Marathon in Israels Hauptstadt

Jerusalem-Marathon mit Rekordzahlen

Bei der 4. Auflage des Jerusalem-Marathons siegte der Kenianer Ronald Kimeli auf schwierigem Kurs in 2:16:09 Stunden. Insgesamt meldeten 25.000 Läufer für Marathon, Halbmarathon und 10 km.

Jerusalem-Marathon 2014 - Bilder
Jerusalem-Marathon 2014

Dichte Läuferfelder prägten den Jerusalem-Marathon.

Bild: Veranstalter

Drei Kenianer und drei Äthiopierinnen dominierten den 4. Jerusalem-Marathon. Mit neuem Streckenrekord (2:16:09 Stunden) holte sich der 28-jährige Ronald Kimeli den Tagessieg und verdiente 10.000 US Dollar, auf die Plätze zwei und drei liefen Patrick Wachira (2:16:35) sowie Chelimo Luks Kipkemoi (2:18:08). Vorjahressieger Abraham Kabeto Ketla konnte dem Tempo nur bis Kilometer 30 folgen und wurde letztlich Vierter (2:19:48). Ein enttäuschendes Resultat für den Äthiopier, der im vergangenen Jahr in 2:16:28 Stunden triumphiert hatte. Geschlagen, aber nicht niedergeschlagen war auch die Siegerin der Jahre 2012 und 2013, Mihiret Anamo Antonios. Inoffizielle 2:47:48 Stunden bedeuteten Rang drei hinter ihren Landsfrauen Lemelem Berha Yachen (2:47:25) und der neuen Streckenrekordhalterin Alemtsehay Mesfin Den (2:47:21). Auch sie wurde mit insgesamt 10.000 US Dollar - 5.000 für den Tagessieg, 5.000 für die Kursbestzeit - belohnt.

Bürgermeister Nir Barkat, der 54-jährige ehemalige High-Tech Unternehmer, hatte den politisch umstrittenen Jerusalem-Marathon im Jahr 2011 aus der Taufe gehoben, absolvierte die Halbmarathonstrecke in 2:22:47 Stunden. Vor dem Startschuss hatte Barkat verkündet, dass in der Summe 25.000 Meldungen für die drei Hauptwettbewerbe Marathon, Halbmarathon, 10 Kilometer eingegangen seien. Was einer Steigerungsrate verglichen mit dem Vorjahr von etwa 25 Prozent entspricht und das laufbegeisterte Stadtoberhaupt seinem Ziel näher gebracht haben könnte, den Jerusalem-Marathon in die engere Auswahl der weltweit bedeutendsten Events zu hieven. Allerdings: Nur etwa 2.000 Starter über die klassische Marathondistanz dürften den Ansprüchen von Barkat kaum genügen.

Politisch ist die Veranstaltung nach wie vor ein kontrovers diskutiertes Thema. So gab es auch in diesem Jahr einen Boykott-Aufruf von palästinensischen Nichtregierungsorganisationen, der in erster Linie auf Sponsoren wie New Balance und Crowne Plaza abzielte. Hintergrund ist jener Teilbereich der Streckenführung, der durch den arabisch geprägten Ostteil der Stadt führt. An dem Wachstumskurs änderte die anhaltende Kritik jedoch nichts. Läufer aus 55 Nationen beteiligten sich am 4. Jerusalem-Marathon, der aufgrund zahlreicher Anstiege und engerer Wendepunkte keine guten Vorausetzungen für Bestzeiten bietet. Aber natürlich auf kulturell-historisch bedeutsamem Gebiet mit großartiger Kulisse und herausragenden Sehenswürdigkeiten stattfindet. Jerusalem, die 800.000-Einwohner-Stadt mit den drei Weltreligionen bleibt, durchaus im wörtlichen Sinn, auch für ein Marathon-Event ein schwieriges Pflaster.

Verstärkt wird dieser Eindruck von der Zurückhaltung der Einwohner entlang der Strecke. Ausgenommen den Startbereich auf der Ruppin Road, gelegen zwischen der Knesset und dem israelischen Museum, sowie dem Ziel im Sacher Garden, war von Enthusiasmus kaum etwas zu sehen und zu spüren. So feierten die Läuferinnen und Läufer, darunter auch 183 Starter aus Deutschland, die meiste Zeit ihre eigene Party. Die Begeisterung für den Laufsport und den Jerusalem-Marathon zeigte sich aber eindrucksvoll im Sacher Garden. Entlang des etwa 200 Meter langen Zieleinlaufs auf blauem Filzteppich und dahinter auf weitläufigem Grün gab es die ganze Palette Lifestyle. Mit Showbühnen, Fitness-Stationen für Jung und Alt und vielen Ständen von Ausstellern. Womöglich bietet sich der Satz des Moderators bei der Marathon-Siegerehrung der Männer noch am besten als Motto der Veranstaltung an: „Good job, see you next year.“

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