Dubai-Marathon 2015

Kenenisa Bekele und Aselefech Mergia peilen die Streckenrekorde an

Mit einem Trainer-Wechsel und einer längeren und gezielteren Vorbereitung hat sich Kenenisa Bekele auf den Dubai-Marathon am 23. Januar vorbereitet.

Bekele und Mergia in Dubai

Aselefech Mergia und Kenenisa Bekele wollen in Dubai für Furore sorgen.

Bild: Giancarlo Colombo / photorun.net

In den letzten Abenden gab es in Dubai eine Reihe von Gewittern mit starken Niederschlägen. Am Freitagmorgen (23. Januar) soll die Metropole in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine andere Art von Sturm erleben: einen Ansturm auf die Streckenrekorde des Standard Chartered Dubai Marathons. Das Rennen, das zu den hochkarätigsten Straßenläufen der Welt zählt, ist in der Breite der Spitze so gut besetzt wie nie zuvor. Äthiopiens Superstar Kenenisa Bekele führt das Männerfeld an, zu dem gleich 20 Athleten mit Bestzeiten von unter 2:10 Stunden zählen. Seine Landsfrau Aselefech Mergia ist die schnellste Läuferin im Feld: Sie stellte mit 2:19:31 vor drei Jahren in Dubai den nach wie vor aktuellen Streckenrekord auf. 23 Läuferinnen gehen mit Bestzeiten von unter 2:28 an den Start – ein Rekord für einen City-Marathon. Rennen über kürzere Distanzen hinzugerechnet, werden in Dubai am Freitag rund 25.000 Läufer erwartet.

Der Dubai-Marathon ist ein gutes Pflaster für Debütanten

Der Dubai-Marathon machte zuletzt Schlagzeilen, da dreimal in Folge ein Debütant das Männerrennen gewann. Dabei liefen die Athleten bei ihrer Marathonpremiere jeweils auf Anhieb Weltklassezeiten von unter 2:05 Stunden. Aber angesichts der Stärke des Feldes wäre es eine echte Sensation, sollte sich diese Serie fortsetzen.

So viele starke äthiopische Läufer kommen nach Dubai, dass man meinen könnte, hier finden die nationalen Meisterschaften statt. Doch im Fokus ist vor allen der 5.000- und 10.000-m-Weltrekordler Bekele. „Ich bin zuversichtlich und besser vorbereitet als zuletzt“, sagte der 32-Jährige, der im vergangenen Jahr in Paris sein Debüt mit 2:05:04 Stunden gewann. In Chicago belegte er im Herbst dann Rang vier in 2:05:51. „Es ist ein wichtiges Rennen für mich, denn ich möchte mich steigern“, sagte Bekele, zu dessen Rivalen Lelisa Desisa gehört. Der Äthiopier war einer der Debütanten die in Dubai auf Anhieb gewannen. 2013 siegte er in 2:04:45.

Kenenisa Bekele sehr gut vorbereitet auf den Dubai-Marathon

Dass Bekele besser vorbereitet ist als zuletzt, bestätigte auch sein Manager Jos Hermens. Vor Chicago hat der Starläufer offenbar nur sieben Wochen trainiert und verpasste dann sein Ziel, seine Bestzeit zu unterbieten. „Als er auf der Bahn gelaufen ist, konnte er zwei Monate trainieren und dann einen Weltrekord brechen. Aber dieses Schema funktioniert im Marathon nicht. Nach Chicago wusste er, dass er etwas ändern muss. Deswegen habe ich ihn mit Renato Canova zusammengebracht“, erklärte Jos Hermens, wie der italienische Erfolgscoach zum Bekele-Trainer wurde. Hermens erwartet in Dubai eine Steigerung seines Athleten. „Wenn er an 2:04 heranläuft und sich rund eine Minute verbessern könnte, wäre das gut.“

Der Streckenrekord des Äthiopiers Ayele Abshero, der 2012 mit 2:04:23 gewann, ist das Hauptziel. Doch auch Haile Gebrselassies äthiopische Bestzeit von 2:03:59 könnte gebrochen werden. Bekele wird jedes Tempo mitgehen – auch falls es noch schneller wird. „Wir wollen nicht zu viel vom Weltrekord sprechen, aber es ist immer eine Möglichkeit. Die Halbmarathon-Durchgangszeit sollte in diesem Bereich liegen“, sagte Peter Connerton, der Race Direktor in Dubai. „Ich glaube, dass wir eines Tages hier einen Weltrekord sehen, aber ich weiß nicht, wann das passieren wird. Wir haben den schnellsten und flachsten Kurs in der Welt – und wir bekommen die besten Läufer, dieses Mal Kenenisa.“ Die Strecke ist nicht nur superflach, es geht zudem fast nur geradeaus. Eine Ecke, zwei Wenden und vier Kurven – das ist alles! Die Topläufer verlieren bei hohem Tempo fast keine Zeit.

Aselefech Mergia gibt beim Dubai-Marathon ihr Comeback nach der Babypause

Auch bei den Frauen ist der Streckenrekord das Ziel. Und die aktuelle Dubai-Rekordlerin ist bereit für ein schnelles Rennen. „Wenn alles gut geht, kann ich unter 2:20 laufen und den Streckenrekord brechen. Ich bin nach meiner Schwangerschaft genauso stark wie vorher“, sagte Aselefech Mergia, die im Juli 2013 Töchterchen Sena auf die Welt gebracht hatte. Eineinhalb Jahre vorher hatte sie in Dubai ihre Bestzeit von 2:19:31 aufgestellt. Die 30-Jährige hat danach lange gebraucht, um wieder in Form zu kommen. „Es war schwierig, denn ich wog 73 Kilo bei der Geburt. Jetzt sind es wieder 51!“

„Den Frankfurt-Marathon im vergangenen Oktober zu laufen, war eine Option. Aber ich habe gemerkt, dass ich nicht rechtzeitig in Form kommen würde. Ich wollte erst wieder einen Marathon rennen, wenn ich wieder richtig fit bin. Jetzt konnte ich vier Monate gut trainieren und bin bereit. Es ist mein Ziel, zu gewinnen“, sagte Mergia, die dann ein Preisgeld von 200.000 Dollar kassieren würde – das höchste Sieggeld im Marathon weltweit.

„Ich bin zuversichtlich, aber ich weiß, dass es hart wird. Jeder, der nach Dubai kommt, ist stark“, sagte Mergia, die unter anderen auf die Titelverteidigerin Mulu Seboka (Äthiopien) und Lucy Kabuu trifft. Die Kenianerin war 2012 hinter Mergia mit nur drei Sekunden Rückstand in 2:19:34 Zweite. Vier weitere Läuferinnen mit Bestzeiten von unter 2:22 Stunden gehen am Freitag an den Start.

Das Elite-Feld der Männer beim Dubai-Marathon:

Lelisa Desisa ETH 2:04:45
Berhanu Shiferaw ETH 2:04:48
Feyisa Lilesa ETH 2:04:52
Kenenisa Bekele ETH 2:05:04
Bazu Worku ETH 2:05:25
Girmay Birhanu ETH 2:05:49
Chele Dechase ETH 2:06:33
Limenih Getachew ETH 2:06:49
Tebalu Zawude ETH 2:07:10
Belay Asefa ETH 2:07:10
Deribe Robi ETH 2:07:16
Amanuel Mesel ERI 2:08:17
Habtamu Assefa ETH 2:08:28
Adugna Takele ETH 2:08:37
Sisay Lemma ETH 2:09:02
Ghirmay Ghebreslassie ETH 2:09:08
Ezikiel Chebii KEN 2:09:15
Asmare Workneh ETH 2:09:20
Vitaly Shafar UKR 2:09:37
Afewerk Mesfin ETH 2:09:47
Andualem Belay ETH Debüt
Mule Wasihum ETH Debüt
Abde Fufa ETH Debüt


Das Elite-Feld der Frauen beim Dubai-Marathon:

Aselefech Mergia ETH 2:19:31
Lucy Kabuu KEN 2:19:34
Meselech Melkamu ETH 2:21:01
Aliaksandra Duliba BLR 2:21:29
Askale Tafa ETH 2:21:31
Mamitu Daska ETH 2:21:59
Atsede Baysa ETH 2:22:02
Aberu Kebede ETH 2:22:21
Tadelech Bekele ETH 2:23:02
Mulu Seboka ETH 2:23:12
Firehiwot Dado ETH 2:23:15
Isabellah Andersson SWE 2:23:41
Abebech Afework ETH 2:23:59
Haydar Sultan TUR 2:25:07
Azalech Masresha ETH 2:25:34
Ashete Bekere ETH 2:26:00
Aberu Mekuria ETH 2:26:07
Mestawet Tufa ETH 2:26:20
Betelhem Moges ETH 2:26:42
Rebecca Chesire KEN 2:27:16
Meseret Kitata ETH 2:27:26
Fantu Eticha ETH 2:27:31
Beata Nandjala NAM 2:27:54
Gladys Cherono KEN Debüt
Shure Demissie ETH Debüt

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