Wien-Marathon 2011

John Kiprotich und Fate Tola siegten

Ein von Taktik geprägtes Rennen verhinderte den Kursrekord. John Kiprotich und Fate Tola siegten.

John Kiprotich

John Kiprotich heißt der Überraschungssieger des Vienna City Marathons.

Bild: photorun.net

Im Marathonrennen nahmen die Favoriten das Tempo der Pacemaker nicht ganz an. Dadurch liefen die „Hasen“ immer wieder einige Sekunden vor der ersten großen Gruppe. Dennoch war an der Halbmarathonmarke (Durchgangszeit: 63:53 Minuten) der Kursrekord von Abel Kirui (Kenia), der vor drei Jahren 2:07:38 gelaufen war, noch in Reichweite.

Doch irgendwie konzentrierten sich die erfahrenen Kenianer Patrick Ivuti, Nicholas Chelimo und Paul Kirui mehr auf einen taktischen als einen schnellen Lauf. Nach 30 km (1:31:31) war die avisierte Kursbestzeit dann praktisch nicht mehr erreichbar. Hinzu kam, dass die beiden Tempomacher Nicholas Kiprono und Joseph Ngolepus nun ihre Arbeit beendeten.

Nach 35 km war die zuvor achtköpfige Spitzengruppe auf vier Kenianer zusammengeschrumpft: Patrick Ivuti, Evans Kiplagat, Joseph Maregu und John Kiprotich. Maregu und Kiplagat verloren kurz danach den Kontakt. Dann war es John Kiprotich, der das Tempo so forcierte, dass vier Kilometer vor dem Ziel auch Patrick Ivuti geschlagen war. „Dies war erst mein zweiter Marathonlauf. Wenn ich mehr Erfahrung gehabt hätte, wäre ich vielleicht schon etwas eher schneller gelaufen“, sagte John Kiprotich, der eine starke Halbmarathonbestzeit von 59:23 Minuten hat. 2009 war er seinen ersten Marathon in Frankfurt gelaufen und dabei nach 2:15:51 ins Ziel gekommen.

Ganz anders verlief das Rennen der Frauen. Die Debütantin Peninah Arusei war es, die sich unmittelbar nach dem Start an die Spitze setzte und davonlief. Nach 1:12:11 Stunden erreichte die Kenianerin die Halbmarathonmarke und bei 25 km (1:25:18) lag sie weiter auf Kurs in Richtung 2:24 Stunden. Ihr Vorsprung betrug nun schon 1:14 Minuten auf Ana Dulce Felix, Fate Tola und Genet Getaneh. Doch vor dem 30-km-Punkt wurde Peninah Arusei müde und ihr Vorsprung begann in der Sonne zu schmelzen wie Eis.

Während auch Getaneh Schwierigkeiten hatte, überholten Felix, die mit einem eigenen Tempomacher rannte, und Tola die Kenianerin bei 37 km. Nun entwickelte sich zwischen Tola und Felix ein spannender Zweikampf um den Sieg. Erst auf dem letzten Kilometer fiel die Entscheidung, als sich die Äthiopierin lösen konnte. „Nach der ersten Hälfte spürte ich, dass ich eine Chance haben würde“, erklärte Fate Tola, die mit einer Bestzeit von 2:28:22 nach Wien gekommen war.

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Überraschungssieger beim Wien-Marathon