Anschuldigung zurückgenommen

Kein Verfahren wegen Morddrohung gegen Wanjiru

Sammy Wanjiru, kenianischer Marathon-Olympiasieger, muss sich nicht mehr wegen Morddrohung gegen seine Frau verantworten.

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Sammy Wanjiru (vorne) ist glimpflich davongekommen - er braucht sich nicht wegen einer angeblichen Morddrohung sowie einer Körperverletzung vor Gericht zu verantworten.

Bild: photorun.net

Kenias Marathon-Olympiasieger Sammy Wanjiru muss sich vor Gericht nicht mehr wegen einer angeblichen Morddrohung gegen seine Frau und einem tätlichen Angriff gegen einen Angestellten verantworten. Seine Frau Tereza Njeri und der betroffene Wachmann zogen die Anschuldigungen gegen den 24-jährigen Ausnahmeläufer zurück. Dies berichteten kenianische Medien. Gerichtliche Ermittlungen laufen gegen Sammy Wanjiru nun lediglich noch wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Doch dieses Verfahren dürfte ihm in Kenia kaum größere Probleme bereiten. Sammy Wanjiru steht auf der Startliste des London-Marathons, der am 17. April stattfindet.

Ende Dezember soll Sammy Wanjiru in seinem Haus in Nyahururu – die Stadt liegt etwa zwischen Nairobi und Eldoret – seine Frau, mit der er zwei kleine Kinder hat, während eines Streites mit einer Kalaschnikow bedroht haben. Mit dem Gewehrkolben habe er zudem einen seiner Wachleute verletzt, hieß es. Nach einer Anzeige von Tereza Njeri und dem Wachmann William Masinde verbrachte Sammy Wanjiru eine Nacht in einer Gefängniszelle. In der zweiten Januarhälfte erlitt der zweifache World Marathon Majors (WMM)-Sieger dann leichte Verletzungen bei einem Autounfall.

Zu einem ersten gerichtlichen Anhörungstermin im Februar waren dann weder Sammy Wanjiru noch seine Frau erschienen. Wanjiru ließ erklären, dass er aufgrund des Autounfalls von seinem Arzt Ruhe verordnet bekommen hatte und deswegen nicht zum Gericht hatte kommen können. Zu der neu angesetzten Anhörung kam es nicht mehr. Denn zuvor zogen Njeri und Masinde die Anzeigen zurück. Kurz danach erklärte das Paar vor laufenden Kameras, dass es wieder zusammengefunden habe und die Meinungsverschiedenheiten beigelegt seien.

Somit muss sich Sammy Wanjiru nun nur noch wegen des unerlaubten Besitzes eines Kalaschnikow-Gewehres verantworten. Für Mitte Mai wurde eine Anhörung angesetzt. Dass gut verdienende Kenianer – darunter sind etliche der Topläufer – Waffen zur Selbstverteidigung besitzen, dürfte nicht ungewöhnlich sein. Überfälle auf prominente Athleten gibt es immer wieder. Sammy Wanjirus Familie wurde im Herbst 2008, relativ kurze Zeit nach dem Olympiasieg, von einer bewaffneten Bande in ihrem Haus überfallen.