Athen-Marathon

Japanerin Tagami Favoritin beim Athen-Marathon

Bei der Mutter aller Marathonläufe tritt Tagami mit der schnellsten Bestzeit an und will triumphieren.

New York ist das Marathon-Spektakel, London bietet das hochklassigste Feld, Berlin als auch Chicago sind bekannt für sehr schnelle Rennen und Boston hat die Tradition. Diese fünf Läufe formen die World Marathon Majors (WMM). Der Athen-Marathon kann sich mit diesem Quintett nicht vergleichen, doch das Rennen ist in anderer Hinsicht einzigartig: Denn die 42,195 km werden auf der Strecke von Marathon bis ins Panathinaikon-Stadion gelaufen. Die Route ist damit fast identisch mit jener von 1896, als bei den ersten Olympischen Spielen der Marathon erstmals gelaufen wurde. Die Läufer des Athen-Marathons am Sonntag kehren somit zum Ursprung zurück.

Mai Tagami vor dem Zappeion in Athen.

Die Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, werden erstmals über 10.000 Läufer beim Athen-Marathon starten. Das Rennen mit seiner schweren Strecke – nur die ersten 10 km sind flach, dann geht es fast 20 km bergauf und anschließend rund 10 km bergab in die griechische Metropole – ist aufgrund seiner Historie eigentlich ein ,Muss’ für jeden ambitionierten Marathonläufer.

Aufgrund der sehr profilierten Strecke sind Weltklassezeiten von unter deutlich unter 2:10 Stunden beim Athen-Marathon nicht möglich. Der Streckenrekord steht bei 2:10:55 Stunden. Stefano Baldini (Italien) stellte ihn bei seinem Olympiasieg 2004 auf. Es war ebenfalls die Olympiasiegerin vor vier Jahren, die die schnellste Frauenzeit von Marathon nach Athen erreichte: Mizuki Noguchi (Japan) lief damals 2:26:20.

Eine Japanerin könnte auch am Sonntag im Panathinaikon-Stadion triumphieren: Mai Tagami ist mit der deutlich schnellsten Bestzeit nach Athen gereist. Die 28-Jährige lief 2004 in Hokaido bei sehr warmen und schwülen Bedingungen 2:29:43 Stunden. „Es ist das erste Mal, dass ich in Athen starte. Ich weiß um die historische Bedeutung dieses Rennens und freue mich, dass ich hier laufen kann. Wenn ich gewinne, wäre das der größte Erfolg meiner Karriere“, erklärte die Läuferin aus Chiba, die als 10-Jährige mit dem Laufsport begann und im Alter von 19 ihren ersten Marathon lief.

Mai Tagami, die 2002 beim Boston-Marathon Platz acht belegt hatte, wird trainiert von Yoshio Koide. Es ist jener Coach, der Naoko Takahashi 2000 zum Olympiasieg geführt hatte und ein Jahr später in Berlin zur ersten Zeit einer Frau unter 2:20 Stunden (2:19:46). „Das Training bei ihm ist sehr hart“, erzählt Mai Tagami, die in vielen Trainingswochen einen Kilometerumfang von 200 erreicht und manchmal sogar 300. „Ich laufe gerne viele Marathonrennen“, sagt die Japanerin, die erst im vergangenen Monat den Melbourne-Marathon in 2:38:46 Stunden gewonnen hat. Außerdem war sie in diesem Jahr bereits Sechste in Nagona und Vierte in Hokkaido.

Während die Russin Yelena Tikhonova, die 2005 den Mainz-Marathon in 2:38:05 Stunden gewonnen hatte, und die Ukrainerin Valentina Poltavska (Bestzeit: 2:38:10) die schärfsten Konkurrentinnen von Mai Tagami sein werden, wäre alles andere als ein kenianischer Sieg bei den Männern eine Überraschung. Der Läufer mit der schnellsten Zeit, Migidio Bourifa (2:09:07 Stunden), kommt zwar aus Italien, ist aber nur als Pacemaker vorgesehen. Drei Kenianer sind mit Bestzeiten von unter 2:11 Stunden am Start: Benson Kimutai Chertum (2:10:06), Paul Kogo (2:10:39) und Elias Chebet Kipkosgei (2:10:40).

Text: race-news-service.com
Fotos: www.photorun.net