korir in einem Hitzerennen nun fast zehn Minuten länger unterwegs: In 2:12:40 Stunden gewann der Kenianer am 16. April die 116. Auflage des Marathon-Klassikers an der US-Ostküste. Auch bei den Frauen wurden die Zeiten extrem durch die schweren Bedingungen beeinflusst. Sharon Cherop gewann in 2:31:50 und war damit ebenfalls rund zehn Minuten langsamer als ihre kenianische Landsfrau Caroline Kilel, die 2011 noch 2:22:36 gelaufen war. Beide Vorjahressieger kamen in der Hitze wie auch zahlreiche andere Eliteläufer nicht ins Ziel und dürften damit wahrscheinlich auch ihre Olympia-Startchance verloren haben. Trotzdem belegten die Kenianer beim ersten World Marathon Majors-Rennen des Jahres sowohl bei den Männern als auch den Frauen die ersten drei Plätze.

Aufgrund der sich abzeichnenden extremen Temperaturen hatten sich die Veranstalter des Boston-Marathons kurzfristig zu einem einmaligen Angebot an alle Teilnehmer entschlossen. Wer sich der Hitze nicht gewachsen fühlte und gesundheitliche Risiken befürchtete, durfte seine Startnummer gegen einen garantierten Startplatz im kommenden Jahr eintauschen – eine vorbildliche Aktion, die sich ein Veranstalter allerdings nur leisten kann, wenn er über die nötigen finanziellen Reserven verfügt. All jene Läufer, die ihre Startnummer abgeholt hatten und am Montagmorgen nicht in Hopkinton im Startbereich registriert wurden, erhalten automatisch einen der begehrten Startplätze für 2013.

„Die Sicherheit unserer Läufer steht absolut im Vordergrund. Und wir wollen nicht, dass sich jemand gezwungen fühlt, laufen zu müssen“, erklärte der Chef des Rennens, Tom Grilk. „Dies wird kein Tag für persönliche Bestzeiten“, fügte der medizinische Direktor des Rennens, Pierre D’Hemecourt, hinzu. Mit bis zu 30 Grad Celsius musste gerechnet werden. Schließlich kam es nicht ganz so schlimm: Zwischen 22 und 26 Grad wurden gemessen. Aber auch das ist für einen Marathon viel zu heiß. Von gut 27.000 gemeldeten Athleten gingen 22.426 in Hopkinton an den Start. Nach ersten Schätzungen könnten rund 2.000 Läufer auf das Rennen verzichtet haben. Etliche zusätzliche Wasserstellen wurden für die Teilnehmer entlang der Strecke eingerichtet.

Entsprechend langsam ließen es die Favoriten bei strahlendem Sonnenschein angehen. In 15:23 Minuten führte Geoffrey Mutai die Gruppe der Favoriten über die 5-km-Marke. Ein Stück vor ihnen nutzen drei Amerikaner die Gunst der Stunde, um einmal ganz vorne beim Boston-Marathon rennen zu können. An der Spitze lag mit einer Durchgangszeit von 15:04 mit Glenn Randall ein Skilangläufer, der aber immerhin trotz der Tempospritze am Anfang mit 2:37:13 das Ziel erreichte.

Weiterlesen

Seite 1 von 2
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Spannende Rennen bei Männern und Frauen

Boston-Marathon

Titelverteidiger Mutai und Kilel starten erneut

Geoffrey Mutai und Caroline Kilel nach dem Boston-Marathon
Beide Titelverteidiger werden beim Boston-Marathon am 16. April an den... mehr

Boston-Marathon

Heißer Boston-Marathon kündigt sich an

Heißer Boston-Marathon kündigt sich an
Viele dramatische Rennen hat der Boston-Marathon bereits produziert,... mehr