Düsseldorf-Marathon

Jan Fitschen kämpfte sich durch sein Marathon-Debüt.

Fitschen musste kämpfen.

Jan Fitschen musste sich bei seinem Marathon-Debüt durchkämpfen.

Bild: Norbert Wilhelmi

In 2:20:15 Stunden erreichte Jan Fitschen bei seinem Debüt als Achter das Ziel. „Ich bin tausend Tode gestorben und eigentlich ging schon nach 15 Kilometern nichts mehr. Deswegen bin ich heilfroh, dass ich überhaupt durchgekommen bin“, sagte der 33-Jährige und fügte hinzu: „Das waren alles andere als optimale Bedingungen, aber die Tagesform stimmte auch nicht.“ Nach der ersten Hälfte lag Jan Fitschen mit einer Zwischenzeit von 67:15 Minuten noch sehr gut im Rennen für die avisierte Zeit unter 2:15 Stunden. Doch als kurz danach der Tempomacher schlapp machte und die kleine Gruppe auseinander fiel, wurde es hart für Jan Fitschen. Der 10.000-m-Europameister von 2006 hatte vor dem Rennen noch gesagt, dass er hofft, mit einem defensiven Anfangstempo dem „Mann mit dem Hammer“ entgehen zu können. Doch der kam nun viel früher als gedacht, kurz nach dem Halbmarathon und nicht erst jenseits der 30-km-Marke. „Ich lief plötzlich alleine gegen den Wind, ich wurde immer langsamer und es fühlte sich an wie ein Vier-Minuten-Tempo pro Kilometer. Ich dachte, ich schaffe es nicht.“

Noch schlimmer erwischte es Günther Weidlinger. Österreichs Rekordhalter (2:10:47 Stunden) erlitt einen Hitze-Ko. Nachdem er noch an der Halbmarathonmarke, die er in 65:45 Minuten erreichte, gut im Rennen lag und locker wirkte, schwankte er bei 23,5 km plötzlich. Weidlinger versuchte weiterzulaufen, doch als bei 25 km ein zweiter Kollaps folgte, war das Rennen für ihn beendet und er musste sich in ärztliche Behandlung begeben. Am Nachmittag hatte sich Günther Weidlinger aber wieder erholt.

Ebenfalls im wahrsten Sinne auf der Strecke blieb Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen). Der 33-Jährige erlitt etwa nach der Hälfte des Rennens einen Asthmaanfall und musste ebenfalls medizinisch behandelt werden. So hart waren die Bedingungen für die Topathleten, dass nur etwa die Hälfte von den verpflichteten Läufern ins Ziel kamen. „Wir hatten wahrlich kein schlechtes Feld am Start, aber auch die Afrikaner vertragen diese Wärme nicht unbedingt“, sagte Christoph Kopp, der in Düsseldorf für die Eliteläufer zuständig ist.

Ebenso souverän wie Nahashon Kimaiyo gewann Merima Mohammed am Rhein. Sie lief mit Hilfe von Tempomachern von Beginn an ihr eigenes Rennen. Schon nach 10 km hatte die junge Äthiopierin über eine halbe Minute Vorsprung. Bei der Halbmarathonmarke waren es dann bereits eineinhalb. Diesen Punkt passierte Merima Mohammed, die mit einer Weltklasse-Bestzeit von 2:23:06 nach Düsseldorf gekommen war, in 1:13:25 Stunden. Doch ihre ursprüngliche Hoffnung auf ein Ergebnis von deutlich unter 2:25 musste auch sie in der Hitze aufgeben. „Die Hitze war nicht angenehm. Ich trainiere im Hochland in über 2.000 Metern Höhe, da ist es deutlich kühler“, sagte Merima Mohammed. Während die Titelverteidigerin Natalya Volgina (Russland) zu jenen Athletinnen zählte, die aufgaben, war Melanie Schulz (LG Ohra Hörselgas) die schnellste deutsche Läuferin in der Hitze. Sie lief in 2:52:04 ins Ziel und belegte wie Jan Fitschen Rang acht.

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